Ein Zollbeamter kontrolliert am Frankfurter Flughafen eine Urlauberin aus Mallorca. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Boris Roessler)

So verhalten Sie sich richtig

Achtung Zoll: Erlaubte Urlaubssouvenirs

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Heidi Schnurr

Die einen haben den Urlaub noch vor sich, die anderen kehren bereits wieder zurück. Wer dann das eine oder andere Mitbringsel im Koffer hat sollte aufpassen, denn nicht alles ist erlaubt!

Für wen sich der Zoll interessiert

Zollbeamtin bei Kontrolle mit Block (Foto: Hauptzollamt Ulm)
Hauptzollamt Ulm

Groß, klein, dick, dünn: Für wen sich der Zoll interessiert ist weniger eine Typfrage, sondern der Zoll interessiert sich hauptsächlich für die mitgebrachten Waren. Das heißt, interessant ist für den Zoll, aus welchem Land man einreist und welche Reiseroute man genommen hat und welches Gepäck man dabei hat.

Es gibt keine Vorgaben, wer für eine genauere Überprüfung in Betracht kommt, sondern es wird situativ entschieden. Klar sind bestimmte Reiseziele für besondere Waren interessanter.

Ausschlaggebend kann aber auch sein, dass jemand mit besonders viel oder besonders wenig Gepäck reist. Reagiert man zudem noch etwas nervös, wenn man vom Zoll angesprochen wird, kann auch das einmal mal den Ausschlag für eine Kontrolle geben.

Innerhalb der EU gilt freier Warenverkehr

Es macht einen Unterschied, ob man aus einem EU-Land oder einem Nicht-EU-Land einreist. Urlaubsländer wie z.B. Frankreich, Griechenland und eben Italien gehören zur EU und damit gilt freier Warenverkehr, bei dem es nur wenige Einschränkungen gibt.

Für nichteuropäische Urlaubsländer wie die Türkei oder Ägypten gelten hingegen wesentlich strengere Regeln z.B. in Bezug auf den Wert der Reisesouvenirs.

Sand vom Strand darf einreisen

Eine Frau liest ein Buch unter einem Sonnenschirm am Strand (Foto: IMAGO, imagebroker)
imagebroker

Manch einer nimmt gern Sand vom Strand als Urlaubsmitbringsel mit. Sand vom Strand ist für den deutschen Zoll bei der Einfuhr kein Problem - auch aus Nicht-EU-Staaten. Allerdings verbieten manche Länder und Regionen, Sand vom Strand mitzunehmen.

Korallen fallen unter das Artenschutzgesetz

Korallen (Foto: IMAGO, Imago)
Imago

Ein Stück Koralle, was man vielleicht am Strand in Ägypten gefunden hat, sollte man besser nicht einpacken. Die fallen nämlich unter das Washingtoner Artenschutzübereinkommen. Darunter sind etwa 5.600 Tier- und mehr als 30.000 Pflanzenarten erfasst und darunter fällt auch der Lebensraum Korallenriff.

Was für Lebensmittel gilt

Kaffeebohnen (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Foto: Colourbox.de -

Bei Lebensmitteln aus einem EU-Land wie z.B. Kaffee aus Italien ist der Zoll großzügig, sofern die Lebensmittel zum privaten Gebrauch mitgenommen werden. Aber auch bei anderen Waren wie Spirituosen, Zigaretten gelten recht großzügige Regelungen für den privaten Verbrauch.

Bei der Einreise aus einem Nicht-EU-Land gelten dagegen strengere Bestimmungen z.B. für Lebensmittel wie Fleisch, Milch, Wurst und Käse wegen der Tierseuchengefahr.

Was für Zigaretten gilt

Zigaretten  (Foto: IMAGO, imago images/Panthermedia)
imago images/Panthermedia

Gerade Zigaretten werden oft aus Nicht-EU-Ländern geschmuggelt – oftmals ungewollt. Erlaubt sind jedoch nur 200 Stück pro Erwachsener. Die Angaben, die man im Duty-Free-Shop bekommt, sollte man besser nochmals prüfen, denn häufig findet der Zoll die „Stange zuviel“ direkt in der Einkaufstüte vom Duty free Shop des Abflugortes.

Die Reisenden sind dann zwar keine Kriminellen, sondern kennen einfach die Regelungen nicht. Abgenommen werden die Zigaretten dennoch.

Schmuck im Urlaub kaufen: Nur bis 430 Euro zollfrei

Hauptsächlich goldfarbener Schmuck liegt vor einem schwarem Hintergrund. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Picture Alliance

Viele Türkeiurlauber kaufen auch gern mal Schmuck im Urlaub beispielsweise eine Halskette oder einen Ring. Aufgepasst: Bei einer Einreise aus einem Nicht-EU-Land sind bis 430 Euro zollfrei.

Gefälschte Ware: Was der Zoll dazu sagt

Beamter reisst Päckchen mit Drogen auf (Foto: SWR, Mathias Grimm)
Mathias Grimm

Für Handtaschen oder auch Sonnenbrillen von Luxusmarken, die man zu einem ungewöhnlich günstigen Preis erworben hat - Stichwort Fake bzw. Fälschungen – gilt: Produktpiraterie ist in Deutschland grundsätzlich verboten.

Ausnahmen gelten im Reiseverkehr. Ein/zwei Plagiate für den privaten Zweck sind zwar nicht legal, der Zoll schreitet aber oft nicht ein, sondern gibt nur eine Warnung, zumal die Sachen ja meist auch eine viel schlechtere Qualität haben!

Bei gewerblicher Produktpiraterie wie z.B. Fake Armbanduhren, wird die Ware jedoch einbehalten. Es erfolgt eine Abmahnung durch den Rechteinhaber.

Achtung: In manchen Staaten (auch innerhalb der EU) werden allerdings die Käufer solcher Waren sanktioniert!

Zollbetrug: Welche Strafen drohen

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picture alliance/dpa | Felix Kästle

Wer am Flughafen durch den grünen Ausgang "nothing to declare" also "nichts zu verzollen" geht, erklärt, dass er nichts zu verzollen hat. Man gibt dann quasi eine Steueranmeldung (vergleichbar wie die beim Finanzamt) ab.

Deswegen hängen vor dem Ausgang auch nochmals Hinweistafeln zu den zulässigen Freimengen. Geht also jemand hier hinaus und hat aber Waren im Gepäck, die er hätte anmelden müssen, ist das schon eine Steuerhinterziehung!

Unwissenheit schützt nicht vor Strafe

Die Ausrede „das habe ich nicht gewusst!“, zieht beim Zoll nicht, da die Regelungen klar sind.

Die Strafe hängt von der Art und der Menge der Schmuggelware ab und beginnt mit einer kleinen Geldbuße. Bei einer Stange Zigaretten zu viel, erhebt der Zoll z.B. zu den Einfuhrabgaben nochmal den halben Betrag als Buße dazu.

Gibt der Reisende den Verstoß zu und informiert er den Kontrollbeamten gleich ehrlich über seine mitgebrachte Ware, dann sind das 57 Euro (38 Euro Steuer plus 19 Euro Zuschlag). Bei anderen Waren können es aber auch härtere Strafen sein.

Unsicher? Zoll-App hilft

Wer sich unsicher ist, was er mit über den Zoll nehmen darf und was nicht, kann das im Internet unter www.zoll.de

Fazit: Also besser vorher informieren statt z.B. eine Vorstrafe und oder ein Bußgeld wegen Steuerhinterziehung zu riskieren!

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Heidi Schnurr