Ausstrahlung bei arte: 22.08. | 17:50 Uhr

Mit dem Zug zwischen Iser- und Riesengebirge

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AUTOR/IN
Kirsten Ruppel

Ein Zug verbindet: Er erklimmt den Kamm der Sudeten und hangelt sich zwischen Iser- und Riesengebirge durch. Seit 2010 gibt es diesen grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Tschechien und Polen wieder.

Landschaften, Städte und Menschen spiegeln die wechselvolle Geschichte einer besonderen Grenzregion wider. So hieß das tschechische Liberec einst Reichenberg und gehörte zu Österreich Ungarn. Mit der Straßenbahn lässt sich die Innenstadt mit ihren prachtvollen Villen erkunden.

Das Viadukt bei Morgenstern (Smržovka)  ist ein Highlight auf der Zugstrecke von Liberec nach Szklarska Poręba. Es wurde Ende des 19. Jahrhunderts gebaut. Eine Zeit, in der Nordböhmen zu Österreich-Ungarn gehörte.  (Foto: SWR, Kirsten Ruppel)
Das Viadukt bei Morgenstern (Smržovka) ist ein Highlight auf der Zugstrecke von Liberec nach Szklarska Poręba. Es wurde Ende des 19. Jahrhunderts gebaut. Eine Zeit, in der Nordböhmen zu Österreich-Ungarn gehörte. Kirsten Ruppel Bild in Detailansicht öffnen
Das Bober-Viadukt kurz vor Jelenia Gora ist eins der großen Eisenbahn-Bauwerke auf der Strecke. Inzwischen ist es in viel Grün gehüllt und nicht mehr leicht zu filmen und fotografieren. Kirsten Ruppel Bild in Detailansicht öffnen
In Szklarska Poręba Gorna, früher Oberschreiberhau genannt, muss man umsteigen vom tschechischen in der polnischen Zug, der dann weiter nach Jelenia Gora fährt. Kirsten Ruppel Bild in Detailansicht öffnen
Zwischen Tanvald und Harrachov verkehren zu besonderen Anlässen Sonderzüge mit Zahnradloks aus den 1960er Jahren. Unterwegs weicht der historische Zug dann aus, um den Regel- und Gegenverkehr durchzulassen. Kirsten Ruppel Bild in Detailansicht öffnen
Jakuszyce, früher Jakobstal genannt, ist der am höchsten gelegene Bahnhof Polens. Als er und die Verbindung über den Neuweltpass 1902 gebaut wurde, war er der höchste Preußens. Kirsten Ruppel Bild in Detailansicht öffnen
Auf der Zugreise zwischen Iser- und Riesengebirge geht es durch dichte, einsame und verwunschene Wälder, in denen die Geschichten rund um den Berggeist Rübezahl spielen. Manche Menschen in den Bergen glauben sogar heute noch an die Sagengestalt. Kirsten Ruppel Bild in Detailansicht öffnen

Jablonec nad Nisou, früher Gablonz, ist seit jeher für kunstvollen Glasschmuck bekannt.  Die überwiegend sudetendeutschen Unternehmer mussten nach dem Zweiten Weltkrieg gehen, doch es gibt auch heute wieder erfolgreiche Hersteller.  

Hinter Tanvald beginnt eine Zahnradbahnstrecke, die zum Kulturdenkmal erklärt worden ist. Nach zahlreichen Tunneln geht es über die Iserbrücke, die erst die Grenze zwischen Österreich-Ungarn und Preußen und dann zwischen der Tschechoslowakei und Deutschland war.

Weitere Etappen sind der Wintersportort Harrachov, der Neuweltpass zwischen Iser- und Riesengebirge mit der heutigen Grenze nach Polen und Szklarska Poręba, ehemals Schreiberhau. Hier glauben Schatzsucher noch an den Berggeist Rübezahl.

Im Hirschberger Tal dann beeindrucken schmucke Schlösser. Einige haben die Nachfahren der Erbauer liebevoll in Schlosshotels verwandelt. In Jelenia Góra, früher Hirschberg, endet die Reise. Der Zug hat zwei Länder und zahlreiche Menschen miteinander verbunden.

(ESD arte: 22.08.2022 17:50 Uhr)

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