Folge 925 Bahnmagazin Südwest - Die Milliarden-Projekte

Mit drei Milliarden-Projekten befassen wir uns in dieser Sendung. Nur eines ist mittlerweile abgeschlossen, die Neu- und Ausbaustrecke zwischen München und Berlin, das Verkehrsprojektes „Deutsche Einheit Nr. 8“. Die Züge benötigen jetzt noch vier Stunden. Bisher sechs. Und statt herkömmlicher Signaltechnik wird das European Train Control System, kurz ETCS, eingesetzt.

Dauer

Auf Stuttgart 21 und den Ausbau der Rheintaltrasse zwischen Basel und Karlsruhe auf vier Gleise dagegen müssen die Kunden noch viele Jahre warten. Und die Kosten steigen und steigen. Im Rheintal kam es 2017 zum GAU, als die Trasse über der neu gebauten Tunnelröhre absackte. Der Zugverkehr ruhte sieben Wochen lang. Laut Bundesverkehrsministerium wird die gesamte Strecke erst 2035 viergleisig befahrbar sein. 20 Jahre später als mit der Schweiz vereinbart, die den Gotthard-Basistunnel 2016 pünktlich in Betrieb genommen hatte. Auf der wichtigen Güterverkehrsstrecke zwischen Genua und Rotterdam gibt es damit nur noch ein großes Nadelöhr, das zwischen Basel und Karlsruhe.

Folge 925 Bilder von den Milliarden-Projekten

Rheintalstrecke bei Rastatt (Foto: SWR, SWR -)
Rheintalstrecke bei Rastatt SWR - Bild in Detailansicht öffnen
Abgesenkte Gleise bei Rastatt SWR - Bild in Detailansicht öffnen
Vereisungstechnik kommt zum Einsatz SWR - Bild in Detailansicht öffnen
Auf der Neu- und Ausbaustrecke Berlin - München SWR - Bild in Detailansicht öffnen
Tunnelbaustelle in Stuttgart SWR - Bild in Detailansicht öffnen
Wiederbelebte Nachtzüge SWR - Bild in Detailansicht öffnen

Ähnlich desaströs ist die Bilanz bei Stuttgart 21. Der offizielle Fertigstellungstermin rückt immer weiter in die Ferne; die Kosten, so die Deutsche Bahn AG, belaufen sich mittlerweile auf 8,2 Milliarden Euro. Mitte der 90er Jahre rechnete sie noch mit 2,6 Milliarden. „Die DB AG hat heute 20 Milliarden Euro Schulden“, sagt Professor Christian Böttger. „Wenn jetzt noch weitere Milliarden dazukommen, die sie bezahlen müsste für das Projekt Stuttgart 21, dann wären die Schulden irgendwann mal außer Kontrolle.“ Und das, so der Berliner Bahnexperte, würde dazu führen, „dass dieses Geld bei allen möglichen anderen Projekten, die wir für die Bahn in Deutschland dringend brauchen, fehlen wird“.

Unbeliebt gemacht hat sich die Deutsche Bahn auch mit dem Aus von Nachtzügen. Inzwischen bieten die Österreichischen Bundesbahnen auf einigen Strecken in Deutschland Schlaf- und Liegewagen an. Mit Erfolg. Und die Autozugverbindung zwischen Hamburg-Altona und Lörrach betreibt die Bahn-Touristik-Express GmbH – samt Schlaf-, Liege- und Speisewagen. Ebenfalls erfolgreich.

(ESD: 17.03.2018)

EIN FILM VON
STAND