Folge 704

Die Arlbergbahn

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Vor 125 Jahren wurde die Arlbergbahn zwischen Bludenz und Landeck eröffnet. Sie ist in Österreich eine wichtige Transitstrecke in Ost-West Richtung und verbindet Vorarlberg mit Tirol.

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Zur Bauzeit galt die Strecke als technische Meisterleistung. Es entstand sogar eine Art "Baustellentourismus", man wollte die riesige Baustelle mit ihren zeitweise 15.000 Arbeitern bestaunen.

Die Arlbergbahn in Wald am Arlberg (Foto: SWR, SWR - Alexander Schweitzer)
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Taurus 1016 023 bei der Einfahrt in den Bahnhof von St. Anton SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Eine Schneeschleuder mit zwei Motoren á 425 PS wird im Schienenverkehr zur Räumung von Schneemassen eingesetzt. Im Vergleich zum einfachen Schneepflug, hat die Schneeschleuder eine effektivere Wirkung, da der Schnee nicht zur Seite geschoben wird, sondern über Schneidräder aufgenommen und seitlich in großem Bogen nach links oder rechts ausgestoßen. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Die Doppelschneeschleudern zeichnen sich durch eine stabile Stahlblechkonstruktion mit zwei gegenläufigen Wurfrädern aus. Rechteckige Schneeführung mit unten leicht abgeschrägten Ecken sorgen mit zwei seitlichen Schneidemessern für ein sauberes Räumprofil. Der Schnee wird von den Wurfrädern aufgenommen und über einen zentralen Schacht ausgeworfen. Mittels eines hydraulischen Drehkranzes, der auf den Auswurfschacht aufgesetzt wird, kann der Schnee durch einen um 270 Grad drehbaren Auswurfkamin in fast alle Richtungen geworfen werden. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Zugkreuzung zwischen ÖBB Taurus und einer Schneeschleuder, die normalerweise in Innsbruck beheimatet ist. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Trisannabrücke - Brücke der Arlbergbahn über die Trisanna westlich von Landeck, in 86 m Höhe mit einer Stützweite von 120 m 1884 erbaut, lange Zeit das größte Bauwerk dieser Art in Österreich; galt als Denkmal österreichischer Ingenieurskunst. 1924 wurde die Konstruktion verstärkt, 1964 wurde die komplette Brücke ersetzt. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Arlbergtunnel Westportal SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Der Schmiedetobel-Viadukt ist die größte Brücke der Westrampe der Arlberglinie. Sie liegt zwischen den Bahnhöfen Dalaas und Hintergasse. Dieser über eine 114 m weite und 56 m tiefe Felsschlucht gebaute Viadukt verfügt über drei Halbkreisgewölbe von je 22 m Spannweite, auf beiden Seiten daran anschließend erstreckt sich je ein ebenso geartetes Gewölbe von 12 m Lichtweite. Die großen Gewölbe ruhen auf zwei Pfeilern von 38,2 m bzw. 39,4 m Höhe (von der Fundamentsohle bis zum Bogenanlauf gemessen). SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
ÖBB 1144 228 am Bahnhof Bludenz - dem Ausgangspunkt der Arlbergbahn. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Reisezug im Brazer Bogen SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Arlbergstrecke SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Kameramann Ulrich Nissler und Tonmann Andreas Schmidt bei der Arbeit an der Galzigbahn, in St. Anton am Arlberg. Sie wurde im Jahr 1937 erbaut und wird hauptsächlich für den Winterbetrieb genutzt. Sie bringt die Skifahrer von der Talstation in 1304 Meter Höhe auf den Galzig in 2080 Meter Höhe. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Blick auf die Valuga SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Blick hinunter nach St. Anton. Tief im Tal fährt die Arlbergbahn. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Landeck, End- bzw. Anfangspunkt der Arlberg Bergstrecke. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Das Viadukt in Landeck wurde während unserer Dreharbeiten im Winter 2009 erneuert. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Bahnhof Landeck - hier steigen viele Skifahrer ein. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Bahnstation Wald am Arlberg - manche Streckenabschnitte sehen im Winter nie die Sonne. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen

Herzstück der Strecke war und ist der mehr als zehn Kilometer lange Arlbergtunnel. Einer der Gründe für den Bahnbau war die Abgeschiedenheit Vorarlbergs vom Rest der Monarchie. Die Überquerung des Arlberg-Passes stellte vor allem im Winter ein großes Problem dar. Vorarlberg musste dann über deutsches Gebiet versorgt werden. Vor dem Bahnbau war die Gegend bitterarm. Viele Bauern schickten ihre Kinder ins Ausland – sie sind unter der Bezeichnung "Schwabenkinder" bekannt.

Arlbergbahn (Foto: SWR, SWR - Wolfgang Drichelt)
Das österreichische Krokodil 1089-05 ist ein Handmodel/Einzelstück mit Lichtern auf dem Kasten und nicht wie bei dem Schweizer Krokodil auf den Puffern. SWR - Wolfgang Drichelt Bild in Detailansicht öffnen
Der österreichische Railjet und ein Güterzug fahren zeitgleich auf den Schienen der über 17x4 Meter langen Anlage. SWR - Wolgang Drichelt Bild in Detailansicht öffnen
Eine klassische Arlberglok bahnt sich ihren Weg durch die malerische Landschaft. SWR - Wolfgang Drichelt Bild in Detailansicht öffnen
Die Trisanna Steinbogenbrücke ist dem Original nachempfunden. In der Realität überspannt sie mit einer Länge von 230 Metern den Eingang des Paznauns und quert die Trisanna sowie die Silvretta Straße. SWR - Wolfgang Drichelt Bild in Detailansicht öffnen
Insgesamt befinden sich 27 000 Bäume auf der Anlage. SWR - Wolfgang Drichelt Bild in Detailansicht öffnen
Auf den Dächern der Burg Wiesberg sind 2700 handgefertigte Dachschindeln verbaut. SWR - Wolfgang Drichelt Bild in Detailansicht öffnen
Nachdem die Module der Anlage an verschieden Käufer veräußert wurden, hat sie der N-Spur-at-Club alle in Besitz gebracht. SWR - Wolfagang Drichelt Bild in Detailansicht öffnen
Das Modell der Arlbergbahn in Spur-N wurde von 1992 bis 2007 von Friedrich Prinz erbaut. Die Gesamtlänge der Anlage beläuft sich auf circa 40 Meter. In Friedrichshafen 2015 waren 17x4 Meter davon ausgestellt. SWR - Wolfgang Drichelt Bild in Detailansicht öffnen

Mit der Bahn kam aber auch der Wohlstand ins Tal. Als Arbeiter, Bahnbeamte und später als Skilehrer fanden viele Menschen ein Auskommen. Noch heute wird der Verkehr auf der Strecke im Winter von der Natur bestimmt. Schneeräumungen gehören genauso zur Tagesordnung wie tägliche Berichte der bahneigenen Wetterstationen, die vor Lawinen warnen und gegebenenfalls zu Streckensperrungen führen. Täglich fahren 70 Züge auf der Arlbergbahn. Neben dem Güterverkehr spielt auch der Personenverkehr eine wichtige Rolle. Vor allem Skiurlauber nutzen die Bahn, um nach St. Anton zu kommen.

(ESD: 02.08.2009)

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