Folge 913

Bilder von Wien und seinen Bahnen

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Ein Regionalzug der ÖBB (Österreichische Bundesbahnen) auf einer Brücke über den Donaukanal. (Foto: SWR, Helmut Frei)
Ein Regionalzug der ÖBB (Österreichische Bundesbahnen) auf einer Brücke über den Donaukanal. Helmut Frei
Und gerade in Wien Westbahnhof angekommen die private Westbahn aus Salzburg. Derzeit verbinden 14 Eisenbahnachsen Wien und das Umland der Metropole. Wissenschaftler der Technischen Universität wollten wissen, welche Chancen die Eisenbahn im Wiener Pendlerverkehr hat. Sie stellten fest, dass rund 90 Prozent der Pendler und Pendlerinnen im Umkreis von neun Kilometern zum nächsten Bahnhof wohnen. Sie könnten also die Eisenbahn viel besser nutzen. Helmut Frei
Wiener Küche ist viel mehr als Wiener Schnitzle. Zuwanderer brachten auch ihre heimatlichen Esskulturen mit, die heute fester Bestandteil der „Wiener Küche“ sind. Dabei handelte es sich oft um einfache Speisen wie Palatschinken oder Gerichte mit gewissen Innereien, die manche Feinschmecker heute wieder wertschätzen, viele andere Konsumenten jedoch meiden. Wien ist die einzige Großstadt, die einer regionalen Küche den Namen gegeben habe, sagen Kulturhistoriker. Helmut Frei
Eine U-Bahn auf der Stammstrecke der alten Stadtbahn. Sie verläuft im Tal des Flüssleins Wien, das in die Donau mündet. Als die Stadt aus allen Nähten platzte, war der Ruf nach einem modernen Massenverkehrsmittel immer lauter geworden. Die ärmeren Schichten der Bevölkerung begnügten sich mit der Straßenbahn, wenn sie sich das überhaupt leisten konnten – oder zu Fuß gingen. Helmut Frei
Hofpavillon – der Kaiserbahnhof der Wiener S-Bahn: Nur wenige hundert Meter von Schloss und Park Schönbrunn entfernt, erstrahlt nun wieder in altem Glanz ein Stationsgebäude der Wiener S-Bahn, das eigens für Kaiser Franz Josef errichtet wurde. Entworfen hat es der Architekt und Stadtplaner Otto Wagner (1841- 1918). Er war 1894 mit der künstlerischen Gestaltung der Wiener Stadtbahn beauftragt worden. Helmut Frei
Hofpavillon – der Kaiserbahnhof der Wiener S-Bahn. Der Architekt Otto Wagner wollte mit dieser exklusiven Station Seine Hoheit auch von der Notwendigkeit eines modernen Massenverkehrsmittels überzeugen. Aber Franz Josef ist dort nur zweimal in einen Zug gestiegen. Helmut Frei
Schon zu Otto Wagners Zeiten besaß Hütteldorf eine der größeren Stationen der Wiener S-Bahn. Und sie ist ein wichtiger Knotenpunkt an der Nahtstelle zwischen den Ausläufern der Großstadt Wien und dem angrenzenden Wienerwald, heute UNESCO-Biosphärenpark. In Hütteldorf  endet nicht nur die Stammstrecke der Wiener U-Bahn durch das Tal des Flüsschens Wien, sondern endet und beginnt auch die „Vorortelinie“ in den Wiener Stadtteil Heiligenstadt. SWR - Helmut Frei
Die Wiener Lokalbahn – sie verbindet die Metropole mit dem Kurort Baden bei Wien. Eine Stunde dauert die Reise hinaus aufs Land. Von der Haltestelle Oper im Zentrum Wiens führt die Lokalbahn zunächst als Straßenbahn an die südliche Peripherie der Stadt, um schließlich als waschechte Regionalbahn den Kurort Baden zu erreichen. Mit dem Bahnanschluss blühte der Ort im 19. Jahrhundert auf. Endpunkt der Strecke in Baden ist der „Josefsplatz“. Wie sollte er auch anders heißen in diesem Städtchen, das noch den Geist der k.u.k-Monarchie versprüht. Helmut Frei
Mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes beschleunigte sich der Zuzug nach Wien. Das war schon früher so. Vor allem aus dem osteuropäischen Teil der k.u.k.-Monarchie, aber auch aus den entlegenen Bergregionen Österreichs und anderen Ländern, machten sich bereits vor dem Ersten Weltkrieg viele Menschen auf nach Wien, mit bangen Gefühlen und großen Hoffnungen.  Heute zieht Wien wieder viele Arbeitnehmer und Wohungssuchende an. SWR - Helmut Frei
Die U-Bahn Station Gumpendorfer Straße liegt in einer Kurve der als Hochbahn angelegten ehemaligen Stadtbahntrasse am „Gürtel“. Er umschließt den westlichen Teil der Innenstadt. Der Kaiser konnte sich nicht so recht mit der Stadtbahn anfreunden. SWR - Helmut Frei
Die denkmalgeschützte Station Hernals an der „Vorortelinie“. Auf ihr fahren Züge der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Diese Strecke vermittelt teilweise den Eindruck einer Mittelgebirgsbahn. Sie schlängelt sich an den Ausläufern des Wienerwalds entlang und führt durch einige stellenweise noch kleinstädtisch anmutende Vororte. Diese Bahnlinie drohte zeitweise sogar stillgelegt zu werden. Heute ist sie ein bahntechnisches Kleinod. SWR - Helmut Frei
Die „Löwenbrücke“ Nussdorf ist nur ein paar Schritte vom Nussdorfer Bahnhof entfernt: Eine Wehr- und Schleusenanlage, entworfen von Otto Wagner. Ohne ihn sähe Wien heute anders aus. Er war Architekt, Stadtplaner und Ingenieur in einer Person. Die Gestaltung technischer Anlagen betrachtete er auch als eine künstlerische Herausforderung. In diesem Sinne widmete er sich nicht nur der Stadtbahn, sondern auch der Donauregulierung. Durch dieses Mammutprojekt sollte Wien von regelmäßigen Überschwemmungen verschont bleiben. Helmut Frei
Jede Brücke der Stadtbahn ist ein Kunstwerk, bei dem Otto Wagner von ihm und seinem Architekturbüro entwickelte und in Serie hergestellte Elemente kombinierte. Damit sparte er Zeit und Geld. So genügte er auch seinen eigenen hohen Ansprüchen an das Erscheinungsbild moderen Technik in der Großstadt.    SWR - Helmut Frei
1927 nehmen die Wiener Lokalbahnen neue elektrische Triebwagen in Betrieb. Doch schon 1906 war die Wiener Lokalbahn auf der gesamten Länge mit einem einheitlichen System (Wechselstrom) ausgerüstet und im Mai 1906 begann dann auf der bis heute bestehenden Strecke Wien-Oper – Baden Josefplatz der umsteigefreie Betrieb mit durchgehenden Zügen. Wiener Lokalbahnen -
Sieht irgendwie gemütlich aus – eine Dampflok zieht eine Stadtbahn. Und doch spürt man die Hektik der modernen Großstadt, die um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert Gestalt annimmt. Oben die Stadtbahn, aus der eine U-Bahnlinie wurde, und unten die Straßenbahn. Die Vernetzung der „Öffis“ ist also keine neue Erfindung. Die Schritte und Pfade dieser Entwicklung lassen sich in der „Remise“ nachvollziehen. Das ehemalige Straßenbahndepot ist zum Verkehrsmuseum der Wiener Linien geworden. Verkehrsmuseum der Wiener Linien - Hans Baierl
Das ist Ulf, die „Ultra Low Floor“-Straßenbahn in  Wien. Straßenbahn mit extrem niedrigen Einstieg, je nach Jahreszeit zwischen 21 und 25 Zentimeter. Niederflur  von vorne bis hinten. Sperrige Hochbahnsteige braucht diese „Bim“, wie man in Wien zu den Straßenbahnen sagt, nicht. Und sie ist extrem wendig, schafft also auch die  engen Straßen der Innenstadt. Als die ersten dieser Züge 1995 in Betrieb gingen, galten sie als Sensation. SWR - Helmut Frei
Eine Straßen-Bahn-Kreuzung am „Gürtel“. Diese Verkehrsachse begrenzt auf der Westseite die Wiener Innenstadt. Auch in Wien gab es in den 1960er und -70er Jahren Überlegungen, die Straßenbahn abzuschaffen. Sieht man die Entwürfe damals angedachter Stadtautobahnen für das Zentrum der Stadt, überkommt einen das große Grausen. Gemessen an manchen deutschen Großstädten wurden sie nur ansatzweise verwirklicht. SWR - Helmut Frei
„Electric City Bus“ beim Strom-Nachtanken. 2012 begann in Wien die Umstellung der „City-Bus“-Linien auf abgasfreien Elektrobetrieb. An den Endhaltestellen werden die auf dem Dach befindlichen Batterien innerhalb von zehn Minuten aufgeladen. Die kurzen Busse sind wendig, komfortabel und sehr leise. In Wien zieht der öffentliche Stadtverkehr alle Register. SWR - Helmut Frei
Pendlerbeziehung – auch mit dem neuen Cityjet rücken Umland und Metropole zusammen: der schicke und komfortable Triebwagen soll der neue Star im Nahverkehr der ÖBB werden. Breite Türen, Klimaanlage, durchgesylt. Der Zug passiert gerade Nussdorf, einen der bekannten Weinorte an der Stadtgrenze Wiens. Er liegt an der 1872 eröffneten Franz-Josefs-Bahn, die ihren Namen zu Ehren des ehemaligen österreichischen Kaisers bekam. Sie führte bis nach Prag. Helmut Frei
Erinnerung an den alten Südbahnhof.  Der steinerne Löwe in der Empfangshalle des neuen Wiener Hauptbahnhofs. Ursprünglich thronten er und ein paar der Kollegen dieses venezianischen Wappentiers an der Fassade des Südbahnhofs. Er war der größte Personenbahnhof Wiens und musste schließlich dem neuen Hauptbahnhof Platz machen. Im Südbahnhof verkehrten Züge, die Wien, die Hauptstadt der Habsburger Doppelmonoarchie, außer mit der Sommerfrische Semmering auch mit Venedig, Triest und der österreichischen Riveria. SWR - Helmut Frei
Wien Hauptbahnhof - endlich eine richtige Zentralstation. Der Traum ist  wahr geworden. Das richtige Ambiente für den „Railjet“, den Vorzeigezug der der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Seit 2015 läuft im neuen Hauptbahnhof nach einer Übergangsphase der volle Betrieb. SWR - Helmut Frei
Stammgast im neunen Wiener Hauptbahnhof ist der „Railjet“. Eine Flotte von 60 dieser Züge setzen die Österreichischen Bundesbahnen ein. Die eleganten Züge führen ein Bordrestaurant. Gebaut hat sie die Wiener Eisenbahnfabrik von Siemens. In Dienst gestellt wurden sie zwischen 2008 bis 2016. Nur Fliegen ist schöner – na ja! SWR - Helmut Frei
Die kompakten Einheiten der Railjets verknüpfen mittlerweile alle Landeshauptstädte unseres Nachbarlandes außer Eisenstadt (Burgenland, vor den Toren Wiens), aber auch zahlreiche andere Städte und Gemeinden Österreichs mit Wien. Und von überall her, ob Graz oder Innsbruck, gibt es Direktverbindungen mit dem internationalen Wiener Flughafen, selbst von Bregenz am Bodensee. Aber Vorsicht! Österreich ist größer als auf den ersten Blick zu vermuten ist Sieben Stunden und 17 Minuten dauert zum Beispiel bis nach Salzburg. SWR - Helmut Frei
Verkuppelt. Damit möglichst viele Städte und Regionen in den Genuss der neuen Fernzüge kommen, praktizieren die ÖBB mehr als die Deutsche Bahn AG das „Flügeln der Züge“. Das heißt: auf mehreren Bahnhöfen werden Railjet-Züge mit unterschiedlichen Start- und Zielbahnhöfen zusammengekoppelt bzw. getrennt. Nicht richtig überzeugt hat jedoch der Versuch, durch eine Extraklasse, die mehr bietet als die traditionelle Erste und Zweite Klasse, vor allem Geschäftsreisende zu überzeugen. SWR - Helmut Frei
Blau-weißer Railjet der tschechischen Staatbahn: Dieser Zug ist einer von sieben Railjets, den die tschechische Staatsbahn für die Verbindung mit Österreich orderte. Aber nicht nur die tschechische Hauptstadt Prag ist inzwischen in das Railjet-Netz eingebunden, auch Budapest, Zürich und München sind es. SWR - Helmut Frei
Einige Felder des Sonnwendviertels sind bebaut. Zielvorstellung ist eine großstädtisch dichte Siedlung unmittelbar beim neuen Hauptbahnhof. Ein Standortvorteil. Erschlossen wird das Sonnwendviertel nicht zuletzt durch die Verlängerung einer Straßenbahnlinie. Der geplante „Bildungscampus“ mit Schulen und Kindergärten ist bereits fertiggestellt, ebenso der großzügige Bürgerpark. Neuzugezogene haben ihn in Besitz genommen. SWR - Helmut Frei
Otto Wagner Museum. Sein Motto: was nicht praktisch ist, kann nicht schön sein. Und in einem Buch formulierte Wagenr 1896: „Alles modern Geschaffene muss dem Materiale und den Anforderungen der Gegenwart entsprechen, wenn es zur modernen Menschheit passen soll". Im April 2018 wird der 100. Todestag dieses wahren Baumeisters begangen. Ein guter Einstieg, ihn kennen zu lernen, ist eine Rundtour mit der Stadtbahn. SWR - Helmut Frei
Plakattafel beim neuen Hauptbahnhof. Wien macht es vor, wie die effektive Planung eines neuen ahnhofsviertels aussehen kann. Alle Beteiligten setzen sich frühzeitig an einen Tisch. Sie suchen und  finden Lösungen, die den Bedürfnissen vieler Wohnungssuchender und namhafter Investoren von Bürokomplexen entsprechen. Das Neubauquartier lässt Spielraum für großzügige Grünanalgen, aber auch für die Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs einschließlich Eisenbahn und Straßenbahn. SWR - Helmut Frei
Ein modernes Stadtquartier mit geförderten und frei finanzierten Wohnungen. Das Sonnwendviertel, das auf einem weiten, einst von Gleisen und anderen Bahnlagen verunstaltetem Gelände des abgerissenen Südbahnhofs im Entstehen ist. Geplant sind 5.000 Wohnungen für etwa 13.000 Menschen und etwa 20.000 Arbeitsplätze. SWR - Helmut Frei
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