Folge 868 XL Auf fliegenden Gleisen durchs Moor

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"O schaurig ist's übers Moor zu gehn,
Wenn es wimmelt vom Heiderauche,
Sich wie Phantome die Dünste drehn,
Wenn das Röhricht knistert im Hauche."

So hat Annette von Droste-Hülshoff in ihrem Gedicht "Der Knabe im Moor" eine Landschaft beschrieben, die noch immer ihre Geheimnisse birgt. Zum Beispiel die Moorbahnen, die bereits seit über hundert Jahren Torf durchs Moor fahren.

Folge 868 XL Auf fliegenden Gleisen durchs Moor

Schöma-Dieselloks sind die häufigsten im Mooreinsatz. Diese wartet mitten auf dem Moordamm auf ihren Einsatz (Foto: SWR, SWR - Bernhard Foos)
Schöma-Dieselloks sind die häufigsten im Mooreinsatz. Diese wartet mitten auf dem Moordamm auf ihren Einsatz SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Fliegende Gleise werden oft im Moor verlegt, um die verschiedenen Abbaugebiete zu erreichen. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Ein Bauzug mit Holz für den Gleisbau, abgestellt auf einem Nebengleis, das immer tiefer ins Moor hineinführt SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Neuerdings werden ausgediente Leitplanken vom Straßenbau als Eisenbahnschwelllen für die Moorbahnen verwendet. Sie sind größer und haltbarer als die alten Feldbahnschwellen SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Links und rechts der Gleise warten Kilometer lange Torfmieten auf ihren Abtransport SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Auch wenn die 600 mm – Gleise aus dieser Perspektive krumm und bucklig aussehen, für die Moorbahnen sind sie präzise genug SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Hinter einem aufgetürmten Moorberg taucht plötzlich eine kleine Bahn auf, in diesem Fall sogar mit Doppeltraktion vorwärts-rückwärts. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
… und dann wird der Moorzug immer länger ... SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
… und länger … SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
… 20 Torfwagen werden mit einem Zug transportiert SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Das Lichtenmoor südlich von Bremen. Einige Flächen werden schon wieder bewässert. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Gleisbau im Moor war früher Handarbeit; heute helfen Bagger, die Gleise zu verladen. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Auf ebener Strecke schafft eine Lok 40 vollbeladene Wagen zu ziehen; rund zwei Stunden ist sie auf ihrem Weg ins Moor und wieder zurück zum Werk. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Nur in Schrittgeschwindigkeit bewegen sich die Moorzüge, etwa 5 km/h SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Ein Lokführer bei der Moorbahn beim Rangieren SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Die fertigen Torfprodukte werden teilweise auch mit der Bahn verfrachtet SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Windmühle in Worpswede, dem Künstlerdorf zwischen Bremen und Stade SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Der Haltepunkt vor Worpswede war verfallen und drohte abgerissen zu werden. Da entdeckte ihn eine Malerin und machte ihn zum Kunstpunkt. Heute ist das knapp 9 m2 Atelier der liebste Aufenthalt der Worpsweder Künstlerin. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Inschrift auf der Mühle: Gefertigt von Conrad Müller Mühlenbaumeister aus Bücken bei Hoya 1838 SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Der Barkenhoff, gebaut von Heinrich Vogeler, einem der bekanntesten Maler und Architekten der Künstlerkolonie Worpswede SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Eine hydraulische Kippvorrichtung drückt den Wagen auf einer Seite nach oben. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Damit das Entladen des Torfes schnell geht, wird der ganze Wagen gekippt, dazu hält ein Greifer die beiden Räder auf einer Seite des Waggons fest SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Die Entladung geschieht innerhalb von Sekunden SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Die Steuerung der Torf-Entladevorrichtung liest sich wie ein Bahnabenteuer: Lorenkippe, Lorenkettenbahn, Lorenseilwinde SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Eine ausgediente Moorbahn auf einem Feld neben dem Küstenkanal SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
So sieht das Moor typischerweise aus: Wasser, Erde, Tümpel, Bäume und mitunter geheimnisvolle Reflektionen SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Vorarbeiter Friedhelm Bockelmann arbeitet seit über 30 Jahren im Lichtenmoor SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Nach der Torfernte sind die Firmen verpflichtet, die Flächen zu renaturieren, damit es sich im Lauf der Jahre wieder in ein Moor zurückverwandelt SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Manchmal fühlt sich Herr Bockelmann wie Jim Knopf oder Lukas, der Lokomotivführer SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Einer der wenigen Betriebe, in denen noch die alten Holzwagen eingesetzt werden. 60 solcher Wagen, Marke Eigenbau, fahren hier regelmäßig zum Torftransport SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Moorschafe zwischen den Holzwagen der Moorbahn im Lichtenmoor SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Sonnenaufgang im Moor. Drei Schöma-Loks wenden gerade am Gleisdreieck, um den beladenen Zug zurück ins Werk zu bringen SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
20 Loren schafft eine Diesellok auf ebener Strecke, in beladenem Zustand sind das 75 Tonnen SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Wie im normalen Bahnverkehr sind Zugbegegnungen auf eingleisigen Strecken zeitraubend. Doch im Moor hat man Zeit. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Kurz vor der Ankunft im Werk passiert die Moorbahn von Sedelsberg einen Bahnübergang und fährt dann am Moorgutsweg entlang bis zum Werkstor SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Rangieren auf dem Werksgelände von Klasmann-Deilmann SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Kameramann Christian Zecha auf dem Moorzug, der gleich ins Werk zur Weiterverarbeitung gezogen wird SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen
Der berühmte Ottomeyer-Dampfpflug, ein gigantischer Pflug zur Urbarmachung der Moore ist im Emsland-Moormuseum ausgestellt, für das 42 Tonnen schwere Gerät wurde extra eine Halle gebaut. SWR - Bernhard Foos Bild in Detailansicht öffnen

Kein anderes Transportgerät kommt so gut durch sumpfiges Gelände wie die Eisenbahn. Über Schienen und Schwellen wird der Druck großflächig verteilt, so dass die Bahn nicht einsinkt. Dieser Vorteil verhalf der letzten Feldbahn zum Überleben. Das Schienennetz in den Moorgebieten zwischen Meppen und Hamburg umfasst mehrere hundert Kilometer. Eine ganze Reihe von Firmen betreiben dort seit 150 Jahren Torfabbau. Dort fährt auch regelmäßig der Moor-Express als Touristenattraktion durch das Teufelsmoor und vorbei an der Künstlerkolonie Worpswede.

Eisenbahn-Romantik besucht Moorbahnen, die noch immer ihren Dienst auf 600 und 900 mm Spurweite verrichten und Torf auf morastigem Untergrund transportieren.

(ESD: 07.08.2018)

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