Folge 906 XS Mit dem Zug durch Sri Lanka

Das Streckennetz der Eisenbahn Sri Lankas wurde im 19. Jahrhundert von den Briten geschaffen und hat sich seit dem nur unmerklich verändert. Vielleicht macht gerade das den Charme und die besondere Atmosphäre aus. Unsere Entdeckungsreise mit der Bahn führt uns auf der Main-Line von Colombo ins Hochland nach Badulla.

Folge 906 XS Mit dem Zug durch Sri Lanka

Colombo (Foto: SWR, SWR - Alexander Schweitzer)
Colombo, Hauptstadt von Sri Lanka, dem ehemaligen Ceylon SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Hauptbahnhof Colombo Fort im Herzen der Stadt SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Eine besondere Fahrt, auf einer besonderen Strecke. Es ist die erste Bahnlinie des Landes. Main Line wird sie genannt. Die ersten 54 Kilometer bis Ambepussa feiern in diesem Jahr 150sten Geburtstag. Vielleicht macht gerade das den Charme und die Atmosphäre dieser Zugreise aus, die seit jeher für die Menschen in Sri Lanka eine ganze eigene Bedeutung hat. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Unser Zug, gezogen von der Class S12 MCG 923, auf der Main Line kurz vor dem Bahnhof Pattipola SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Im Bahnhof an den Gleisen SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Diesellok 813. Das Streckennetz Sri Lankas umfasst etwa 1.500 Kilometer und zwar in Breitspur. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Auf der Main Line fährt der Zug auch direkt durch die Teeplantagen. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Die Gewinne der Teeplantagen machte das ehemalige Ceylon zur Lieblingskolonie der Briten. Die Teepflückerinnen bekamen damals als Lohn nur Reis zu essen. Heute sind es etwa drei Euro am Tag bei Arbeitszeiten von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Darüber spricht man allerdings nicht gern. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Ihre Blütezeit hatte die Main Line zur Zeit der britischen Herrschaft als sie als Plantagenbahn zum Transport von Waren und Tee benutzt wurde. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Zweimal am Tag fährt der Zug auf der Main Line in die Berge. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
In Rambukkana befindet sich Sri Lankas größter Touristenattraktion, das Pinnawela Elefantenwaisenhaus. Das tägliche Bad im Fluss Maha Oya ist dabei ein Augenschmaus sondergleichen. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Hier fährt die "Class S12 MCG 927". Ursprünglich wurde die Strecke für den Güterverkehr gebaut, es gab jedoch auch Waggons für Fahrgäste. Nur wenige Menschen nutzten den Zug. Nun bot die Eisenbahn vielen Hochlandbewohnern das erste Mal die Gelegenheit, nach Colombo zu fahren und dort das Meer und den Strand zu sehen. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Die Diesellok "Class M4 748". Die Main Line verläuft durch sehr unebenes Gelände, durch Schluchten und Senken, über Erdwälle und Böschungen und durch Tunnel. 42 Tunnel gibt es auf der Strecke von Colombo nach Badulla. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
"Class S12 MCG 927". Die Briten hatten die Bahn ursprünglich gebaut, um Tee zum Hafen in Colombo zu transportieren. Tee war allerdings nur ein Ersatz für Kaffee, der von einer Blattkrankheit, dem Kaffeerost, befallen wurde. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen

Schon der Bau vor 160 Jahren war abenteuerlich. Im Tiefland gab es Probleme mit sumpfigem Gelände und im Bergland musste die Strecke teilweise in den Fels gehauen werden. Viele der 3.000 Arbeiter kamen durch Malaria und Cholera ums Leben. Der Monsun mit Hochwasser und Erdrutschen tat ein Übriges, um den Bau zu behindern. Unterwegs besuchen wir in Pinnawela eines der größten Waisenhäuser für Elefanten. Nun beginnt der Aufstieg ins 500 Meter hohe Kandy, der Hauptstadt des letzten singhalesischen Königreiches. Hier steht der berühmte Zahntempel und in einem mehr als 600 Jahre alten Botanischen Garten können wir Flughunde beobachten.
In Hatton hält der Zug für Pilger. Hier beginnt der mehr als sechsstündige Aufstieg auf den Adam's Peak. Nach buddhistisch-singhalesischem Glauben sollte jeder gute Buddhist diesen Berg zumindest einmal im Leben bestiegen haben. Am nächsten Morgen rattert der Zug gemächlich weiter immer höher und höher. Nuwara Eliya, der höchster Ort der Insel ist die wichtigste Stadt für Teeplantagen. Die Stadt kann ihr koloniales Erbe nicht verleugnen. Und wem die Reisestrapazen nicht so gut bekommen sind, kann sich am Endpunkt der Strecke in Badulla durch die traditionelle Heilkunst Ayurveda wieder aufpäppeln lassen.

(ESD: 30.06.2018)

EIN FILM VON
STAND