Folge 630 Nürnberger Spielwarenmesse 2007

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Unser Messerundgang führt uns in diesem Jahr in die Halle 4a. Dort ist neuerdings die Modellbahnwelt anzutreffen, nicht mehr in Halle 7a, wie in den vergangenen Jahren. Allerdings sind wir in der ersten Stunde gar nicht in die neue Halle hineingekommen. Die Stände im Foyer lockten sofort mit ihren Exponaten.

Dauer

KM1 Modellbau

Als erstes trafen wir auf die Firma KM1 und ihre dampfenden Modelle in der Spur I. Inhaber Andreas Krug, ein gelernter Musiker, hat vor vier Jahren sein Hobby zum Beruf gemacht und den Job im Kurpfälzer Kammerorchester mit dem eines Modellbahnpioniers vertauscht. Seitdem hat er sich zum Ziel gesetzt, Geräusche und Dampfausstoß der Modelle so zu optimieren, dass er die Wirklichkeit zwar nicht übertrifft, aber ihr schon sehr nahe kommt.

Ladegüter Bauer

Die Firma Ladegüter Bauer glänzt wieder mit jeder Menge Neuheiten. Es ist unglaublich, welche riesige Mengen an unterschiedlichen Ladegütern ins Modell umgesetzt werden können.

Und laut Walter Stach, Mitarbeiter bei Ladegüter Bauer, hat man noch so viele Ideen in Hinterhand, dass die nächsten Jahre spielend mit zahllosen weiteren Neuheiten bestritten werden können.

Lotus Lokstation

Marion Hötzel von Lotus Lokstation setzt ihre "Traumbahn" weiterhin Stück für Stück ins Modell um. Die legendäre SKGLB, die Salzkammergut-Lokalbahn, die vor mehr als 40 Jahren das Zeitliche gesegnet hat, lebt im Maßstab 1:22,5 weiter.

Die kleine Lok 2 wird dabei ebenso wieder lebendig wie das anheimelnde Stations-Gebäude von Mondsee. Bei unseren Filmaufnahmen benahm sich die kleine Lok wie eine große Diva und verweigerte auf dem stählernen Laufsteg jede Bewegung. Da half kein gutes Zureden unsererseits. Erst der entschlossene Einsatz von Roland Kiene und seinem Schraubenzieher, brachte die kleine Lok wieder auf den richtigen Weg.

Schnabel

Das Familienunternehmen Schnabel aus Kaufbeuren-Neugablonz, dort werden bereits in der vierten Generation Miniaturen aus Zinn gefertigt, hat sich in diesem Jahr ein historisches Thema frei interpretiert. Nachdem man vor einigen Jahren des Adlers angenommen hat und die erste deutsche Eisenbahn im H0-Maßstab auf den Markt gebracht hat, hat man jetzt den Adler vor einen Güterzug bespannt. Am Haken drei Wagen mit Bierfässern der Brauerei Tucher. Es existiert kein einziges Bildnis mit diesem Motiv, aber so könnte der erste schienengebundenen Güterverkehr ausgesehen haben.

Fulgurex

Als nächstes gratulieren wir der Schweizer Firma Fulgurex zum 60. Geburtstag. Der Hersteller von exklusiven Modellen in den größeren Spurweiten, und häufig auch für den etwas dickeren Geldbeutel, feiert zudem das Jubiläum des 50. Messegeburtstags. Fulgurex war das erste ausländische Unternehmen, das die Zulassung zur Nürnberger Spielwarenmesse erhalten hat.

In diesem Jahr glänzt man mit einer französischen Schnellzug-Lokomotive, die in der Lieblingsfarbe ihres Besitzers, dem Baron von Rotschild, lackiert ist: braun mit goldenen Streifen.

Tucher + Walther

Unser zweiter Messetag beginnt bei Tucher + Walther. Hier haben wir mehr als eine Stunde verbracht, Eine Firma, die sich der Herstellung alten Blechspielzeugs verschrieben hat, die seit 27 Jahren auf der Messe ist, die uns aber noch nie aufgefallen ist, weil sie immer in Hallen war, die nie wirklich mit der Modell-Eisenbahnwelt zu tun hatte. Wunderschöne Blechmodelle sind dort zu bewundern.

Ich bin ja selbst ein alter Nostalgiker und konnte mich deshalb an den blechernen Schönheiten kaum satt sehen. Wunderschön finde ich die Blechminiaturen wie das Telefonhäuschen und das Klohäuschen. Letzteres soll es in zwei Ausführungen geben. Ohne Geruch und mit.

Bernd Lenz

Bernd Lenz, der sich seit einigen Jahren der Spur 0 verschrieben hat, hat eine Anfangspackung in dieser Baugröße noch vor Weihnachten in Aussicht gestellt. Mit einer Rangierlok, zwei Wagen, Trafo und Gleis mit Ausweichgleis zum Rangieren. Spielzeug für die großen Buben, die als kleine Buben von diese Bahnen nur träumen konnten. Mit einer V100 und einige offene Güterwagen dürften weitere Modellwünsche erfüllt werden. Die Lücken im Sortiment dieser Spurweite werden immer kleiner.

Außerdem ist Bernd Lenz der Meinung, dass eine Verlagerung der Produktion nach Fernost zwar nicht der Weisheit letzter Schluss ist, man auf der anderen Seite aber dazu stehen muss, wenn man die Fahrzeuge dort fertigen lässt. Auf dem Bodenblech der Lenzloks steht "Made in China".

Faller

Die Firma Faller aus Gütenbach setzt auf unterschiedliche Produktlinien. Einer der Schwerpunkte ist das Carsystem der Firma. Eine Autowelt, bei der die Straßen-Fahrzeuge wie von Geisterhand bewegt Ihre Runden drehen. Eine ganz besondere Neuerung ist dabei auf den Strassen zu entdecken: PKWs.

Lastwagen und Busse, die seit Jahren auf den Strassen der Anlage unterwegs sind, haben nun eine realistische Ergänzung bekommen. Ost und West sind dabei gleichermaßen bedacht worden, denn auf den Strassen sind Käfer und Trabbis zu bewundern. Wobei der Modelltrabbi sicherlich doppelt so schnell fährt, wie das Original.

Besucher

Ausländische Gäste haben wir auch wiedergetroffen. Gabriel Acker, Herausgeber der französischen Modellbahnzeitschrift Le Train, kann schon auf 25 Jahre Spielwarenmesse zurückblicken. Ihm fällt dabei auf, dass die Zahl der Gäste am ersten Tag im Vergleich zum Vorjahr recht gering war, und dass immer mehr Händler der Messe fernbleiben. Die Zeit hat sich auch verändert.

War man vor Jahren noch gespannt, was für Neuheiten wieder auf der Messe präsentiert werden, so sind die Neuheiten-Prospekte und CDs der einzelnen Firmen bereits im Januar in den Redaktionen eingetrudelt. Außerdem kann sich der Interessierte im Internet allumfassend informieren und kennt bereits vor dem Beginn der Messe alle wichtigen Neuheiten.

Akira Inoue aus Japan war begeistert von der Messe. Besonders haben es ihm die Neuheiten zum Thema 50 Jahre TEE angetan. Diese luxuriösen Züge haben auch bei den Modelleisenbahnern im Land der aufgehenden Sonne einen guten Klang.

Das Besucherinteresse ist stark am Ansteigen. Nachdem der Beginn ruhig war, zeigte bereits der Freitag eine Steigerung und am Samstag-Vormittag geht es zu, wie seit vielen Jahren am Wochenende, die Gänge in der Halle sind voll, Durchkommen ziemlich erschwert, aber so muss es ja auch sein.

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