Folge 634

Grüner Tee & grauer Rauch – Bahnreise durch Japans Mitte

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Hagen von Ortloff
Hagen von Ortloff (Foto: SWR, SWR)

Auch in Japan sind Dampflokomotiven selten geworden. Wir besuchen im berühmten Teegebiet Kawane eine Teeplantage und eine Museumseisenbahn.

Wenn man mit einer japanischen Dampfeisenbahn in das Gebirge fährt, ist das etwas Besonderes, da Dampfbahnen im Land der aufgehenden Sonne selten geworden sind. Wenn diese Bahn dann auch noch durch das berühmte Teegebiet von Kawane dampft, und man am Ende der Fahrt auch noch einen Schluck dieser grünen Spezialität kosten darf, hat das Glück wohl alle Sinne des Reisenden erreicht.

Die Oigawa Railway, ungefähr 200 Kilometer westlich von Tokio gelegen, kann mit zahlreichen Spezialität aufwarten. Zwei Dampfzüge sind täglich im Einsatz. Hinzu kommt ein Zahnradabschnitt, der mit einer E-Lok befahren wird und eine atemberaubende Streckenführung über einen Stausee, der die Fahrt zu einem Bahnabenteuer werden lässt.

Passend hierzu zeigen wir noch ein paar Bilder der preisgekrönten japanischen Spur N-Anlage von Harald Otto. Sie wurde mehrfach in Modellbahnmagazinen in Japan veröffentlicht und dort von den Lesern prämiert.

Das Ausstellungsplakat in Düsseldorf. (Foto: SWR, Harald Otto)
Das Ausstellungsplakat in Düsseldorf. Harald Otto Bild in Detailansicht öffnen
Eine malerische Bahnlinie durchquert beginnend an der Küste des Japanischen Meeres ausgehend von der Küstenstadt Itoigawa im Norden das alpine Bergland mit einigen Dreitausendern in Richtung Süden und erreicht nach etwa 105 km die Stadt Matsumoto mit dem Wahrzeichen einer prächtigen Burg. Im südlichen Teil der Bahnlinie befindet sich die kleine Stadt Shimatakamatsu, die als fiktives aber dennoch authentisch wirkendes Modell im Maßstab 1:150 vom Architekten Dipl.-Ing. Harald E. Otto ( 島本 ) in mehr als zweijähriger Bauzeit entstand. Im Mai 2015 war das Schaustück Mittelpunkt einer größeren mehrwöchigen Ausstellung im EKŌ Haus der Japanischen Kultur im Düsseldorfer Stadtteil Niederkassel, wo auch viele Japaner zu Hause sind. Harald Otto Bild in Detailansicht öffnen
Das Ziel des Erbauers war es nicht, die bestehende Stadt konkret nachzubauen, sondern die typische japanische Stimmung in einer vorbildgetreuen Umgebung so glaubwürdig wie möglich in Szene zu setzen. Dafür wurde der schöne Name der Stadt übernommen und die Stadt gegen das Original ausgetauscht. Der sich von Spur N unterscheidende Maßstab 1:150 ist das in Japan übliche System und ist mit unserer N-Bahn 1:160 kompatibel. Harald Otto Bild in Detailansicht öffnen
Der kleine, sehr gut in die Szene passende Mini-Bagger ist ein leider nicht mehr lieferbares ehemals gelbes Wiking N-Modell. Das Badehaus ist eines von nur zwei Gebäuden, die mit einer Beleuchtung ausgestattet sind. Alle Innenwände wurden mit lichtdichter Folie und zusätzlich mit mehrfachem Schwarzanstrich behandelt. Erst dann leuchtete es wirklich nur noch durch die Fenster. Leider nicht hier auf den Bildern. Harald Otto Bild in Detailansicht öffnen
Ein gelegentlich verkehrender Dampfzug mit zwei Reisezugwagen schafft es immerhin, am nicht allzu langen Bahnsteig Platz für den Fahrgastwechsel zu finden. Der Bahnhofsvorplatz zeigt sich auf dem Bild recht ruhig, und auch die Autos der Polizeiwache im Vordergrund haben nicht viel zu tun. Die Gebäude entstanden hauptsächlich aus Bausätzen, die zum Teil in Deutschland, aber hauptsächlich in Japan bezogen wurden. Einige der Gebäude waren schnell montiert; andere erforderten größeren bis erheblichen Aufwand. Harald Otto Bild in Detailansicht öffnen
Dieses Foto zeigt bereits einige der das Stadtbild prägenden Anwesen, zum Beispiel links vorn einen Teil des japanischen Gartens im Tempelbereich und gegenüber die emsig beschäftigte Holzhandlung des Meisters Hamasaki. Der Bahnübergang erforderte viel Sorgfalt, besonders bei der makellosen Anpassung des „Asphalts“ an die Schienen. Auch das Höhenniveau und besonders der berührungsfreie Durchlauf der Radsätze müssen stimmen, ein Bahnübergang ist auch immer Blickfang. Harald Otto Bild in Detailansicht öffnen
Das formidable Anwesen des stadtbekannten Holzhändlers und stellvertretenden Bürgermeisters Hamasaki Yoshihiro (浜 崎 嘉浩, der Nachname steht in Japan immer zuerst) mit seinen gelben Fahrzeugen. So klein das Firmengelände ist, was in Japan ja nicht verwundert, so gut nutzt er den zur Verfügung stehenden Platz. Den Baum ganz rechts hat er aber noch stehen gelassen. Durch die Tradition, daß in Japan bestimmte Gebäude nach längerer Zeit immer wieder neu errichtet werden, bleibt das Holz bei ihm nicht lange liegen. Harald Otto Bild in Detailansicht öffnen
Zustand im Sommer 2021, 7 Jahre nach Errichtung. Harald Otto Bild in Detailansicht öffnen
Zustand im Sommer 2021, 7 Jahre nach Errichtung Harald Otto Bild in Detailansicht öffnen

(ESD: 18.03.2007)

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