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SENDETERMIN So, 16.4.2017 | 17:15 Uhr | SWR Fernsehen

Eine Kultserie schreibt Fernsehgeschichte Der Forellenhof - Eine Legende kehrt zurück

Sie war 1965 ein Straßenfeger und gilt heute als ein Grundstein der deutschen Fernsehserien – die achtteilige Schwarz-Weiß-Produktion „Forellenhof“ des damaligen Südwestfunks. Heimlicher Hauptdarsteller war das gleichnamige Waldhotel mit idyllischer Forellenzucht am Rande Baden-Badens, das heute von einem jungen Pächterpaar beitrieben wird. Die SWR Dokumentation „Forellenhof – Eine Legende kehrt zurück“ stellt den fiktionalen Hotelbetrieb von damals den realen Herausforderungen von heute gegenüber und lässt Weggefährten zu Wort kommen.

1965: Der Forellenhof schreibt Fernsehgeschichte

„Der Forellenhof“ von 1965 war eine der erfolgreichsten Kultserien der frühen Fernsehjahre. Die Geschichten um eine Hoteliersfamilie, die ein kleines Schwarzwaldhotel betreibt, waren stilbildend für viele weitere Familienserien danach. Zu den Darstellern zählten berühmte Größen aus den glanzvollen UFA-Zeiten wie Hans Söhnker und Jane Tilden. Junge Schauspieler starteten mit dem „Forellenhof" ihre Fernsehkarrieren, darunter Helga Anders und Helmut Förnbacher, der sich in der SWR Dokumentation an besondere Szenen aus den Hotelgeschichten erinnert.

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Forellenhof - Eine Legende kehrt zurück

Doku über Kultserie und Traditionshaus

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Er war der Vater des Erfolgs: Heinz Oskar Wuttig, der Drehbuchautor der wohl erfolgreichsten SWF Fernsehserie.

Er war der Vater des Erfolgs: Heinz Oskar Wuttig, der Drehbuchautor der wohl erfolgreichsten SWF Fernsehserie.

Eine illustre Schauspieler-Riege hatte der Südwestfunk damals zusammen bekommen: Hans Söhnker, einer der großen UFA-Stars, war der Hotelpatriarch Otto Buchner, und Jane Tilden spielte seine Frau (links im Bild: Hans Söhnker, hier bei einer Szenenbesprechung mit dem Drehbuchautor Heinz Oskar Wuttig.)

Gerhart Lippert (links) war Sohn Jörg, der Juniorchef, Helmut Förnbacher spielte Klaus, den studierenden Sohn des Hotelchefs. Ihr Großvater, Adi Dell war der Senior, Franz Buchner. Dazwischen der lichtsetzende Kameramann, der Herr mit Taschentuch Regisseur Wolfgang Schleif.

Fernsehen war damals was ganz besonderes und mit einem riesigen Aufwand an Technik und Personal verbunden, ungleich höher als heute. Die Serie war gleichzeitig Beginn von großen Schauspielerkarrieren - neben Helmut Förnbacher (ganz links) die damals 16-jährige Helga Anders. Sie spielte die Tochter Christa. Im Hintergrund Schauspielerin Jane Tilden, die Ehefrau Anna des Hotelchefs.

Bis heute unverändert - der Drehort Forellenhof. Für die Außenaufnahmen betrieb das Drehteam einen hohen Aufwand: für die Kamera legt man Schienen, um Bewegungen zu filmen.

Zwei Mann waren an der Kamera beschäftigt, ein Mann war fürs Licht zuständig, und einer hat den Kamerawagen geschoben, den sogenannten Dolly. Links mit weißer Mütze Regisseur Wolfgang Schleif, und ganz links der Herr an der Filmklappe.

Gedreht haben die SWF-Kameraleute auf 35 mm-Film, also wie fürs Kino. 10 Minuten Aufnahme kosteten schon 1.000 Mark Material – viel Geld damals.

Aus der Folge 2: "Bitte nicht stören": Das ganze Hotel-Personal sorgt sich um einen Gast, der die Tür nicht öffnet. Der Juniorchef geht nachschauen. In der heilen Serienwelt ging es ganz harmlos zu: Die Befürchtungen waren unbegründet - es war nur eine völlig überarbeitete Hotelbesitzerin, die sich mal richtig ausschlafen wollte.

Eine Filmszene handelte vom Wassermangel im Forellenteich...

...und die Baden-Badener Feuerwehr "rettet" die Fische.

Heute Oldtimer - damals die imposante Fahrzeugflotte des Film-Stabes. Die Busse waren auch nötig, denn die Schauspieler mussten zu den Innenaufnahmen ins nahegelegene SWF-Studio auf den Fremersberg gefahren werden.

Alle Innenaufnahmen des Forellenhofs drehte das Team im SWF-Studio Baden-Baden. Statt Schienen wurde der Dolly mit Gummireifen versehen - so konnten Bewegungen und Fahrten visuell umgesetzt werden. Die Dolly Technik gibt es bis heute. An dieser Stelle steht heute übrigens die Kulisse der SWR-Serie "Die Fallers".

Für aufwendige Kamerabewegungen setzte man im Studio den Kran ein. Vorne Kameramann Adalbert Plica, der vom zweiten Mann am Kran hinten "bewegt" wird.

Kameramann Adalbert Plica machte Karriere in den USA, kehrte später zurück und führte Regie bei 80 Folgen der SWR-Serie "Die Fallers".

Der berühmte Porsche des Juniorchefs Buchner bei einem Außendreh in Baden-Baden Oberbeuern. Auf dem Rücksitz die kleine Buchner-Schwester, gespielt von Helga Anders. Die Kameraleute filmen aus einem offenen Citroen 2CV.

Mit Drehbuchautor Heinz Oskar Wuttig beschließen wir unsere Reihe - er hat sich in einer Folge sogar selbst eine Rolle auf den Leib geschrieben: er spielte einen gestressten Berliner, der im Schwarzwald für sich und seinen Hund Erholung sucht. Der Hund "August" war sein eigener, und der beste Freund von Boxer "Kuni", Haus-und Hofhund der Serie.


Geschichten und Geschichte

Besondere Erinnerungen an die Dreharbeiten hat auch Adalbert Plica, damals Kameramann. Er erzählt in den Kulissen einer anderen SWR Erfolgsserie, der „Fallers“, seine Forellenhof-Geschichten. Dass das Interview in einem der beiden Studios der Fallers stattfindet, ist kein Zufall, beherbergte es doch damals die Kulissen des Forellenhofs. Dies ist nicht die einzige Gemeinsamkeit der beiden Produktionen. Der Forellenhof diente einige Staffeln lang auch der Serie rund um eine Schwarzwaldfamilie als Kulisse und der ehemalige Kameramann Plica kehrte als Regisseur der „Fallers“ nach Baden-Baden zurück.

Waldhotel Forellenhof heute

Viele Fans pilgern immer noch an den Drehort nach Baden-Baden, und besuchen den Forellenhof

Der Forellenhof heute

Einst Schauplatz von Dreharbeiten, Pilgerstätte von Fans oder einfach nur beschauliches Schwarzwaldhotel, stand der echte Forellenhof jahrelang leer. Dann kam das Hotelierspaar Madeleine Holl und Oliver Vetter.

Oliver Vetter & Madeleine Holl vom "Waldhotel Forellenhof"

Oliver Vetter & Madeleine Holl vom "Waldhotel Forellenhof"

Sie haben mit dem „Waldhotel Forellenhof“ ihren Traum verwirklicht: „Wir wollten immer ein Haus mit Geschichte, um Werte zu haben, um diese Wohlfühlatmosphäre wieder aufleben zu lassen“, erzählt Vetter. Eine große Herausforderung: Die Dokumentation begleitet die beiden an den ersten turbulenten Tagen der Wiedereröffnung im Dezember 2015 und zieht Vergleiche zum Serienbetrieb 1965.



Sendehinweis:

„Forellenhof – Eine Legende kehrt zurück“ von Harold Woetzel: Sonntag, 16. April 2017, um 17:15 Uhr im SWR Fernsehen

Sendung vom

So, 16.4.2017 | 17:15 Uhr

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