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Susanne Mayer-Hagmann (Foto: SWR, SWR - Wolfgang Drichelt)

Mit Dampf und Diesel durch die Pampa

1869 wurde die erste Eisenbahnlinie in Uruguay eröffnet. Vor allem die Briten ließen ca. 3000 km Strecke bauen. Seit der Verstaatlichung 1945 findet heute nur noch wenig Güterverkehr und kaum Personenverkehr statt.

Die Briten waren an einer Erweiterung des Schienennetzes interessiert. Mit ihrem Geld wurden an die 3000 km Strecke gebaut, und viele Jahrzehnte florierten englische und uruguayische Bahngesellschaften  nebeneinander als Transportwege für Rinder und Schafe, Hauptexportware nach Europa und in die USA.

Brücke (Foto: SWR)
1873 kam die Eisenbahn nach 25 de Agosto.  Eine erste Brücke über den Rio Santa Lucía wurde im Jahr 1900 wegen zunehmender Belastung durch eine stabile Eisenbrücke ersetzt. Die hält bis heute, seit Jahrzehnten ist ihre Beanspruchung nur gering. Bild in Detailansicht öffnen
"Seit ich 13 bin, fahre ich sie. Jetzt bin ich 65." Bild in Detailansicht öffnen
Pepe und die kleine Orenstein und Koppel sind Überbleibsel eines großen Sand- und Kieswerks, das hier zwischen 1912 und 1980 von Argentiniern geführt wurde. Knapp 5 km 600mm-Gleise sind noch vorhanden, 15 km Nebengleise zugewachsen oder abgebaut. Bild in Detailansicht öffnen
Seit 1986 haben sich ehemalige und jetzige Mitarbeiter von AFE und einfach nur Eisenbahn-Begeisterte zusammengefunden, um das zu tun, was Eisenbahnvereine auf der ganzen Welt tun: nämlich alte Fahrzeuge wieder zum Laufen zu bringen. Bild in Detailansicht öffnen
Überall in Montevideos Straßen stößt man auf Graffities, die etwas über Uruguay und seine Geschichte erzählen. Bild in Detailansicht öffnen
Gerettet wurde Dampflok 120  von den Schienenfreunden AUAR,  der „Asociación  Uruguaya Amigos del Riel“. Nicht das einzige Projekt des Vereins, der sich schon über ein halbes Jahrhundert für die Bewahrung von Eisen- und Straßenbahnen einsetzt und deren Schienenprofile im Wappen führt. Bild in Detailansicht öffnen
José Luis Hernandezerweckt mit Hilfe seiner Frau und einem alten Märklintrafo die selbstgebauten Modelle einer H0-Anlage  zum Leben. Bild in Detailansicht öffnen
Die Fahrt geht durch die Vororte hinaus ins Hinterland von Montevideo. Ein Zug erregt hier immer Aufmerksamkeit. Bild in Detailansicht öffnen
Ein Stellwerkswärter betätigt eine Hebelanlage, die wie das Signalsystem noch aus Zeiten stammt, in denen auch die Engländer hier die Bahn betrieben. Bild in Detailansicht öffnen
Konkurrenz belebt das Geschäft: Als es in Uruguay noch verschiedene britische und staatliche Gesellschaften gab, ging es der Bahn gut. Bild in Detailansicht öffnen
In neue Fahrzeuge hat die AFE schon lange nicht mehr investiert. Dazu fehlt das Geld, manche sagen auch, der Wille. 2013 wurden  fünf  gebrauchte Triebwagen aus Schweden erstanden. Bild in Detailansicht öffnen
Seit 1952 sind alle staatlichen und privaten Bahnen Uruguays in der “Administración de Ferrocarriles del Estado”, der Staatsbahn AFE vereint. 1988 stellte sie landesweit den Fahrgastbetrieb ein,Anfang der 90er wurde eine einzige Linie wiedereröffnet. Bild in Detailansicht öffnen

Nach 1945 wurden alle Bahnen verstaatlicht, und damit begann ihr allmählicher Niedergang. Heute werden noch ca.1000 km für den Güterverkehr genutzt, auf nur 64 km findet ein spärlicher Personenverkehr statt.

Trotzdem spielt in Uruguay die Eisenbahn eine große Rolle: Ihre glanzvolle Zeit lebt in den Herzen der Landesbewohner weiter. Die historischen Überreste werden als echte Schätze bewahrt. Susanne Mayer-Hagmann und ihr Team haben einige Bahngeschichten aus dem Land am Rio de la Plata mitgebracht.

(ESD: 12.04.2015)

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