Folge 802 XL Mit dem Zug durch den Norden Argentiniens

El Tren a las nubes – der Zug in die Wolken bringt seine Passagiere in die überwältigende Landschaft der argentinischen Puna. Seine 16-stündigen Reise beginnt in der Provinzhauptstadt Salta auf 1600 m und führt hinauf in die Anden-Kordilleren. Höhepunkt der Bahnfahrt ist der Umkehrpunkt hinter dem Viadukt Polvorilla auf 4200 m Höhe.

Dauer

Der Ramal C 14, so wird in Argentinien die Strecke genannt, zählt zu den höchsten und eindrucksvollsten Schienenwegen der Welt. Eröffnet wurde sie 1948 als Güter- und Personenzugstrecke bis an die Grenze zu Chile, wo sie auf dortiger Seite bis an die Küstenstadt Antofagasta weitergeführt wurde. Geplant hat sie der amerikanische Eisenbahningenieur Richard Maury, der noch heute wegen dieses waghalsigen Projekts von vielen bewundert wird.

Folge 802 XL Mit dem Zug durch den Norden Argentiniens

Tren a las nubes (Foto: SWR, SWR - Susanne Mayer-Hagmann)
Ziel der Zugreise, der Viadukt "la Povorilla", höchster Viadukt der Welt auf 4200 m Höhe. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Tren a las nubes SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Wildesel in der Puna SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Bis in die 60er Jahre war hier der Dampfzug unterwegs. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen

Der Film lädt ein zu einer Reise mit dem Touristenzug Tren a las nubes und macht mit den nordargentinischen Provinzen Salta und Jujuy bekannt. In einer sogenannten Pena, einer traditionellen Musikkneipe, wird der Zuschauer zunächst einmal auf das argentinische Lebensgefühl eingestellt. Weiter auf dem Reiseplan steht u.a. der Besuch der einstigen Kolonialstadt Salta, ihre Drahtseilbahn und ihr Eisenbahnmuseum.

Bei einem Abstecher in die Valles des Chalchaquiès , einer riesigen Tälerkette, geht es in den Nationalpark Los Cardones, wo tausende von Kandelaberkakteen stehen – "Wächter", wie die Einheimischen sagen. In einem der Hochtäler werden die vom Aussterben bedrohten Vicunas gezüchtet, eine neben den Lamas und Guanakos wegen ihrer Wolle sehr begehrten Spezies der "südamerikanischen Kamele". Davon abhängig sind auch die Kunsthandwerker der Region. In einer Schule im Dorf Molinos werden Kinder in den traditionellen Fertigkeiten unterrichtet.

Unbedingt empfehlenswert ist der Besuch des Weingutes Colomé mit dem höchsten Weinanbau der Welt. Hier kann man einen Malbec verkosten, der vor über 160 Jahren von Frankreich nach Argentinien verpflanzt wurde. Ebenfalls einzigartig und ungewöhnlich in Colomé: ein Museum, das hier eigens für den amerikanischen Künstler James Turrell errichtet wurde.

Über die drittgrößten Salzseen der Welt, die Salinas Grandes, gelangt man in die Quebrada de Humahuaca, eine gewaltige Schlucht, die aufgrund ihrer farbenprächtigen Felsformationen auf der Liste der Unesco-Weltkulturerbe steht. Einstmals fuhr auch hier ein Zug, ein Umstand, den sich der weit über die Grenzen Argentiniens bekannte Musiker Fortunato Ramos wieder zurückwünscht: eine Eisenbahn im Norden Argentiniens nicht nur für zahlkräftige Touristen, sondern für die Menschen, die in dieser wunderschönen, aber harten Landschaft leben.

(ESD: arte 14.06.2013)

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