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SENDETERMIN Di, 1.3.2016 | 7:35 Uhr | SWR Fernsehen

Europa: Deutschland Der Dom zu Speyer

Die Kirche der salischen Kaiser

Der Dom zu Speyer ist die größte heute noch erhaltene romanische Kirche. Die einzigartige Bedeutung des Kaiserdoms wurde 1981 dadurch gewürdigt, dass die UNESCO ihn in die Liste der schützenswerten Weltkulturdenkmäler aufnahm.

Vogelperspektive Dom zu Speyer

Der Dom zu Speyer - Die Kirche der salischen Kaiser

Kaum wer er gekrönt, hatte Konrad der Zweite, der erste Salier auf dem Kaiserthron, beschlossen, am Ufer des Rheins einen Dom zu erbauen. In dem bis dahin unbedeutenden Städtchen Speyer sollte der größte Dom der Christenheit entstehen, eine Kathedrale von unvorstellbaren Ausmaßen. Um 1027 legte er den Grundstein, geweiht wurde der Dom 1061 unter Heinrich dem Vierten, dem Enkel des Gründers. Zwanzig Jahre später lässt Heinrich der Vierte, der von Speyer aus nach Canossa gezogen war, um sich vom päpstlichen Bann zu lösen, den Dom völlig neu gestalten. Der Dom wird zum Vorbild zahlreicher Kirchenbauten des frühen Mittelalters.

Mit dem mittelalterlichen Kaisertum ist der Dom zu Speyer eng verknüpft. In der Hallenkrypta, der schönsten Unterkirche der Welt, haben die salischen Kaiser und Könige, staufische und habsburgische Herrscher ihre letzte Ruhe gefunden, eine ganze Dynastie, die über 100 Jahre die Geschicke Europas bestimmte. Über 5 Jahrhunderte lang war der Dom ein unerschütterlicher Zeuge wechselhafter Zeiten. 1689 in Brand gesetzt und 1794 von französischen Revolutionstruppen verwüstet, kann 1806 der schon beschlossene Abriss in letzter Sekunde verhindert werden.

Allen Zerstörungen und Veränderungen durch die Jahrhunderte hin, allen Umdeutungen und Umbauten zum Trotz: Der Dom zu Speyer, einmal das größte Bauwerk der christlichen Welt, ist ein eindrucksvolles Monument romanischer Baukunst, ein einzigartiges Zeugnis mittelalterlicher Vorstellungen, die bedeutendste Hinterlassenschaft der Salier.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal:
Dom St. Maria und St. Stephan
UNESCO-Ernennung: 1981
1030-61
unter dem Salier Konrad II. entstanden und für drei Jahrhunderte Grablege der deutschen Könige und Kaiser
1041
Fertigstellung der Hallenkrypta
1082-1106
Umbau unter Heinrich IV.
1689
teilweise Zerstörung des Doms durch französische Truppen Ludwigs XIV.
1772
Wiederaufbau als barocke Rekonstruktion
Mitte d. 19. Jh.
Neugestaltung des Westwerks in historistischer Formensprache, Ausmalung des Innenraumes
von 1957 bis in die Gegenwart
andauernde substanzerhaltende (denkmalpflegerische) Maßnahmen

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