Folge 886 Die erste Runde – Auf der Prüfstrecke für Züge

Wie kommen eigentlich die Züge auf die Schiene? Was passiert vor dem ersten fahrplanmäßigen Einsatz? In Wildenrath, nahe Mönchengladbach, befindet sich ein Testkreis für Züge...

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Prüfstrecke für Züge von Siemens

Offiziell nennt sich das Gelände "Prüf- und Validationcenter" und gehört Siemens. Im 20. Jahrhundert war hier ein Flugplatz der Royal Airforce, heute werden dort Züge in Dienst gestellt, das heißt zusammengefügt, geprüft, durchgemessen und ausgeliefert. Neue Zugtypen, wie der ICE 4, fahren hier unendliche Testrunden, bis sie schlussendlich vom Eisenbahn-Bundesamt ihren Stempel bekommen und in Serie gebaut werden können.

Folge 886 Bilder von der Prüfstrecke für Züge

Bei den Testfahrten werden statt Fahrgästen dreieinhalb tausend Gewichte im Zug verteilt. 70 Tonnen simulieren für die Bremstests den vollbeladenen Zug. (Foto: SWR, SWR - Bernhard Foos)
Bei den Testfahrten werden statt Fahrgästen dreieinhalb tausend Gewichte im Zug verteilt. 70 Tonnen simulieren für die Bremstests den vollbeladenen Zug. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
In der Multifunktionshalle werden Straßenbahnen und Züge aus ganz Europa wieder instand gesetzt. In der Mitte eine Straßenbahn aus Karlsruhe, die schon bald wieder die Reparaturwerkstatt verlassen wird. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Für die britische Eisenbahngesellschaft Thameslink wurden 111 Triebzüge mit insgesamt über 1000 Wagen geliefert. Alle müssen im Testkreis in Wildenrath vorher ihre ersten Runden drehen. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Die neuen Straßenbahnen für Khatar warten auf den Abstellgleisen auf ihre Testfahrten. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
SWR-Kameramann Ulli Nissler filmt zwei belgische E-Loks der Baureihe HLE 18 bei ihrer Testfahrt auf dem Ring. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
In der Ferne des Kamerazooms erscheinen die belgischen E-Loks in Doppeltraktion  auf der 800 Meter langen Geraden des Testkreises. Die Strecke ist so gebaut, dass maximale Geschwindigkeiten von 160 km/h gefahren werden können. Sie ist insgesamt 6 km lang. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Das Innere des Testkreises ist bebaut mit großen, 300 m langen Hallen, in denen die Züge zusammengestellt und „verheiratet“ werden. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Dreharbeiten auf den Triebwagen der Raaberbahn. Nur unter Vorsichtsmaßnahmen darf Kameramann Ulli Nissler auf die Dachfläche. Beim Betrieb herrscht hier 25 000 Volt Spannung. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Komplizierte Starkstromtechnik auf dem Dach der Raaberbahn. Aufgenommen wird die Leistung von einem Pantografen Typ: Einholmstromabnehmer. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Das ist der Bahnsteig des Testkreises. Hier steigen die Ingenieure ein und die Lokführer, die dann mehrere Stunden lang ihre Runden drehen. Im Vordergrund das SWR-Kamerateam bei der Arbeit: neben Ulli Nissler ist Susan Schenk zuständig für gute Tonaufnahmen mit der sogenannten Angel. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
"Papagei" heißt der rot-gelb-blaue Triebwagen der englischen Bahngesellschaft South-West-Trains. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Türkische Beschriftung des Notfallhammers im neuen Yüksek Hizli Tren der türkischen Staatseisenbahn. Der Zug ist der gleiche wie der neue deutsche ICE, bis 2018 werden 7 Exemplare in die Türkei geliefert. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Alles in den neuen türkisgestreiften Zügen muss getestet werden, auch die modernen Anzeigen der Fahrtziele auf den Monitoren. Die Mitarbeiter des Testzentrums sind dafür verantwortlich, dass die Züge später in der Türkei reibungslos fahren. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Kurze Pause am "Bahnsteig". Die Tests der türkis gestreiften Züge laufen auf Hochtouren, denn bis 2017 sollen alle sieben Züge ausgeliefert sein und für einen Zug braucht das Team etwa 10 Wochen. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Wie ein Pfeil schießt der neue Türkenzug um die Westkurve des Testkreises. Anders als bei sonstigen Eisenbahn-Romantik-Drehs hat der Kameramann öfter die Chance, den Zug gut ins Bild zu kriegen. Alle 6 Minuten kommt er wieder an derselben Stelle vorbei. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Die Zugspitze des Eurostars mit dem geschwungenen Logo. Bald soll er durch den Eurotunnel vom Festland auf die Insel fahren; in nur 2 ½ Stunden von Brüssel nach London. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
In der glänzenden Außenhülle des Eurstars spiegelt sich das Kamerateam. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Ein einziger Bunker ist übriggeblieben von der britischen Besatzungszeit. In diesem Hangar, genannt HAS - Hardened Aircraft Shelter – standen die Phantom-Düsenjets. Heute dient er dem Golfplatz als Geräteschuppen. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Ausfahrt aus dem Testkreis: ein Überführungszug bringt die Raaberbahn zu ihrem Einsatzort nach Österreich. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Die Raaberbahn wird im Grenzverkehr zwischen Österreich und Ungarn verkehren. Wegen ihres Namens wird sie von den Arbeitern auch "Rhabarberbahn" genannt. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Die neuen U-Bahnen für München warten schon seit Jahren auf ihren Einsatz, bisher fehlt die Zulassung durch das Eisenbahnbundesamt. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Versteckt neben der alten Wache steht noch ein Briefkasten der Royal Airforce am Waldrand. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Kamera-Assistentin Susan Schenk filmt den ankommenden Überführungszug, der neue Waggons für den Eurostar ins Testgelände bringt. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Der Stromabnehmer des South-West-Trains, der auf der in England üblichen dritten Schiene schleift, auch Bügeleisen genannt. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Elektromagnetische Verträglichkeitsmessung beim South-West-Train mittels einer Log-Per-Antenne. Alle Ströme und Frequenzen, die von einem Zug erzeugt werden durch das Fahren und die vielen Stromleitungen, werden genau gemessen und in einem Gutachten ihre Unbedenklichkeit bestätigt. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Abfahrt des "Papageis" am K13, dem Kreuzungspunkt des Einfahrtgleises und des Testkreises. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Zerstörter Velaro-Triebkopf in der Multifunktionshalle. Der spanische Zug war bei einem schweren Unfall ziemlich lädiert worden und musste nach Deutschland überführt werden zur Reparatur. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Die modernsten Straßenbahnen werden derzeit nach Khatar geliefert. In schlichtem schwarz-weiß sollen sie ab Ende 2016 durchs Studentenviertel der Hauptstadt Doha fahren und kostenlos Studenten transportieren. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Mit Strom versorgt werden die Khatar-Straßenbahnen nur an den Haltestellen. Die speziell dafür entwickelten Batterien speichern dann den Strom so schnell, dass er bis zur nächsten Haltestelle und darüber hinaus reicht. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Kameramann Ulli Nissler beim Dreh der letzten Einstellung für die Eisenbahn-Romantik-Folge 886: Sonnenuntergang mit Papageienzug in der Westschleife des Testkreises SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen

Riesige Zughallen und eine 6km-Endlos-Schleife zum Testen

In einem Dutzend Hallen stehen ständig 25 Züge, an denen gearbeitet und getestet wird. Kernstück der Anlage ist ein 6 km langer Testkreis in Form eines Ovals, auf dem alle technisch erforderlichen Testfahrten unternommen werden können. Von oben sieht diese Teststrecke aus wie eine Modelleisenbahn.

(ESD: 08.10.2016)

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