Folge 965 Das Eisenbahnmuseum Mulhouse

Das Französische Eisenbahnmuseum im elsässischen Mulhouse heißt offiziell "Cité du Train", Stadt der Züge. Es ist das größte Eisenbahnmuseum Europas und erzählt seit 1971 französische Eisenbahngeschichte.

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Unter den rund 90 Ausstellungsstücke ist beispielsweise eine der ältesten original erhaltenen Dampflokomotiven auf dem europäischen Festland. Sie ist eine der ersten Lokomotiven in Frankreich, 1844 gebaut vom englischen Ingenieur William Barber Buddicom. Auch die größte Dampflok Europas - die 241 A 1 - ist ausgestellt. Sie ist der Prototyp der ersten französischen Mountain-Lokomotiven, ihre Treibräder haben einen Durchmesser von zwei Metern. Wir berichten über Luxuszüge und die Pariser Metro. Außerdem erfahren wir, dass in den 30er Jahren aus finanziellen Gründen, aber auch um von Kohle unabhängiger zu werden, Automobilfirmen mit Triebfahrzeugen experimentierten. Ein Glanzstück der Ausstellung ist der Wagon Rapid von Bugatti. Die automobile Edelschmiede aus dem nahen Molsheim baute in den 30er Jahren Schnellzüge mit Bugatti.

Folge 965 Bilder vom Eisenbahnmuseum Mulhouse

Eine der ersten Lokomotiven in Frankreich. (Foto: SWR, SWR - Alexander Schweitzer)
Eine der ersten Lokomotiven in Frankreich. Gebaut vom englischen Ingenieur William Barber Buddicom. Sie ist die älteste original erhaltene Lok auf dem europäischen Festland, Baujahr 1844. 70 Jahre war sie im Einsatz und lieferte Fisch nach Paris. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Das majestätische Stampfen der Zylinderstöße einer Dampflokomotive der Bauart Pacific 231 inspirierte den Schweizer Komponisten Arthur Honegger 1923, den gleichnamigen sinfonischen Satz zu komponieren. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Bugatti Présidentiel auch Wagon Rapide. Ettore Bugatti ist im Zuggeschäft eingestiegen, um seine Firma zu retten. 1929 hat er den legendären Bugatti Royale auf den Markt gebracht. Er war so teuer, dass er nur fünf Autos verkauft hat und seine Firma fast Bankrott ging. Er baute daher für die franz. Staatsbahn einen Schnelltriebzug, der mit vier Bugatti Royale Motoren angetrieben wurde. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
241 A 1 – die größte Dampflok Europas - ein Koloss. Sie ist der Prototyp der ersten französischen Mountain-Lokomotiven. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Diese Lokomotive hier wurde 1882 von Forquenot gebaut und war zwischen Paris und Orléans unterwegs. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Die Aquitaine zog den Mistral, einen noblen Schnellzug der Paris mit Marseille und Nizza verband. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Freigelände des Eisenbahnmuseums Mulhouse SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Diese beiden Männer haben franz. Bahngeschichte geschrieben. 2007 stellten sie in einem TGV einen Geschwindigkeitsrekord auf: 574,8 Km/h.Eric Pieczak, Rekordlokführer, links im Bild und Georges Pinquié, Lehrlokführer, rechts im Bild. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Diese Alstom-Lok fuhr 1955 bereits 331 km/h. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Der Capitol ist 1967 der erste Zug in Europa, der fahrplanmäßig eine Geschwindigkeit von 200 km/h fuhr. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen


Die Nachkriegszeit in Frankreich war gekennzeichnet vom Schnellverkehr. Bereits 1955 erreichten zwei Elektrolokomotiven in der Nähe von Bordeaux Tempo 331. Der Capitole erreichte 1967 als erster Zug in Europa eine fahrplanmäßige Geschwindigkeit von 200 km/h. Und wir treffen iIm Führerstand eines TGVs Eric Pieczak, den schnellsten Lokführer der Welt. Er schaffte 2007 den Rekord von 574,8 km/h.

(ESD: 10.05.2019)

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