Folge 173

Die Weißeritztalbahn

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Die älteste Schmalspurbahn Deutschlands

Ihre Strecke ist 26,3 Kilometer lang und führt von Freital-Hainsberg nach Kipsdorf.

Eröffnet wurde sie am 1. November 1882. Seither zuckelt sie mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h, 350 Höhenmeter überwindend, ins Erzgebirge. Fahrzeit 1,5 Stunden.

099 727 (Foto: SWR)
099 727 0 auf dem Weg nach Kipsdorf.

19 Züge waren früher unterwegs, davon acht Güterzüge. Nach der Wende ging es bergab mit der Bahn. Die DB hat 1994 den Güterverkehr eingestellt. Personenzüge fahren aber noch wie eh und je.

Wiederaufbau der Weißeritztalbahn – Stand: September 2004

Selbst Optimisten waren sich Mitte dieses Jahres nicht mehr sicher, ob die Weißeritztalbahn, Deutschlands älteste betriebfähige – doch zuletzt arg gebeutelte – Schmalspurbahn wieder auf die Beine bzw. Gleise kommen würde.

Die Weißeritztalbahn zwischen Hainsberg und Kipsdorf, vor den Toren Dresdens gelegen, wurde ein Opfer der fürchterlichen Flut im August 2002. Und lange sah es so aus, als wäre am 12. August 2002 der letzte Dampfzug durch den Rabenauer Grund gezuckelt.

Die Schäden waren immens, das Interesse der DB am Wiederaufbau dagegen eher gering. Aber niemand hatte mit die Liebe der Bewohner zu ihrer Bimmelbahn gerechnet, Die war und ist nämlich riesig. 30.000 Unterschriften haben dies bestätigt und im Bundes-Verkehrs-Ministerium augenscheinlich Eindruck gemacht.

Jedenfalls war nach zähen und recht langwierigen Verhandlungen der gordisch-sächsische Knoten zerschlagen. Die Weißeritztalbahn geht am 14. September 2004 auf die BVO Bahn GmbH über. Gleichzeitig erhält das Annaberger Unternehmen einen Scheck über 10 Millionen Euro zum Wiederaufbau zerstörter Gleise.

Verkehrsminister Manfred Stolpe hat den Scheck höchstpersönlich unterschrieben und seine Staatssekretärin Iris Gleicke konnte diesen einem staunenden und letztlich begeisterten Publikum präsentieren.

Da der Freistaat Sachsen, vertreten durch seine Wirtschaftsminister Dr. Martin Gillo, für den Rest der geschätzten 20 Millionen Kosten aufkommen wird, steht der Wiedergeburt der Weißeritztalbahn nun nichts mehr im Weg. Auch wenn einige Zweifler bis zuletzt noch von "Wahlkampf" sprachen.

Seit dem 14. September, 15.40 Uhr, sind sie verstummt. Zu diesem Zeitpunkt erfolgte ein neunfacher Spatenstich, so viele prominente Mitglieder aus Wirtschaft und Politik wollten beim Beginn des Wiederaufbaus symbolisch Hand anlegen.

Jetzt weht wieder Optimismus durch das Tal der Weißeritz.

Hoffen wir, das in einem guten Jahr die Dampfwolken folgen.

(Hierzu gibt es noch eine gleiche, aber alte Fassung: Folge 224).

(ESD: 21.12.1995)

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