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Vor über 100 Jahren wurde die Hedjaz-Bahn gebaut. Wir begleiten Eisenbahn-Enthusiasten auf ihrer Reise durch Syrien und Jordanien.

Amman - Eisenbahnfreunde warten auf den Zug (Foto: SWR, SWR - Alexander Schweitzer)
Eisenbahn-Freunde an der Hedjazbahn SWR - Alexander Schweitzer

Um die Pilgerreise zwischen Damaskus und Mekka zu erleichtern, wurde vor fast einhundert Jahren die Hedjazbahn gebaut. Heute fahren die Pilger mit dem Bus oder nutzen das Flugzeug. Doch für Eisenbahnfans gleicht die Reise immer noch einer Pilgerfahrt. Ein Filmteam von Eisenbahn-Romantik hat im Mai 2004 eine 30-köpfige-Gruppe von Eisenbahn-Enthusiasten auf ihrer 7-tägigen-Reise durch Syrien und Jordanien begleitet.

Bei unserer Ankunft in Damaskus ist es 1 Uhr 30. Leider dürfen wir unsere Kameraausrüstung nicht mit ins Hotel nehmen. Der Zoll lässt uns auch nach drei Stunden nicht durch. Erst am nächsten Tag gegen 13 Uhr bekommen wir unser Equipment durch den Zoll - nach einer Zahlung von rund 800 Dollar Kaution.

Damaskus - Hedschasbahnhof (Foto: SWR, SWR - Alexander Schweitzer)
Hedjazbahnhof in Damaskus SWR - Alexander Schweitzer

Die Reisegruppe hat in dieser Zeit bereits das Ausbesserungswerk Damaskus-Kadem und den Hedjaz-Bahnhof in Damaskus besichtigt. Nachmittags stoßen wir auf der alten Libanonstrecke wieder zu unserer Gruppe - die Filmarbeit beginnt.

Den nächsten Tag verbringen wir auf der Stammstrecke der Hedjazbahn zwischen Damaskus und Deraa, der Grenzstadt zu Jordanien. Dampf satt - zur Freude der Fotofans.

Ein besonderer Leckerbissen bietet die ehemalige Haifabahn zwischen Deraa und Haifa. Seit die Haganah im Jahre 1946 die Brücke über den Yarmuk gesprengt hat, gibt es hier keinen durchgängigen Zugverkehr mehr. Auf israelischer Seite ist die Strecke abgebaut. In Syrien ist noch ein kurzes Teilstück befahrbar. Die Strecke führt durch das zauberhafte Yarmuktal entlang der syrisch-jordanischen Grenze.

Entgleisung kurz vor Bosra (Foto: SWR, SWR - Alexander Schweitzer)
Entgleisung vor Bosra SWR - Alexander Schweitzer

Aus einem kurzen kulturellen Abstecher nach Bosra wurde ein längerer Abenteuerausflug. Ein Wagen unseres Zuges ist entgleist. Mit primitivsten Hilfsmitteln (Steine u.ä.) gelang es unseren syrischen Eisenbahnern, den Wagen wieder aufs richtige Gleis zu setzen. In Bosra ergab sich eine Stippvisite in einem der größten und besterhaltenen römischen Theaterbauwerke der Welt.

Beim Grenzübertritt nach Jordanien gab es keine Probleme - einzig unsere Kaution, die wir bei der Einreise nach Syrien bezahlt haben, wurde durch "Gebühren" minimiert.

Amman - Dreh auf der Stadtstrecke (Foto: SWR, SWR - Alexander Schweitzer)
Stadtstrecke Amman - Dreh auf der Stadtstrecke SWR - Alexander Schweitzer

Von der jordanischen Hauptstadt Amman wollen wir einen Ausflug in die Wüste machen. Auf der Stadtstrecke wird unser Zug mit Steinen beworfen. Leider kommen wir in der Wüste nicht an. Die Station Jizra ist unser Endpunkt, da das Zugpersonal wegen eines heftigen Sandsturmes nicht mehr weiterfahren will. Auch ist die Sicht für den Tankwagen zu schlecht. Er hätte unsere Loks in der Wüste mit Wasser versorgen sollen.

Alles in Allem haben wir eine sehr interessante Reise hinter uns und der Film, den wir mit nach Hause gebracht haben, wird sicherlich zu einem eisenbahn-romantischen Höhepunkt. Nun ruhen wir uns erst einmal aus - die Arbeitstage in Syrien und Jordanien waren mit 14 bis 16 Stunden sehr lang.

Doppeltraktion Kurve (Foto: SWR, SWR - Alexander Schweitzer)
Doppeltraktion SWR - Alexander Schweitzer

Den Film von Alexander Schweitzer können Sie sich in Eisenbahn-Romantik, am 28. November 2004, anschauen.

(ESD: 28.11.2004)

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