Folge 934

Vikingtrain – Auf der Eisernen Seidenstrasse bis zur Ostsee

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Es ist ein kompletter Widerspruch: Da ziehen zwei Dieselveteranen aus der Sowjetzeit die Zukunft des Welthandels über die Schienen vom Schwarzmeer-Hafen Odessa. Zukunft? Welthandel? 

Wöchentlich zwei bis drei Mal rollt dieser Zug vom Schwarzen Meer an die Ostsee und zurück – 1734 km einfach, in der Rekordzeit von 51 bis 54 Stunden. Der Frachtzug hat nur Container auf den Waggons und braucht für das Passieren von zwei Grenzen jeweils nur etwa 30 Minuten. Der Zug heißt Wikingerzug und hat an allen Bahnhöfen und Grenzen absolute Priorität in der Abfertigung. Das Projekt heißt Viking Project und wurde Anfang des Jahrtausends vom EU-Staat Litauen, dem Russland-Verbündeten Weißrussland und dem Russland-Gegner Ukraine – immer noch im Krieg mit Russland – geplant und schnell in die Realität umgesetzt.

Das Wikinger-Projekt ist der letzte Teil der Transportkette von China bis nach Nord- und Mitteleuropa – und es funktioniert allen politischen Misstönen zum Trotz reibungslos. In der geplanten Zukunft des Welthandels wird Fracht in Containern auf der Neuen Seidenstraße in wenigen Tagen aus dem Fernen Osten auf den Märkten Europas landen. Wir zeigen das bereits funktionierende Teilstück der gigantischen Frachtroute zwischen Odessa über Kiew und Vilnius bis zum Osteehafen Klaipeda.

Der Film zeigt entlang der Strecke Odessa – Kiev – Minsk – Vilnius – Klaipeda den Weg der Container-Züge und die Landschaften, durch die der Zug fährt. In den Städten und in der Eisenbahntechnik zeigt sich, auf welch unterschiedlichem Niveau die Partner des Projekts agieren – und in Tschernobyl, wie eng ihr Schicksal über alle politischen Differenzen hinweg miteinander verknüpft ist.

(ESD: 09.06.2018)

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