Folge 869 Über dreizehn Brücken – Mit Diesel und Dampf durchs Obere Donautal

Das Auto kann man ruhig stehen lassen. Sightseeing geht im Oberen Donautal zwischen Tuttlingen und Sigmaringen am besten mit der Bahn.

Dauer

Eine der schönsten Strecken Baden-Württembergs folgt dem Flusslauf. Sie verläuft  meist eingleisig, ist noch nicht elektrifiziert und führt innerhalb von nicht mal 50 Kilometern über dreizehn Brücken. 

Folge 869 Bilder vom Oberen Donautal

Zum 125. Jubiläum der Teilstrecke Tuttlingen - Sigmaringen ging es mit Dampf durch das Obere Donautal. (Foto: Stadt Tuttlingen -)
Zum 125. Jubiläum der Teilstrecke Tuttlingen - Sigmaringen ging es mit Dampf durch das Obere Donautal. Stadt Tuttlingen - Bild in Detailansicht öffnen
Obere Donautal: Je Richtung verkehrt alle zwei Stunden ein IRE auf der nur eingleisigen, nicht elektrifizierten Strecke. SWR - Oliver Mayer und Emanuel Königer Bild in Detailansicht öffnen
Die alten Brücken über die Donau und deren Zuflüsse werden langsam baufällig und nach und nach erneuert. SWR - Kirsten Ruppel Bild in Detailansicht öffnen
DB-Projektingenierin Bettina Melde hat drei Jahre lang den Bau der neuen Brücken geplant. SWR - Kirsten Ruppel Bild in Detailansicht öffnen
Immer am Annentag, dem 26. Juli, fährt ein Pilgerzug von Stuttgart ins Kloster Beuron. SWR - Oliver Mayer und Emanuel Königer Bild in Detailansicht öffnen
DB Teilnetzmanager Oliver Mayer organisiert die Pilgerfahrt nach Beuron und Bruder Pirmin fährt als großer Eisenbahn-Fan gerne mit. SWR - Kirsten Ruppel Bild in Detailansicht öffnen
Das Kloster Beuron ist eine der Tourinsten-Attraktionen im Oberen Donautal, die man bequem per Zug erreichen kann. SWR - Oliver Mayer und Emanuel Königer Bild in Detailansicht öffnen
Das Fahrzeug ist beim Drehen des Pilgerzugs im Schlamm steckengeblieben. Die Kamera hat das spurlos überlebt und einwandfreie Bilder geliefert. SWR - Kirsten Ruppel Bild in Detailansicht öffnen

Lokführer Stefan Scheffel kennt die Strecke in- und auswendig. Regelmäßig ist er mit dem Donautal-Interregio-Express unterwegs, der das ganze Jahr über im Zweistundentakt verkehrt. Seine Fahrgäste macht er auf die Sehenswürdigkeiten wie das Schloss Werenwag aufmerksam und transportiert sie zu den kulturellen Highlights am Schienenrand wie das Benediktinerkloster Beuron. 

Zum Kloster fährt auch jedes Jahr am 26. Juli ein Sonderzug der Deutschen Bahn. Begleitet wird der Pilgerzug am Annentag vom Wallfahrtspater, der mit den Fahrgästen Rosenkränze betet. Lokführer und Schaffner sind natürlich katholisch und freuen sich, dass bei dieser Fahrt eine Diesellok und Wagen zum Einsatz kommen, die bis zu 50 Jahre alt sind. 

Eisenbahnfans zieht es  ins Obere Donautal, wenn es dort dampft. So verkehrte im September 2014 ein historischer Zug der Eisenbahnfreunde Zollernbahn anlässlich des 125. Streckenjubiläums. Gefeiert wurde der Lückenschluss 1890 zwischen Tuttlingen und Inzigkofen, mit dem die Donautalbahn einst endgültig fertiggestellt wurde. Was damals eine rein militärische Maßnahme war, beschert uns heute diese reizvolle Strecke mit restaurierten Bahnhöfen und Brücken, Tunneln und Ausblicken auf Felsen und Fluss.

(ESD: 23.04.2016)

EIN FILM VON
STAND