Folge 883 Durch Dschungel und Savanne – Mit der Transgabonais über den Äquator

Auf der Straße ist es ein Strich – im Dschungel, dort wo die Transgabonais fährt, ist nichts, was auf ihn hinweist. Der Äquator führt quer durch das Land, das in Europa so gut wie unbekannt ist: Gabun. Eines der reichsten Länder Afrikas, rohstoffreich und ruhig – keine Schlagzeilen kommen vom Land am Äquator. Gabun spielt so gut wie keine Rolle in den Nachrichten – und kaum jemand weiß, wie es dort aussieht.

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Quer durch das Land und immer am Äquator entlang führt das wirtschaftliche und logistische Rückgrat des Landes, die Transgabonais. 669 Kilometer, vom Hafen Owendo, an der Hauptstadt Libreville vorbei, bis in die östlichste Stadt Gabuns, Franceville. Die Eisenbahn verdient das Geld für den Staat. Mit ihr werden Mangan, Eisenerz, früher Uran und Gold, heute vor allem aber das Holz des Urwaldes transportiert. Der Personentransport spielt eine untergeordnete Rolle. Diese Züge fahren durchweg in der Nacht – und so bekommt niemand mit, durch welch eine phantastische Landschaft die Transgabonais fährt. Die Einheimischen interessiert das nicht und Tourismus gibt es in Gabun so gut wie gar nicht.

Folge 883 Bilder von der Transgabonais

Flussüberquerung des Trans-Ogouésni (Foto: SWR, SWR - Michael Mattig-Gerlach)
Flussüberquerung des Trans-Ogouésni SWR - Michael Mattig-Gerlach Bild in Detailansicht öffnen
Tourizug mit einer EMD JT42CWR SWR - Michael Mattig-Gerlach Bild in Detailansicht öffnen
CC 405 an Eisenbahnbrücke SWR - Michael Mattig-Gerlach Bild in Detailansicht öffnen
Der Trans-Ogoué an einer der Brücken über den Ogoué SWR - Michael Mattig-Gerlach Bild in Detailansicht öffnen
Der erste Touristenzug in Gabun mit einer EMD Class 66 SWR - Michael Mattig-Gerlach Bild in Detailansicht öffnen
Eine 1920 in Decauville (F) gebaute Corbeil. Bei der Setrag ist sie Symbol für Zuverlässigkeit SWR - Michael Mattig-Gerlach Bild in Detailansicht öffnen
Drei EMD GT 46 AC mit Kohle für die Minen in Moanda SWR - Michael Mattig-Gerlach Bild in Detailansicht öffnen
Holzzug-Lok SWR - Michael Mattig-Gerlach Bild in Detailansicht öffnen
Rangierverkehr im Depot Owendo SWR - Michael Mattig-Gerlach Bild in Detailansicht öffnen
Eine EMD GT 46 AC aus den USA zur Inspektion in der Werkstatt von Owendo SWR - Michael Mattig-Gerlach Bild in Detailansicht öffnen
Operation am offenen Herz - am Motor einer EMD GT 46 AC SWR - Michael Mattig-Gerlach Bild in Detailansicht öffnen

Immer noch sind zwei Drittel des Landes vom Regenwald bedeckt, das Land hat zahlreiche Gebiete zu Nationalparks erklärt und den Naturschutz zum Staatsziel erhoben. Gabun, ein Muster für Afrika? Friedlich, naturnah, umweltbewusst? Eine Reise mit der Transgabonais zu den Minen von Moanda im Landesinneren und zu den Abholzungsgebieten im Übergangsgebiet vom Regenwald zur Savanne, nach Lopé, bringt auch dazu einige Antworten.

Ein Zug, der durch weite Teile der Strecke vorsichtig fahren muss, um nicht mit einem der zahlreichen Waldelefanten zu kollidieren. Eine Bahngesellschaft, die seit der Betriebsaufnahme 1978 nie aus den roten Zahlen herausgekommen ist und den Staat durch ihre Baukosten fast den Bankrott gebracht hätte. Ein Land, in dem 80 Prozent der Menschen unterhalb der Armutsgrenze leben. Stoff genug, um viele Filme zu füllen. Aber es gibt so gut wie keine über Gabun.

"Durch Dschungel und Savanne" dokumentiert die Transgabonais und ihre Bedeutung für Gabun. Der Film versucht die Frage zu klären, warum vom Land am Äquator allenfalls das Urwaldkrankenhaus des Nobelpreisträgers Albert Schweitzer in Lambarene bekannt ist.

(ESD: 17.09.2016)

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