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Ideale Bedingungen findet Schimmel im feucht-warmen Klima des Badezimmers. Welche Mittel gegen einen Schimmelbefall am besten helfen und wie Sie vorbeugen können, erfahren Sie bei uns.

Schimmel im Bad vorbeugen: In Bädern siedeln sich Schimmelpilze besonders leicht an, weil die Raumtemperatur hier meist höher ist, als in den übrigen Wohnräumen, es feucht ist und die Luft zudem meist schlechter abzieht. Dafür sorgen dicht schließende Fenster oder gar fensterlose Bäder, voll geflieste Wände und luftundurchlässige Anstriche.

Tipps fürs Badezimmer

  • Die Wände im Bad sollten nicht bis unter die Decke gekachelt sein, sondern nur bis auf Spritzwasserhöhe(eine Höhe von ca. 1,5 m). Den Rest am besten mit einem offenporigen, atmungsaktiven Baustoff wie z.B. Kalkputz streichen.
  • Stellen Sie die Waschmaschine nicht ins Badezimmer. In Etagenwohnungen ist dort zwar der Anschluss, aber große Häuser halten in der Regel einen Wasch- und Trockenraum zur Verfügung. Sollte Wäsche trocknen unvermeidlich sein, so sollten Sie unbedingt zusätzlich ein Fenster gekippt halten und die Raumtüre schließen. Achten Sie darauf, dass im Winter die Heizung in Betrieb ist.
Geöffnetes, und gekipptes Fenster. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Thinkstock -

Nach dem Duschen und Baden nasse Wände trocken reiben oder mit einem Abzieher stehendes Wasser entfernen (pro Duschbad entstehen ca. 1,5 l Wasserdampf!).

  • Warme Luft nach dem Beheizen des Bades nicht in die Wohnung entlüften, sondern immer sofort auf dem kürzesten Weg ins Freie.
  • Textile Vorhänge im Bad vermeiden.
  • Duschvorhänge nach Gebrauch unbedingt ausbreiten zum Trocknen und evtl. auch ausschütteln oder trocken reiben.

Schritt 1: So entfernen Sie Schimmel - Erstbehandlung mit Allzweckreiniger

Glatte, geschlossene Flächen mit einem haushaltsüblichen Reiniger feucht abwischen, damit sich die Sporen nicht in der Raumluft verteilen. Tragen Sie dazu unbedingt Schutzhandschuhe und eventuell eine Schutzmaske. Außerdem stellen gerade Ritzen und kleine Spalten, in denen sich die Schimmelsporen gerne ansiedeln, ein besonderes Problem dar. Anschließend reiben Sie mit Alkohol zum Beispiel Isopropanol oder Brennspiritus nach. Tränken Sie dazu ein Leinentuch mit Alkohol und wickeln es um eine Bürste. Waschen Sie die Flächen noch einmal gründlich, reiben Sie trocken und lüften gründlich während des gesamten Arbeitsganges. Poröse offenporige Flächen wie zum Beispiel verputzte Wände oder Zementfugen sollten Sie erst feucht behandeln und dann mit Alkohol nachreiben. Sorgen Sie dabei für eine gute Durchlüftung. Aufgrund der Brand- und Explosionsgefahr den Alkohol nur in kleinen Mengen verwenden.

Achtung: Beobachten Sie Ihre Zementfugen aufmerksam. Sporen können sich durch die Fugen auch hinter den Platten ansiedeln und sogar bis in die Wand vordringen.

Schritt 2: So entfernen Sie Schimmel mit Natriumhypochlorid (Chlorreiniger)

Der Handel bietet so genannte „Fungizide“, chemische Mittel, die meist Natriumhypochlorid enthalten. Diese Mittel, oft auch „Aktivchlor“ genannt, beseitigen den Schimmelpilz innerhalb von nur wenigen Sekunden. Allerdings ist ihre Wirkung rein kosmetisch, die eigentliche Ursache wird nicht beseitigt! Der Grund: Die Präparate diffundieren, d.h. sie verflüchtigen sich nach einer Weile. Die Zellkerne des Pilzes werden nicht zerstört, es kann sich also erneut Schimmel bilden, wenn nicht regelmäßig gelüftet und über längere Zeit vorbeugend gehandelt wird.

Eimer voller gefährlicher Putzmittel, die Lunge und Haut reizen können (Foto: Colourbox)

Schimmelentferner ohne Chlor mit Benzalkoniumchlorid

Beim Einsatz von Schimmelentfernern werden Tenside eingesetzt, die die Zellwände der Pilze zerstören. Ein Beispiel ist Benzalkoniumchlorid. Es enthält ein breites Wirkungsspektrum gegen Pilze, Bakterien, Hefen und Algen. Hierbei handelt es sich um ein starkes Desinfektionsmittel, das die Haut reizen oder allergische Reaktionen hervorrufen kann. Treffen Sie auch hier Schutzmaßnahmen bei der Anwendung. Außerdem müssen Sie kräftig schrubben, um ein gutes Ergebnis zu erreichen. Bei der Entsorgung verhält es sich neutral und ist deshalb ökologisch vertretbar. Unabhängig davon, welches Mittel Sie verwenden, müssen Sie die betroffenen Stellen regelmäßig überprüfen und die Ursachen der Schimmelbildung beseitigen. Immer gilt: Ausreichend lüften und die verschiedenen Mittel nicht kombinieren! Ziehen Sie bei eventuellen Fehlern in der Baukonstruktion auf jeden Fall einen Fachmann hinzu. Genauso wie bei größerem Schimmelbefall.

Härtefall: Silikonfugen!

Schimmel in Silikonfugen wirklich zu entfernen ist nahezu unmöglich. Wenn die ersten Pilzsporen sichtbar werden, so sitzt der Pilz schon tief im weichen Material. Gesundheitlich ist die verfärbte Fuge nicht bedenklich. Optisch sehen die schwarzen Flecken aber nicht gut aus. Hier hilft nur das Erneuern. Tipp: Verwenden Sie spezielles Sanitärsilikon, das enthält pilzabtötende Wirkstoffe (Fungizide).

Wichtig: Damit der Pilz erst gar keine Chance hat, gilt für alle Räume: Unbedingt regelmäßig lüften!

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