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Ein Stapel Zeitungen

Empörte Bürger – die neue Macht im Land? Wortwörtlich: Zitate zum Thema

Überall brodelt es, die Wut und Empörung wächst: Gegen Flug- und Bahnlärmbelästigung, zweifelhafte Großprojekte, Windräder-Parks oder die Aufnahme von tausenden von Flüchtlingen in Deutschland. Eine Übersicht deutlicher Zitate und Studien zum Thema.

"Doch das Ausmaß dieses allgemeinen Angeödetseins nimmt in einer Weise zu, die sich mit dem gängigen Gerede über Politikverdrossenheit bei weitem nicht mehr beschreiben, geschweige denn erklären lässt. Hier liegt das gravierendste Demokratieproblem der näheren Zukunft."
Burkhard Müller-Ulrich, Deutschlandfunk 15.8.2015

"Für mich hat Empörung stets ein Doppelgesicht, sie ist Instrument der Aufklärung und der Gegenaufklärung, der positiven Enthüllung und der inhumanen Attacke."
Prof. Dr. Bernhard Pörksen (Tübingen), FAZ, 24.7.2015, Seite 13

Der französische Konservative Philippe Séguin hat gesagt: "Dort wo die Demokratie existiert, wird immer weniger entschieden und umgekehrt, dort, wo immer mehr entschieden wird, ist keine Demokratie mehr."
Spiegel online, 6.8.2015 zur politischen Apathie (Deutschland, dein Elend ist die Mitte – von Jakob Augstein)

"Unser Innenminister sagte, er sei wütend und fassungslos. Es wäre besser, er hätte einen Plan, um die Probleme in den Griff zu bekommen. Wütend und fassungslos sind wir ja selbst."
Gabor Steingart, Herausgeber Handelsblatt, Morning Briefing, 28.8.2015

"Das Letzte, was hilft, sind übrigens all die Denk- und Sprechverbote, die die deutschen Debatten prägen."
Jens Spahn, CDU-Präsidiumsmitglied, Hamburger Abendblatt, 17.8.2015, Seite 3

"Unsere Demokratie kann manches ertragen, nur keine Sprachlosigkeiten: Wo vieles unsagbar bleibt, kommen die Unsäglichen."
Gabor Steingart, Herausgeber Handelsblatt, Morning Briefing, 26.8.2015

"Die Verwandlung von Angst in Furcht, sei es durch kommunikatives, s(i)mbolisches oder instrumentelles Handeln, ist eine der herausgehobenen Aufgaben von Politik. (...) Sie schöpft nicht zuletzt daraus ihre Legitimität und Akzeptanz bei den Bürgern."
Prof. Dr. Herfried Münkler, Süddeutsche Zeitung, 29./30.8.2015, Seite 5

"Den Parteien laufen nicht nur die Mitglieder davon, es gehen ihnen auch die Ideen aus. Womöglich hat das eine mit dem anderen zu tun."
Jürgen Kaube, FAZ-Herausgeber, FAZ 18.7.2015, Seite 11

Grafik zur Wahlbeteiligung der sozialen Milieus



Auf Platz 5 des aktuellen "Angst-Barometers" der "Ängste der Deutschen":

"Die deutschen haben große Angst vor ..." fragt die R+V Versicherung seit 1992 in einer Langzeitstudie, die von dem ausgewiesenen Demokratieforscher Prof. Dr. Manfred G. Schmidt (Heidelberg) ausgewertet wird. 48 Prozent der Befragten haben Angst vor der "Überforderung der Politiker." (Platz 5 unter 18 Nennungen). Ein beachtlicher Befund. Jeder Zweite glaubt sogar, dass es eine "Überforderung von Bürgern/Behörden durch Asylbewerber" gibt.

Spiegel-Umfrage zur Bürgernähe von Politikern: Nur jeder Fünfte zufrieden

"78 Prozent der Befragten meinen, dass Bundestagsabgeordnete in der Regel weniger oder gar nicht gut darüber im Bilde sind, wo die Bürger der Schuh drückt. 20% meinen, schon."

"80 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Politiker in Deutschland in der Regel nicht genug tun, um sich über die Sorgen und Interessen der Bürger auf dem Laufenden zu halten. 17 Prozent finden, sie tun genug."
TNS-Forschung vom 20. Bis 22. April 2015

Forsa: Eine Mehrheit der Deutschen traut keiner Partei Lösungskompetenz zu

"Eine Mehrheit von 51 Prozent (der Deutschen) traut keiner Partei zu, mit den Problemen im Land fertig zu werden – darunter immerhin 42 Prozent der SPD- und 28 Prozent der CDU-Sympathisanten."
Stern-Wahltrend vom Institut forsa, 10.6.2015