Folge 941 Der Bahnhof Metz

Im Jahr 1908 wurde im lothringischen Metz ein neuer Bahnhof eröffnet. Noch heute thront er majestätisch in der französischen Stadt und hält die Erinnerung an die bewegte deutsch-französische Geschichte wach.

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Praktisch und prachtvoll sollte er sein, ein Schaufenster kaiserlicher Herrlichkeit und deutscher Ingenieurskunst im Grenzland zu Frankreich. Viele Legenden, gerade aus den beiden Weltkriegen, ranken sich um den Hauptbahnhof von Metz. Seine detailreiche Bildsprache erzählt Geschichten im Stein.

Arsène Felten führt uns durch den Bahnhof, denn er kennt diese Geschichten alle. Als Mitarbeiter der SNCF war der Bahnhof sein Arbeitsplatz, inzwischen ist er sein Historiker und Chronist.

Folge 941 Bilder vom Bahnhof Metz

Der Eingang zum Bahnhof von Metz. Am gesamten neoromanischen Bahnhofsgebäude finden sich Skulpturen zum Thema Eisenbahn und Verkehr sowie Ornamente und Verzierungen. (Foto: SWR, SWR - Ingo Behring)
Der Eingang zum Bahnhof von Metz. Am gesamten neoromanischen Bahnhofsgebäude finden sich Skulpturen zum Thema Eisenbahn und Verkehr sowie Ornamente und Verzierungen. SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen
Eisenbahner Arsène Felten kennt den Metzer Bahnhof aus jeder Perspektive. SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen
Die prachtvolle Gebäudefront des Hauptbahnhofes von Metz, der vom preußischen Architekten Jürgen Kröger entworfen und von 1905 bis 1908 erbaut wurde.Bahnhofseingang und Uhrturm, den Kaiser Wilhelm II persönlich mitgeplant haben soll.  Ganz rechts befindet sich der Kaiserpavillon, das private Ankunftsgebäude für den Kaiser und seine Familie. Momentan wird der Pavillon innen renoviert. SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen
Eisenbahnhistoriker Felten schrieb Bücher und hält Vorträge über die Geschichte des Hauptbahnhofes von Metz und das elsässisch-lothringische Eisenbahnnetz. SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen
Der Eingang zum Bahnhof von Metz. Am gesamten neoromanischen Bahnhofsgebäude finden sich Skulpturen zum Thema Eisenbahn und Verkehr sowie Ornamente und Verzierungen. SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen
Arsène Felten am Bahnhof Metz-Nord, der am selben Tag wie der Hauptbahnhof eröffnet wurde. Man wollte einen Schienenring um Metz bauen, der jedoch nie vollendet wurde. SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen
Hier hält ein Alstom Coradia Duplex der Luxemburgischen Staatsbahn CFL in Metz-Ville. Sowohl Züge der CFL als auch der SNCF fahren auf der grenzüberschreitende Strecke Luxemburg – Nancy, die mehrmals pro Stunde von Regionalzügen bedient wird. SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen
Arsène Felten fährt als ehemaliger Mitarbeiter der SNCF noch immer viel mit dem Zug. SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen
Die südliche Einfahrt in den Bahnhof Metz-Ville. Im Hintergrund sichtbar der Uhrenturm am Bahnhofsgebäude, sowie der Wasserturm, der für die Versorgung der Dampflokomotiven mit Wasser zuständig war. SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen
Derneue SNCF-Triebzug Coradia Polyvalent von Alstom verlässt den Bahnhof Metz-Ville in Richtung des Technicentre Lorraine, das südlich des Hauptbahnhofes in Sablon liegt. SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen
Ein Güterzug der französischen SNCF Fret mit einer E-Lok der Baureihe BB 27000 Alstom Prima verlässt den südlich des Hauptbahnhofes gelegenen Rangierbahnhof Metz-Sablon. SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen
Ein Güterzug der DB Cargo mit einer E-Lok Baureihe 185 verlässt Metz-Sablon in Richtung Deutschland. SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen
Das Relief, das Arsène Felten fotografiert, zeigt eine Szene aus dem Wartesaal für Passagiere der ersten Klasse, der sich früher hier im Inneren befand. Später war hier ein Restaurant, momentan steht der Raum leer. SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen
Das Relief einer Dampflok am Bahnhofsgebäude. Es finden sich auch Steinmetzarbeiten zu anderen Verkehrsthemen, zum Beispiel ein Zeppelin. SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen
Das Gebäude besteht aus Vogesensandstein, der sich farblich deutlich vom gelben Jaumont-Stein unterscheidet, der die Stadt Metz ansonsten prägt. SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen
Ein TGV Réseau,  Baureihe 28000, verlässt den Bahnhof Lorraine-TGV in Richtung Paris. Der Bahnhof befindet sich bei Streckenkilometer 281,3 der europäischen Hochgeschwindigkeitsstrecke Ost und wurde im Jahr 2007 eröffnet. Vorangegangen waren politische Diskussionen, wo der neue Bahnhof erbaut werden soll. Der jetzige Standort bei Louvigny ist nicht mit der Bahnstrecke Metz-Nancy verbunden. In die beiden größeren Städte gelangt man von hier aus daher nicht mit dem Zug, sondern nur per stündlich … SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen
Der Bahnhof Lorraine-TGV, 27 Kilometer südlich von Metz, liegt direkt an der LGV Est-Européenne, die Paris mit Straßburg und weiter mit Süddeutschland verbindet. Die beiden mittleren Gleise dienen durchfahrenden Zügen, die hier mit bis zu 320 km/h durchfahren. Die beiden äußeren Gleise sind mit Bahnsteigen für die haltenden Züge versehen. SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen
Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke fahren die TGVs im in Frankreich üblichen Linksbetrieb. In der Region Grand-Est, in der Metz liegt, herrscht ansonsten Rechtsbetrieb -  ein historisches Überbleibsel aus der Zeit, in der die Region deutsch war. SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen
TGV Réseau,  Baureihe 28000, hält im Bahnhof Lorraine-TGV und nimmt Reisende in Richtung Paris auf. Bei der Eröffnung rechnete die SNCF mit über einer halben Million Reisenden jährlich. Noch immer wird diskutiert, ob eine Verlegung des Haltepunktes nach Vandières, wo die Schnellfahrstrecke die Strecke Metz-Nancy kreuzt, lohnender wäre. SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen
Nicht nur der Hauptbahnhof wurde bis 1908 erbaut, als Metz Teil des damaligen Deutschen Reiches war. Auch diese Brücke stammt noch aus dieser Zeit. SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen
Ein TGV bei seiner Einfahrt in den Bahnhof Metz-Ville. Die Hallen in Jugendstilbauweise, die ursprünglich die Bahnsteige überdeckten, wurden in den 1970er Jahren zugunsten eines Parkdecks rückgebaut. SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen
Dieser TGV Lyria Baureihe 31000 (Euroduplex) fährt in wenigen Minuten in Richtung Luxemburg ab. Etwa 41 Minuten dauert die Fahrt.  Die Verbindung von Paris-Est über Metz nach Luxemburg existiert seit dem Jahr 2007. SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen
„Metrolor“ heißen die Regionalzüge in der Region Lothringen - hier ein Alstom Coradia Duplex bei der Einfahrt von Norden nach Metz-Ville. Die Verbindung zwischen Nancy und Luxemburg wird stark von Pendlern genutzt. Es verkehren täglich 228 Personenzüge im Bahnhof Metz-Ville.  SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen
Der Bahnhof Metz hat 10 Bahnsteige, die über zwei Tunnel erreicht werden können. Ursprünglich war das Konzept des Bahnhofes, die Ströme der ankommenden und abfahrenden Reisenden zu trennen: der Tunnel, der von der Haupthalle ausgeht, war für die abfahrenden Reisenden vorgesehen, der andere Tunnel für die ankommenden. SWR - Ingo Behring Bild in Detailansicht öffnen

Der Bahnhof Metz-Ville verbindet heute mit TGVs und Regionalzügen Menschen und Regionen. Ein wenig Unterstützung – und Konkurrenz – im Fernverkehr gibt es dabei vom Bahnhof TGV-Lorraine, einige Kilometer südlich gelegen und direkt an die europäische Hochgeschwindigkeitsstrecke Ost angeschlossen.

(ESD: 02.11.2018)

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