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Taiwan, die schöne Insel, wie die Portugiesen schon vor 400 Jahren sagten, ist so unbekannt, wie fantastisch. Faszinierend sind die Menschen, die Landschaft und auch eine Bahnfahrt rund um die Insel, die so groß ist, wie Baden-Württemberg.

Eine Zugfahrt rund um die Insel Taiwan, mit Besuchen der Hauptstadt Taipeh und verschiedener bedeutender Städte und Sehenswürdigkeiten des Landes.
In Taipeh wird das ehemals höchste Gebäude der Welt gezeigt, der Wolkenkratzer Taipeh 101, die National Chiang Kai-shek Memorial Hall, der Lungshan Tempel, einer der ältesten und bedeutendsten Taiwans, außerdem der Bahnhof und verschiedene Eisenbahnen.

U-Bahn-Station (Foto: SWR, Hagen v. Ortloff)
Formosa U-Bahn-Station in Kaohsiung mit beeindruckenden Glasmalereien. Sie ist lt. einer Homepage über den 15 schönsten U-Bahn-Statoionen der Welt, die Zweitschönste. Es handelt sich um ein öffentliches Kunstwerk. Die Lichtkuppel wurde von dem italienischen Künstler Narcissus Quagliata entworfen. Bis zur Fertigstellung hat es 4-5 Jahre gebraucht. Jedes einzelne Teil wurde ausschließlich aus Glas hergestellt. Hagen v. Ortloff Bild in Detailansicht öffnen
Dreißig Shinkansen, die hier die Bezeichnung 700T erhielten, sind im Einsatz - mit einem Fassungsvermögen von jeweils knapp tausend Personen. Andreas Stirl & Frank Rinnelt Bild in Detailansicht öffnen
Seit 2007 sind japanische Shinkansen auch in Taiwan unterwegs. Hier heißen sie allerdings TSHR (Taiwan High Speed Rail). Eine Fahrt zwischen den Metropolen Taipeh und Kaohsiung dauert etwa anderthalb Stunden. Hagen v. Ortloff Bild in Detailansicht öffnen
762-mm-Schmalspur Zucker-Museumsbahn in Xihi mit der 1948 in Belgien gebauten Dampflok 346. Hagen v. Ortloff Bild in Detailansicht öffnen
Der Zugbetrieb unterscheidet sich nicht wesentlich von dem in Europa. Hier wie dort sind im Einsatz Vorort- und Regionalzüge, lokbespannte Personenzüge und Triebwagen, mal schnelle, mal langsame. Vorne am Zug: eine Lokomotive vom Typ E, gebaut in Korea. 64 Maschinen dieses Typs sind auf der Insel stationiert und hauptsächlich im elektrifizierten Nordosten im Einsatz vor Personen-  und Güterzügen. Ursprünglich waren die Bahnen der Ost- und Westküste unabhängige Gesellschaften mit unterschiedlichen Spurweiten. 1989 wurde die Spur  auf 1067 Millimeter vereinheitlicht und der Ring um die Insel geschlossen. Bild in Detailansicht öffnen
Wir machen Station in Jiufen. Taiwans Nordküste zieren zerklüftete und ausgeschwemmte Felsen, eine wildromantische Gegend am Ostchinesischen Meer. Bild in Detailansicht öffnen
Von Xihu geht es nur dreißig Kilometer weiter Richtung Osten, zu einer weiteren Touristikbahn, die ebenfalls ursprünglich Güter transportierte, diesmal Holz und Getreide. Es ist die 30 Kilometer lange „Chii-Chii Line“. In Jiji steigen wir zu und begleiten die vielen Wochenendtouristen Richtung Checheng und dem Sonne-Mond-See. Bild in Detailansicht öffnen
In Checheng ist ein kleiner Eisenbahnpark entstanden mit historischen Fahrzeugen und einem neuen Bahngebäude. Der alte Bahnhof fiel vor einigen Jahren einem Erdbeben zum Opfer. Auf dem Gelände wird den zahlreichen Besuchern nicht nur ein Blick in die Bahnvergangenheit, sondern auch in die Geschichte der Holzverarbeitung auf Taiwan geboten – ein lohnendes Ausflugsziel, die „Chi-chi-Line“. Bild in Detailansicht öffnen

Weitere Stationen sind die ehemalige Goldgräberstadt Jiufen und die Taroko-Schlucht, mit ihren 500 tiefen Einschnitten. Kaohsiung, die zweitgrößte Stadt des Landes, ist bekannt für ihre herausragenden U-Bahnhaltestellen, ganz in der Nähe befindet sich das Buddah Gedächtnis Center mit seiner 36 Meter hohen Statue.
Fort Zeelandia und der Konfuziustempel sind die wohl berühmtesten Sehenswürdigkeiten der früheren Hauptstadt Tainan. Fast ein Jahrhundert lang wurde in Taiwan Zucker verarbeitet. In Xihu ist aus einer ehemaligen Raffinerie ein Museum entstanden mit einer sieben Kilometer langen Museumseisenbahn. Weitere touristische Höhepunkte sind die Bahnen zum Sonne-Mond-See und zum Berg Alishan, wobei letztere 2009 Opfer eines Taifuns wurde und Züge nur noch auf einem kurzen Abschnitt verkehren. Am Endpunkt kann man den legendären Sonnenaufgang im Alishan-Gebirge erleben.

Seit 2007 sind die beiden Metropolen des Landes Taipeh und Kaohsiung mit einer 350 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitsbahn verbunden, die die 345 Kilometer lange Strecke in 96 Minuten durchfährt.

(ESD arte: 12.06.2013)

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