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Ägypten ist bekannt für seine Altertümer. Das Land in Nordostafrika hat aber auch die älteste Eisenbahnstrecke des Kontinents. Die Bahn zwischen Alexandria und Kairo wurde in Teilstücken 1854 eröffnet. Durchgängig befahrbar war die Eisenbahn der Pharaonen zwei Jahre später. Sie führt uns durch das Nildelta, den bevölkerungsreichsten Teil Ägyptens.

Wir wollen Ägypten jenseits der All-Inclusive-Hochburgen entdecken. Alexandria, die berühmte Hafenstadt am Mittelmeer ist dabei unser Ausgangspunkt. Die Stadt ist bei Ägyptern beliebt, bei Europäern ist sie aber noch nicht so bekannt. Bevor wir uns auf den Weg zum Bahnhof machen, besuchen wir noch schnell die Bibliotheca Alexandrina, die Nachfolgerin der berühmtesten Bibliothek der Welt.

45 Minuten Mit dem Zug durchs Nildelta

Morgenstimmung im Nildelta (Foto: SWR, Alexander Schweitzer)
„Alex“ nennen die Ägypter ihre berühmte Hafenstadt am Mittelmeer. Alexander der Große gab ihr vor mehr als 2.300 Jahren seinen Namen. Schnell entwickelte sich Alexandria zur wichtigsten Hafenstadt Ägyptens und wurde reich. Heute ist Alexandria mit rund fünf Millionen Menschen die zweitgrößte Stadt Ägyptens und bei den Einheimischen in den Sommermonaten sehr beliebt. Fernab der All-Inclusive-Hochburgen am Roten Meer haben die Europäer die Mittelmeerstadt noch nicht entdeckt. Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
In einem Eisenbahn-Museum. Vor allem Schüler werden hier in die Geheimnisse der Eisenbahngeschichte eingewiesen. Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Das Logo der ägyptischen Eisenbahn Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Ein schwer beladenes Containerschiff. Rund 50 Prozent der Nahrungsmittel müssen importiert werden, da ist nicht jeder erfreut von einer Bahnstrecke direkt neben seinem Feld. Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Etwas ältere Signalanlagen. Das ägyptische Schienennetz misst 9.500 Kilometer und wird noch per Hand bzw. per Fuss „gewartet“. Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Bahnhof Alexandria - Ausfahrt des Zuges auf der ältesten Bahnstrecke Afrikas in Richtung Kairo Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Einer der unzähligen Züge rast durchs Nildelta Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Im Nildelta Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen

Wir fahren in normalen Regelzügen durch das fruchtbare Nildelta und erreichen schließlich Tanta. Die Stadt ist berühmt für ihre Moschee, jährlich kommen Tausende Pilger mit der Bahn. Nach diesem Zwischenstopp ist es nicht mehr weit bis nach Kairo. Hier stehen die Pyramiden von Gizeh sowie eine Nilfahrt mit einer Feluke, einem Segelboot, auf dem Pflichtprogramm.

Danach reisen wir Richtung Osten und tauchen im Roten Meer nach einer untergegangenen Dampflokomotive. Unser nächstes Ziel ist Ismailia, die Stadt am Suezkanal. Hier beobachten wir riesige Schiffe, wie sie sich durch den 162 Kilometer langen Kanal schieben. Die Eisenbahn fährt weiter immer direkt neben dem Kanal. Endpunkt unserer Reise ist Port Said am Mittelmeer, wo sich die Einfahrt des Suezkanals befindet. Um den Schiffen den Weg zu weisen, wurde einst eine berühmte Statue in Form einer ägyptischen Bäuerin mit Fackel geschaffen. Ägypten konnte aber nicht bezahlen, heute ist als Freiheitsstatue weltbekannt und steht in New York.

(ESD: arte 02.11.2010)

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