Folge 967

Straßburg, grenzenloser Schienenverkehr

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Straßburg: geschichtsträchtige Stadt an der Grenze zu Deutschland und mit ihren vielen europäischen Institutionen neben Brüssel die Hauptstadt Europas. Um diese vielfältige Stadt zu entdecken, bietet es sich an, die „tramways“, die Straßenbahnen zu nutzen. Sie gelten als Paradebeispiel für die Renaissance der Straßenbahnen in Europa seit den 1990er Jahren.

Als die Tramway 1994 eröffnet wurde, nahm die Stadt dies zum Anlass einer Neugestaltung der Verkehrsführung. Große Bereiche der Innenstadt wurden autofrei, während die Straßenbahnen durch das Herz der Stadt rollen.
Die Straßenbahn wird von der „compagnie des transports strasbourgeois“ kurz CTS betrieben. Ihre futuristisch anmutenden Niederflurwagen ähneln einem Hochgeschwindigkeitszug mehr als einer Straßenbahn und wurden schnell zu einer Touristenattraktion.



Heute fahren sechs Linien auf etwa 57 Kilometern Streckenlänge. Die Linien A und D sowie B, C und F haben jeweils gemeinsame Streckenabschnitte und kreuzen sich alle an der zentralen Station Homme de Fer. Die neueste Strecke ist die Verlängerung der Linie D hinüber in die deutsche Nachbarstadt Kehl, die im Sommer 2017 eröffnet wurde. Zahlreiche Pendler, Touristen und Flaneure überqueren täglich den Rhein und tragen zum europäischen Flair der Metropole bei. Die Brücke, auf der die tramways den Rhein überfahren, wurde extra für den Straßenbahnverkehr nördlich der schon existierenden Europabrücke erbaut.

In Kehl machen wir einen Abstecher in den dortigen Rheinhafen. An der europäischen Wasserstraße finden im kleinen Städtchen Kehl riesige Mengen an Um- und Verladungen statt. Dabei hilft die Hafenbahn – die Verwaltung selbst hat eine kleine Henschel-Lok, ansonsten helfen Dieselloks beim Containertransport auf dem riesigen Gelände.

Zurück in Straßburg: Etwa 1,4 Kilometer der tramways“ verlaufen unterirdisch und unterfahren den Hauptbahnhof, den Gare Centrale. Auch der Bahnhof der französischen SNCF erzählt einiges über die Geschichte der Stadt. Eröffnet wurde er 1883, als Teil des deutschen Kaiserreiches, an das das Elsass nach dem Krieg von 1870/71 gefallen war. De Architektur erzählt viel über die deutsch-französische Geschichte. Doch der Bahnhof ist auch hochmodern, seit 2007 schmückt eine gläserne Fassade die Front des Gebäudes und sorgt für mehr Platz im Empfangsbereich. Auch hier im Hauptbahnhof merkt man Straßburgs zentrale Lage in Europa, gehen doch auch von hier Verbindungen in alle Himmelsrichtungen und über die Grenzen zu den Nachbarländern.

(ESD: 24.05.2019)

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