Folge 656 22.09.2007 Reisetagebuch

Es ist eine Reise der ganz besonderen Art: die gesamten 2.500 Kilometer von Nürnberg nach Istanbul, zum alten Bahnhof Sirkeci werden mit Dampf zurückgelegt.

Dauer

Istanbul

Mit 15 Millionen Einwohnern ist Istanbul die größte Stadt der Türkei, eine der größten Europas und die einzige, die sich über zwei Kontinente erstreckt.
Die Schönheit der Stadt haben wir buchstäblich am Rande und in der Silhouette mitbekommen. Leider hat auch am vierten Tag in Folge die Sonne ihre Mitarbeit verweigert, so dass die Metropole am Bosporus sich in einem grauen Licht präsentierte. Bedauerlich, aber nicht zu ändern. Wir sehen die wichtigsten Gebäude, lassen uns den Wind bei der Bosporus-Überfahrt um die Nase wehen und uns die einheimische Küche munden. Die Preise sind für unsere Verhältnisse moderat, allein alkoholische Getränke sind beinahe teurer als bei uns, Dank der Luxussteuer der neuen islamischen Regierung der Türkei.

Unterschiedliche Bahnhöfe

Während der Bahnhof im europäischen Teil 1890, Istanbul Sirkece eröffnet worden ist, im Stile eines französischen Schlosses, um den Gästen des Orientexpress einen würdigen Empfang zu bereiten, ist der Bahnhof auf der gegenüberliegenden Seite von deutschen Architekten in einem völlig anderen Stil entworfen worden. Er wirkt mit seinen Türmen auf den Ecken wie ein überdimensioniertes Wasserschloss. Der Bahnhof Hayderpascha ist der größere von beiden. Von ihm startet heute der Fernverkehr in Richtung Osten. Man sieht, dass das wilhelminische Deutschland die befreundetet Türkei beim Eisenbahnbau sehr unterstützt hat. Die Loks kamen aus deutscher Fertigung, eine Krauss-Lok von 1874 steht als Denkmal in Sirkece, dazu kam das Know-how von der preußischen Staatsbahn. Sogar das Flügelrad hat Einzug in des Signet der türkischen Staatsbahn gefunden.

Straßenverkehr

Auf einem kleinen Straßenbahnrundkurs sind Fahrzeuge aus der Gothaer Fertigung unterwegs. Zwei Triebwagen, die aber von ihrem Fassungsvermögen nicht ganz auf den Ansturm unserer Gruppe ausgerüstet war. So mussten die deutschen Wagen leider ohne deutsche Fahrgäste ihre Runde drehen. Auch die Fußgänger waren in riesigen Mengen unterwegs. Manche Straße war buchstäblich schwarz vor Leuten. Anschließend bekamen wir einen Einblick in den Istanbuler Straßenverkehr und waren froh, weder fliegender Händler sein zu müssen, die im stehenden Verkehr ihre Waren verkaufen wollen, noch Autofahrer, die diese Stehtortour jeden Tag erleben dürfen.

Persönliches Foto

Der Abend endete bei einem Abendessen mit Bauchtanz, wobei von jedem Gast ein Foto mit der lächelnden Bauchtänzerin geschossen wurde. Die Vorstellung war professionell, man merkte, dass die Gruppe regelmäßig im Einsatz ist. Dennoch ist es eindrucksvoll, einen Einblick in die türkische Volkstanzkultur zu erhalten und die Bauchtänzerinnen sind ohnedies ein sehenswerter Anblick, der sich mit Staunen paart, wenn sich die jungen Damen zur Musik rhythmisch in Bewegung setzen.
Viele Fotoapparate klickten, wenn die jungen Damen den Bauch oder den Schleier Kreisen ließen. Die Atmosphäre von Tausendundeiner Nacht füllte für ein paar Augenblicke den Raum.

EIN FILM VON
STAND