Das Display von einem Smartphone ist zersplittert

Das Problem

Daten retten wenn das Display kaputt ist

Stand
Autor/in
Andreas Reinhardt
Bild von Wirtschaftsredakteur Andreas Reinhardt

Der Bildschirm am Smartphone ist empfindlich. Nach einem Sturz, kann er defekt sein. Doch wie komme ich dann an die Fotos, Kontakte oder Chats ran?

Frau B. aus N. schrieb mir: Mein Smartphone ist runtergefallen und das Display hat einen Sprung. Es funktioniert noch alles und ich bin mir nicht sicher ob es ausgetauscht werden sollte bzw. ob die Glasscheibe repariert werden kann. Was raten Sie mir?

Andreas antwortet:

Das kommt ein wenig drauf an. Wenn Sie sich bei der Bedienung nicht verletzen und Sie ansonsten alles auf dem Display sehen können und es bei Berührung reagiert, ist es rein eine optische Angelegenheit, Sie können das Display tauschen lassen (kostet ca. 70 Euro), müssen es aber nicht. Allein die Glasscheibe austauschen geht normalerweise nicht, dann muss das gesamte Display getauscht werden.

Display bleibt dunkel

Wenn der Bildschirm schwarz bleibt, also komplett ausfällt, wird es ohne Backup schwer.

Wenn ich ein Smartphone mit Android habe, dann hat es oft eine Speicherkarte eingebaut, die kann ich herausnehmen und mit einem Kartenleser an einen PC anschließen, so komme ich wenigstens an die Fotos ran. Die liegen im Ordner DCIM.

Ich kann das Smartphone mit einem USB-Kabel an einen PC anschließen, wenn sich da was tut, dann lebt es noch. Oft lassen sich dann die Daten retten. Wenn das Smartphone den Sperrbildschirm mit einer PIN schützt, lässt sich die ja nicht eingeben, wenn das Display aus ist. Hier kann es helfen, über einen Adapter eine Tastatur an USB-Anschluss anzustecken und auszuprobieren, ob es sich so entsperren lässt.

Bei einem iPhone geht das so nicht. Wenn es schon mal mit dem Rechner verbunden war, dann kennen die sich und ich kann auf die Fotos zugreifen. Wenn nicht, habe ich da ein Problem, wenn die Fotos nicht in der iCloud liegen.

Software und Telefondoktor-Programme

Hier wird oft mehr versprochen, als die Programme letztlich halten. Gut, wenn ich die in einer abgespeckten Version kostenlos ausprobieren kann, bevor ich etwas kaufe, was dann eh nicht funktioniert.

Wenn ich so auch nicht weiterkomme, kann der Handyschrauber am Eck helfen. Der baut ein neues Display ein und dann komme ich wieder an die Daten ran. Da ist es aber wichtig, dass das Smartphone dabei nicht auf Werkseinstellungen zurückgesetzt wird. Das sollte beim Reparaturauftrag unbedingt vereinbart werden.

Mein Smartphone ist ein Ziegelstein

Wenn das Gerät gar nicht mehr reagiert, dann ist guter Rat buchstäblich teuer. Dann ist der professionelle Datenretter gefragt, denn dann tut sich auch der Schrauber am Eck schwer.

Die Profis können oft das Smartphone wiederbeleben. Sie schauen, was konkret kaputt ist, ist es die Platine oder der Prozessor, sie können die Speicherbausteine direkt auslesen und so die Daten retten. Dafür muss das Gerät eingeschickt werden in ein Labor. Die Datenrettung dauert meist rund zwei Wochen und kostet zwischen ca. 300 und 1.200 Euro, je nachdem, wie aufwändig das ist. Das muss es mir dann schon Wert sein.

Preis nach Aufwand

Professionelle Datenretter brauchen besondere Gerätschaften, sie brauchen ein besonderes Knowhow, zudem Fingerfertigkeiten und oft müssen sie ja auch noch Ersatzteile beschaffen. Das erklärt den hohen Preis. Hier hilft es, mehrere Labore anzufragen und die Preise zu vergleichen, die können nämlich recht unterschiedlich sein.

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Andreas Reinhardt
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