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Interview mit Susanne Panter Wie man Aufspürerin wird

Wie sind Sie zu dem Job gekommen?

"Eigentlich bin ich nicht zu dem Job, sondern der Job ist zu mir gekommen. Ich wollte damals aus Eigenbedarf ein Ehemaligentreffen organisieren und so entstand die Geschäftsidee. Ich hatte damals vor, Klassentreffen zu organisieren und auch die Party dazu auszurichten. Nachgefragt wurden dann aber viele individuelle Suchen, oft verbunden mit verstrickten Familienzusammenhängen oder einschneidenden Lebensphasen, die es aufzuklären galt. Ich habe mich dann der Nachfrage angepasst und so ist über die Jahre der Suchdienst entstanden, den es heute gibt."

Was muss man können, um so einen Job zu machen, nach Menschen zu suchen?

"Man muss auf jeden Fall beharrlich sein. Sich nicht ins Bockshorn jagen lassen und keine Angst vor Behörden haben. So bissig ich gegenüber den Behörden bin, so einfühlsam versuche ich gegenüber den Klienten und den Gefundenen zu sein.
Dann muss man natürlich ein gewisses Organisationstalent mitbringen, um die Suchen administrativ zu verwalten. Die ein oder anderen Gesetze sollte man auch verstehen können. Zum Beispiel das Meldegesetz, das Personenstandsgesetz, und ganz wichtig, das Datenschutzgesetz. Um mit den Worten einer 'eierlegenden Wollmilchsau' zu sprechen: Man muss sowas wie ein Terrier mit Herz und Hirn sein."

Was waren Ihre spannendsten Erlebnisse?

"Da erinnere ich mich spontan an die Suche nach einem Vater. Es stellte sich heraus, dass der gesuchte Vater verstorben war. Der Sterbeeintrag war schwer zu finden, mit der Eintragsnummer wurde eine Frau beurkundet und nicht ein Mann. Nachfragen in der Nachbarschaft der letzten Wohnadresse vom Gesuchten haben dann ergeben, dass sich der gesuchte Vater zur Frau hat umoperieren lassen!

Dann gab es auch einmal den Fall, dass (erwachsene) Zwillinge ihre Mutter suchten. Als wir sie schließlich gefunden haben, brach sie in Tränen aus: Man hatte ihr die Kinder direkt nach der Geburt weggenommen und ihr kurz darauf erzählt, dass die Zwillinge gestorben seien.

Apropos Zwillinge. Suchen nach Zwillingen, die bei der Geburt getrennt wurden, sind auch immer spannend. Ich erinnere mich an eine Frau, die zur gleichen Zeit geheiratet hat, wie ihre Zwillingsschwester. Eine andere konnte sich nach der Suche starke Unterleibschmerzen erklären: Die traten nämlich auf, als ihre Zwillingsschwester gerade ein Kind entbunden hatte."