Folge 761 XS "Kereta api" oder mit dem Feuerwagen durch Java

Bahnabenteuer Südostasien - die Zuschauer entdecken Indonesiens Hauptinsel Java mit der Eisenbahn. Die Reise beginnt in der Hauptstadt Jakarta, die während der holländischen Kolonialzeit Batavia hieß. Der Entdecker James Cook war 1771 auch schon da und notierte in sein Logbuch: "Batavia ist sicher kein Fleck, den zu besuchen Europäer sich drängen sollten." Auch heute ist der Großstadt-Moloch Jakarta alles andere als schön.

Das Filmteam bricht gleich auf und beginnt die Bahnfahrt in den Osten Javas im Argo-Parahyangan. Er gehört der Executive-Class an, der indonesischen Luxusklasse - mit an Bord, ein eigener Masseur. Ausgedehnte Reisefelder säumen die Strecke.

Folge 761 XS "Kereta api" oder mit dem Feuerwagen durch Java

Zug entlang der Reisfelder (Foto: SWR, SWR - Alexander Schweitzer)
Reisefelder bestimmen das Bild von Java und eine Entdeckungsreise mit der Bahn ist wirklich zu empfehlen. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
In Bandung haben wir den Zug gewechselt. Der Argowilis-Express verbindet seit 1998 die Städte Bandung und Surabaya. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Auch dieser Zug gehört der Executive Class an. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Java ist fünf Mal dichter besiedelt als Deutschland. Die Geburtenrate ist eine der höchsten der Welt. Mehr als die Hälfte der Menschen arbeiten im Agrarsektor, viele als Tagelöhner. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Indonesische Tänze: Eine Rolle beim berühmten Ramayana-Ballett ist für viele DIE Chance, Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Feldbahnlokomotive Nr. 4. Die Nutzung des Schienennetzes für den Abtransport der gefällten Bäume begann 1915 und dauerte bis 1990. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Die Holländer nutzten die Bahn, um die gefällten Baumstämme zum Teakholzlager zu transportieren. Von dort erfolgte der weitere Abtransport. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Bei der indonesischen Staatsbahn ist die Dampfzeit schon lange vorbei. Im Bahnhof in Surakarta - kurz Solo - hat sich aber dieses Kleinod noch bewahren können. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Die Bahn liegt heute im Dornröschenschlaf, wenn sie nicht ein paar Mal im Jahr von Touristen wachgeküsst wird. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Heute wird die Lokomotive nur noch für Touristen angeheizt. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Wasserbüffel statt Lokomotive ziehen die Wagen SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Reisernte SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Lokomotiven in Utamakan. Expresszüge sind hier im Osten Javas nur selten unterwegs. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
SWR Kamerateam auf der Zuckerrohrbahn SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Unterwegs in Java, mal früher, mal mit etwas Verspätung. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Der Singosari-Tempel wurde im 13. Jahrhundert errichtet, um zwei Religionen, den Hinduismus und den Buddhismus, zu vereinigen. Früher nannte man das „Tantrayana“, die Verschmelzung zweier Religionen. Die Religionen bestehen jeweils für sich, der Glaube aber verbindet den Menschen direkt mit Gott. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Die indonesische Eisenbahn muss derzeit in ihr Streckennetz investieren. So wird auch eine neue Brücke über den Brantas gebaut. SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Unterwegs im Westen von Java SWR - Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen

Dort kann man "Wayang Golek" entdecken, eine besondere Art des indonesischen Puppentheaters.
In Yogyakarta erleben die Zuschauer die Unabhängigkeitsfeierlichkeiten mit. 1945 begann der Freiheitskampf. Yogyakarta hatte damals eine große Bedeutung. Der spätere Präsident Sukarno hatte hier seine provisorische Hauptstadt. Einer der Höhepunkte der Feierlichkeiten ist "Panjat Pinang", das Klettern auf Palmen. Junge Männer steigen auf 11,5 Meter hohe Palmenstämme, die mit feinstem Motorenöl eingerieben sind. Sie steigen dabei aufeinander, um oben an Päckchen heranzukommen. Ein recht schmieriges Schauspiel. In der Nähe von Yogyakarta besucht das Kamerateam auch das berühmte Ramayana-Ballett. Es wird hier seit 1961 als großes Tanzdrama im Prambanan-Tempel aufgeführt.
Eisenbahn heißt auf Indonesisch übrigens "Kereta api", Feuerwagen, doch davon gibt es nicht mehr viele. Man kann noch eine Dampflokomotive auf der Waldbahn von Cepu finden. Die Holländer hatten sie einst zum Teakholzabbau benutzt. Auch bei der Zuckermühle Olean fahren noch ab und zu Dampfloks. Sie werden für den Zuckerrohrtransport benötigt.

Im Osten Javas steigen die Zuschauer um in sogenannte "Ekonomi"-Züge. Sie entsprechen in etwa der dritten Klasse. Die Züge sind langsamer und halten häufiger. Innen sind sie nicht ganz so vornehm, aber hier lernt man das richtige Leben besser kennen. In Kertosono steigen Musiker zu, sie verdienen ihr Geld während der Fahrt. Vorbei an Tempeln und Kakaoplantagen erreicht der Zug schließlich Banyuwangi, den östlichsten Bahnhof Javas.
Hier ist die Nachbarinsel Bali nur noch einen Steinwurf entfernt und hier endet die Reise durch das faszinierende, unbekannte Java.

(ESD: 26.05.2018)

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