Mit dem Zug durch Südindien (ESD: arte 17.10.2011)

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Die Indische Eisenbahn ist Asiens größter Bahnbetrieb und der zweitgrößte der Welt. Allein im Süden des Landes sind jährlich an die 600 Millionen Menschen per Bahn unterwegs. Wir reisen mit der Southern Railway zu architektonischen Wunderwerken und traditionsreichen und spirituellen Orten, die entlang der Bahnstrecke wie Perlen auf einer Schnur aufgereiht sind. 

Brücke (Foto: SWR, SWR - Susanne Mayer-Hagmann)
Pamban-Bridge SWR - Susanne Mayer-Hagmann

Der Hauptsitz der Southern Railway und Hauptstadt des südindischen Bundeststaat Tamil Nadu ist Chennai, das ehemalige Madras. Im Bahnhof Egmore Station, auch bekannt als "Tor zum Süden"  beginnt unsere rund über 1000 km lange Zugreise hinab an den südlichsten Punkt des indischen Kontinents, ans Kap Comorin - Abstecher an die traumhafte Coromandelküste, ins Landesinnere oder an Halbinsel genau gegenüber von Sri Lanka sind inbegriffen. 

Klappbrücke (Foto: SWR, SWR - Susanne Mayer-Hagmann)
Klappbrücke SWR - Susanne Mayer-Hagmann

Wir besuchen berühmte Tempelstädte wie Mamallapuram und Madurai und machen Halt in der Ex-Hauptstadt des ehemaligen Französisch-Indien, in Pondicherry, wo nicht nur das französische Flair, sondern auch die Verehrung für einen der international berühmtesten Philosophen Indiens, Sri Aurobindo, blüht. In Kanchipuram machen wir uns vertraut mit der Tradition der handgewebten Seiden-Saris, ohne die keine betuchte Inderin heiraten möchte; in der Region Chettinad werden wir in einen der unzähligen palastartigen Prachtsbauten geladen, in denen einst der unermesslich reiche Kaufmannsclan der Chettiars zu hause war.

Nähmaschinen (Foto: SWR, SWR - Susanne Mayer-Hagmann)
Nähmaschinen SWR - Susanne Mayer-Hagmann

Wir treffen Inder aus allen Landesteilen, die in Tamil Nadu auf "Urlaubs-Pilgerreise" unterwegs sind, beispielsweise nach  Rameswaram, dem wichtigsten Wallfahrtsort der hinduistischen Religion. Oder sie reisen nach Kanniyakumari zur Gedenkstätte des weltweit verehrten Mönchs und gelehrten Swami Vivekananda.

Indische Lokomotiven (Foto: SWR, SWR - Susanne Mayer-Hagmann)
Indische Diesel-Lokomotiven SWR - Susanne Mayer-Hagmann

Nicht zu vergessen die Southern Railway selbst: die Eisenbahnknotenpunkte mit ihren zahlreichen Reisenden und Expresszügen oder das berühmteste Ausbesserungswerk der indischen Eisenbahn, die Golden Rock Workshops. Seit 1897 werden hier Wagen und Loks repariert, neuerdings stellt man auch neue Dampflokomotiven her.

Eisenbahnerischer Höhepunkt ist die Fahrt über die spektakuläre Pampanbridge, die 1912 als erste indische Eisenbahn-Seebrücke gebaut wurde - ein faszinierendes Erlebnis für jeden Zugfreund. Genauso wie der Abstecher von der in Indien üblichen Breitspurbahn auf die letzte Meterspurbahn in Südindien, ein wackeliges Vergnügen, das in Karraikudi beginnt. 

Topftransport (Foto: SWR, SWR - Susanne Mayer-Hagmann)
Topftransport SWR - Susanne Mayer-Hagmann

Die gesamte Reise endet dort, wo nicht nur der bengalische Golf und das Arabische Meer zusammentreffen, sondern auch Reisende aus aller Welt – mit einem der schönsten Sonnenuntergänge, die unser Planet zu bieten hat.

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