Folge 907 Die Fichtelgebirgsbahnen – Eine Spurensuche

Das Fichtelgebirge liegt zwischen Frankenwald und Tschechien ganz im Nordosten Bayerns – ein hufeisenförmiges Mittelgebirge mit Höhen bis etwas über 1000 m.

Dauer

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde durch die bayerische Staatsbahn Bayerns Norden eisenbahntechnisch erschlossen, alle Strecken führten jedoch um das Fichtelgebirge herum. Zwischen 1877 und 1902 erkämpften sich dessen Bewohner nach und nach sieben Stichbahnen ins Gebirge, die der Region den  „Anschluß an die große Welt“ brachten. Heraustransportiert wurden vor allem Granit und Holz,  während per Bahn je nach Saison Sommerfrischler oder Skifahrer und Rodler die faszinierenden Landschaften von Ochsenkopf und Kösseine besuchen konnten.

Folge 907 Bilder von der Fichtelgebirgsbahnen

So schön ist das Fichtelgebirge, wenn das Wetter mitmacht  und der Raps blüht – eine Kulturlandschaft inmitten von bewaldeten Bergen. (Foto: SWR, SWR - Susanne Mayer-Hagmann)
So schön ist das Fichtelgebirge, wenn das Wetter mitmacht  und der Raps blüht – eine Kulturlandschaft inmitten von bewaldeten Bergen. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Hinter Weidenberg ist die ehemalige Strecke nach Warmensteinach nur noch ein bahntechnisches Trauerspiel. Die Natur erobert sich langsam aber sicher ihr Terrain zurück. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Auf der ehemaligen Stichbahn von Falls nach Gefrees ist noch das Ölschnitz-Vadukt ein beeindruckendes Relikt aus Betriebszeiten. Vielleicht führt einmal ein Radweg darüber. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Spurensuche macht Spaß – das SWR-Team mit einem Pfadfinder, dem Zeller Adrian Rossner, in der Spiegelung eines nordbayerischen Regionalzugs. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
So sah es 1985 noch aus! Die Gebrüder Alexander und Ralf Bayerlein und ihr Freund Uwe Köhler, bauen den ehemaligen Stichbahnhof Gefrees nach in 1:87 SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Die Eisenbahnfreunde Alexander Bayerlein,  Ralf Bayerlein und Uwe Köhler suchen nach Überresten der ehemaligen Stichbahn Falls – Gefrees. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Eine V 100 zieht ihren Granitzug von der Stichbahn auf die Hauptstrecke: in H0 nachgestellt vom Modelleisenbahnclub Münchberg. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Auf der Anlage der Münchberger Modellbahnfreunde, ein sogenanntes „Glaskastl“, eine Heißdampflok, die für den Ein-Mann-Betrieb ausgerichtet war und in den Anfängen auch auf den Fichtelgebirgs-Stichbahnen gefahren ist. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Eine Dampflok der Baureihe 64, oft eingesetzt auf den Strecken des Fichtelgebirges, steht heute noch im Lokschuppen des Modell- und  Eisenbahnclubs Selb-Rehau. Sie ist frisch restauriert, aber nicht betriebstüchtig SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Schönes Gebrauchsporzellan, künstlerisch gestaltete Geschirre und vieles mehr –im staatlichen Museum “Porzellanikon“ in Selb findet man eine wunderschöne Ausstellung über die verschiedensten Porzellanhersteller, die sich hier am Rande des Fichtelgebirges angesiedelt haben. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Idyllsche Landschaft, so weit das Auge reicht – das Fichtelgebirge umrahmt die Wiesen und Felder wie ein großes Hufeisen: ein Naturpark mit knapp 1000qkm. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Im Selber „Porzellanikon“ findet man nicht nur Geschirr, Vasen u.ä., sondern auch Interessantes über die „Porzelliner“, die in den Porzellan-Fabriken der Region arbeiteten. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Der „Hinrich-Bockerl“ ist eine der Fabrik-Loks der Porzellanindustrien der Selber Gegend.  Er begründete die Sammlung des Modell- und  Eisenbahnclubs Selb-Rehau. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Von Baden nach Nordbayern hat es die kleine Industrielok verschlagen, wo sie viele Jahre für die Porzellanfabrik Hinrich Dienst tat. Heute steht sie museal im Lokschuppen       von Selb. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Seine zahlreichen Granitformationen machen das Fichtelgebirge so einzigartig – vor Jahrmillionen aus der Erde herausgedrückt SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Kameramann Andreas Enderle am Eingang zu den Granit-Steinbrüchen an der Kösseine. Hier haben verschiedene Firmen ihren Stammplatz. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Generationen von Steinbrechern haben in den Steinbrüchen des Fichtelgebirges Arbeit gefunden. Zum  bequemeren Abtransport der riesigen  Granitbrocken wurden Ende des 19. Jahrhunderts die Stichbahnen in die Region gebaut. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Die einzige Strecke, die von den sieben Stichbahnen ins Fichtelgebirge noch befahren ist, führt von Bayreuth nach Weidenburg – rund 23 km SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
Der letzte heute noch befahrene Streckenabschnitt liegt auf der einstigen Stichbahn Bayreuth – Warmensteinach. Man nannt die Bahn „Fichtelgebirgsbahn“. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen
In Weidenberg ist die Endstation der letzten Stichbahn ins Fichtelgebirge. Von hier geht es zurück nach Bayreuth und dann weiter nach Marktredwitz oder Weiden. SWR - Susanne Mayer-Hagmann Bild in Detailansicht öffnen

Von all diesen Stichbahnen ist heute nur noch ein knapp 23km langer Teil der ehemaligen Stichbahn Bayreuth – Warmensteinach übrig geblieben, der von einer Regionalbahn betrieben ist. Der ganze Rest ist stillgelegt und größtenteils abgebaut.

Viele Trassen sind schon zu Radwegen umgebaut, es sollen Wanderwege darauf angelegt werden – das Konzept des Naturparks Fichtelgebirge möchte die historischen Wege nutzen, um neue zu begehen.

Obwohl die Eisenbahn im Fichtelgebirge schon lange keine Rolle mehr spielt, gibt es dort noch Menschen, die „ihr Bähnchen“ nicht vergessen können und nostalgische Blicke zurückwerfen. Eisenbahn-Romantik ist mit ihnen auf Spurensuche gegangen und hat festgestellt: auf ganz unterschiedliche Weise haben sie alle doch auch vehement die Zukunft im Sinn.

(ESD: 09.12.2017)

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