Folge 865 XS Von Irkutsk zum Baikalsee

Moskau, Nischnij Nowgorod, Jekaterinburg, Nowosibirsk, Krasjonarsk, Irkutsk - einmal mit der Transsibirischen Eisenbahn fahren, davon träumt jeder Eisenbahnbegeisterte. Doch dieses Abenteuer ist noch zu steigern: ein findiger Russe schaffte es tatsächlich, einen kompletten Schlafwagen durch halb Europa bis an den Baikalsee zu bringen.

Dauer

Diese absolut einmalige Reise ließ sich Eisenbahn-Romantik nicht entgehen und buchte zwei Schlafwagenabteile. Für Autor Bernhard Foos war es seine weiteste Reise, 7500 km mit der Bahn, noch dazu in ein und demselben Wagen. Kameramann Ulli Nissler und Tonassistent Andreas Schmidt sind als Team schon öfter auf weiten Reisen rund um die Welt unterwegs gewesen, vor allem in Afrika. Doch auch für sie war diese Reise, elf Tage auf engstem Raum, ein Abenteuer. Drei Quadratmeter für zwei Personen plus Filmausrüstung. Das bedeutete erst einmal schleppen und sehr geschickt verstauen. Auch das Filmen auf dem engen Gang mit kleinen Klappfenstern stellte sich als schwierig heraus. Protagonisten waren die zwanzig Fahrgäste, die sich bei dieser speziellen Sonderfahrt eingebucht hatten. Mit dabei: drei Ehepaare, ein Dutzend eisenbahnbegeisterte Männer aus Bayern, und aus dem Schwarzwald der Wirt der Glasmännlehütte, der im Film ebenfalls eine wichtige Rolle spielen wird, Klaus-Peter Letsch.

Folge 865 XS Von Irkutsk zum Baikalsee

Das Eisenbahn-Romantik-Team beim Dreh: herrliches Sommerwetter am Baikalsee (Foto: SWR, SWR - Bernhard Foos)
Das Ziel der 7500-Kilomter-Reise: eine Dampfzugfahrt entlang des Baikalsees SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Abfahrtsort der großen Reise war der kleine Bahnhof Behringersmühle in der fränkischen Schweiz SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Nicht hinauslehnen – lustig übersetzt in drei Sprachen SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Der wunderschöne Bahnhof von Prag war für drei Stunden Aufenthalt für die Reisenden, bis eine neue Lokomotive bereitgestellt war SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Auch von innen prachtvoll, der Prager Hauptbahnhof, mit seinen großen Glasfenstern, auf denen drei Putten zu sehen sind SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Kamerateam Ulli Nissler und Andreas Schmitt in der Wagenhalle der weißrussischen Grenzstadt Brest, wo die Wagengestelle auf Breitspur umgebaut wurden SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Warten auf die neue Lok am Bahnsteig 1 in Brest SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Ankunft der neuen, grüngelben E-Lok, beobachtet von Kameramann Ulli Nissler SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Und wieder wird unser Sonderschlafwagen an einen neuen Zug angekoppelt SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Ankunft in Moskau im weißrussischen Bahnhof SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Besuch des Eisenbahn-Museums der RZD, der russischen Eisenbahngesellschaft, in dem der Zug steht, mit dem der Leichnam Lenins durch Russland gefahren wurde SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Mittags gab’s etwas außergewöhnliches zu essen: Lokführerfrühstück, das sind Eier, Brot und Speck gebraten auf einer Kohlenschaufel im Kessel einer angeheizten Dampflok SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
In traumhaftem Rot präsentierte sich die russische Hauptstadt SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Unser Sonderschlafwagen wird an den Zug Nr. 2 der Transsibirischen Eisenbahn angehängt SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Kurzer Aufenthalt in Nowosibirsk nach 25 Stunden Fahrt SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Der Bahnhof von Krasnojarsk, in dem wir eine halbe Stunde Aufenthalt haben. Gelegenheit, das schön beleuchtete Bahnhofsgebäude von außen zu fotografieren SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Krasnojarsk wird nach 4040 km mitten in der Nacht erreicht, nur noch gut 1000 km bis Irkutsk SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Der Fahrplan der Transsib im Zug gibt immer wieder Orientierung wie weit man bereits gefahren ist SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Schlafwagenschaffnerin Natalya hat die 20 Reisenden gut im Blick und versorgt sie zu jeder Tages- und Nachtzeit mit Tee SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
„Unsere“ beeindruckende Dampflok, die unseren Sonderschlafwagen ans Ziel bringen wird. 80 km entlang des Baikalsees auf einer wunderschönen Strecke mit Tunnel und Brücken. direkt am Wasser. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Konstruiert wurde die Dampflok des Typs „Lebedjanskij“ von einem der bekanntesten Eisenbahnbauer und Ingenieure der UdSSR. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Haltstation an einer russischen Kirche aus Holz, die für die Reisenden gebaut wurde. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Station an der Stelle, an der einst der Schienenschluss der Transsibirischen Eisenbahn erfolgte. Erzählungen nach soll hier in die Schwellen ein goldener Nagel eingeschlagen worden sein. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Anton Tarasov, der Organisator der einmaligen Reise SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Der Sonderzug fährt die 80 km lange Strecke Sludjanka – Port Baikal, die früher mal ein Streckenabschnitt der Transsibirischen Eisenbahn war und jetzt als Museumsbahn dient. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Viele Kunstbauten mussten am Ufer des Baikalsees errichtet werden. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Die schönste Brücke und die einzige Zweibogenbrücke über einen der zahlreichen Zuflüsse zum Baikalsee SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Einfahrt in einen der 39 Tunnels auf der Baikalrundbahn SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Am Schiffssteg in Port Baikal, von wo aus man die Weite des „blauen Auges Sibiriens“ überblickt. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Am Bahnhof von Port Baikal genießt eine eindrucksvolle Dampflok ihren Ruhestand; dahinter eine Diesellok, die soeben einen Touristenzug mit Chinesen gebracht hat. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Hier endet die Baikalbahn nach 80 km an der Mündung des Flusses Angara SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Typisch russische Fenster in dem kleinen Dorf Baykal SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Der letzte Prellbock an der Mündung der Angara SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Motorrad mit Seitenwagen aus Holz; damit transportieren die Russen alles, was sie brauchen: Menschen, Tiere, Lebensmittel, Möbel, Ernte. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Interview des russischen Eisenbahnfernsehens von der RZD mit dem Reiseleiter und Organisator der Reise, Anton Tarasov SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Sogar ein Bad im Baikalsee wagte der eine oder andere Reiseteilnehmer, das Wasser dürfte etwa 14° C gehabt haben. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen

Reiseorganisator waren der Russe Anton Tarasov, der gerade sechs Jahre in Deutschland gearbeitet hat, und der deutsche Ingenier Matthias Meeh, der bei Siemens moderne Loks testet. Das Programm während der Fahrt war randvoll: Drehgestellwechsel in Brest (Weißrussland), zwei Bahnmuseen in Moskau, die viertägige Fahrt auf der Transsib und als Höhepunkt eine Dampfzugfahrt am Baikalsee entlang. Die beeindruckende Dampflok russischer Bauart zog den Schlafwagen auf der 80 km langen Museumsbahnstrecke direkt am See entlang bis zum Zielbahnhof Port Baikal. Dort präsentierte sich der größte Binnensee der Welt, zugleich der größte Trinkwasserspeicher der Erde, an einem fast wolkenlosen Sommertag in seiner ganzen Pracht. Umrahmt von Bergen bis 2000 m Höhe wirkt der Baikalsee wie ein gigantischer Alpensee.

Viele Wanderer sind unterwegs und rasten mitunter an einem der vielen Picknickplätze am Ufer. Unzählige Tunnel und Brücken, sowie die Bahnhöfe aus Holz im typischen sibirischen Stil prägen die Strecke, die einmal ein wichtiger Teil der Transsibirischen Eisenbahn war und jetzt als russisches Kulturgut vor allem dem Tourismus dient.

(ESD: 27.09.2016)

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