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Städte wie Karlsruhe und Mainz wachsen jedes Jahr um einige Tausend Einwohner. Eine Erfolgsstory mit Folgen: knapper Wohnraum, immer weniger Freiflächen, dafür mehr Baustellen, Verkehr und Staus. Es sind Wachstumsschmerzen der sogenannten Schwarmstädte. Was bedeutet das für die Menschen, die hier leben? Und für die, die sich hier ein neues Leben aufbauen wollen? Und wie gehen die Städte selbst mit dieser Herausforderung um?

Leben in der Stadt – Wer kann sich das noch leisten? Überfüllte Großstädte

Ein umgebauter Wohnwagen, ein sogenanntes "Tinyhouse" im Grünen (Foto: SWR, SWR - SWR/Susanne Brand)
Ein umgebauter Wohnwagen, ein sogenanntes "Tinyhouse" im Grünen: Eine Lösung für Wohnungsprobleme in der Stadt? SWR - SWR/Susanne Brand Bild in Detailansicht öffnen
Die Mainzer Baudezernentin Marianne Grosse lässt sich die neuesten Fortschritte auf dem derzeit größten Neubauprojekt der Stadt zeigen, dem Heiligkreuzareal SWR - SWR/Susanne Brand Bild in Detailansicht öffnen
Marie-Luise H. und Fabio S. bei einer Wohnungsbesichtigung mit Makler. Leider ist die Wohnung viel zu teuer für sie. SWR - SWR/Susanne Brand Bild in Detailansicht öffnen
Marie-Luise H. und Fabio S. haben sich ein lustiges Foto für ihre Suchanzeige im Internet ausgedacht. Der „Familien-Sockentrick“ soll zeigen, dass sie nette, humorvolle Mieter wären. SWR - SWR/Susanne Brand Bild in Detailansicht öffnen

Marie-Luise Härtel und Fabio Schnell sind ratlos. Vor einem Jahr sind sie Baby Smilla in ihre schöne Wohnung nach Mainz gezogen, nun müssen sie wieder raus: Der Vermieter hat Eigenbedarf angemeldet. Doch bezahlbare Wohnungen unter 10€ pro qm gibt es kaum. Marie-Luise Härtel und Fabio Schnell wissen, dass sie nicht zu den beliebtesten Mietern auf dem Wohnungsmarkt zählen. Als Sozialarbeiter und angehende Kommunikationsdesignerin ist ihr gemeinsames Einkommen nicht üppig. Um sich von der Masse abzuheben, setzen sie auf ein lustiges Foto mit Tochter Smilla – für eine Wohnungsannonce. „Es ist verdammt schwierig, etwas Neues zu finden“, klagt Fabio. Neun Monate haben sie dafür Zeit. anschaffen.

Mainz und Karlsruhe sind sogenannte „Schwarmstädte“ geworden. Das Problem: viele Städte haben ihre stadteigenen Grundstücke und einen großen Teil ihrer Sozialwohnungen in den letzten 20 Jahren verkauft. Die Planungen waren von „schrumpfenden Städten“ ausgegangen. Doch das Gegenteil ist eingetroffen. Jedes Jahr kommen einige Tausend Einwohner hinzu. Die Folgen: knapper Wohnraum, immer weniger Freiflächen, dafür mehr Baustellen, Verkehr und Staus. Denn weil in den Städten die Infrastruktur mitwachsen muss, wird an vielen Ecken gebaut. Der tägliche Verkehrskollaps auf den Straßen programmiert.

SWR-Autorin Susanne Brand hat alteingesessene und neue Stadtbewohner bei Wohnungssuche und Umzug begleitet. Ihr Film zeigt, wie die Städte mit der Herausforderung des kontinuierlichen Wachstums umgehen. Was wird hier getan, um den Menschen bezahlbaren Wohnraum zu bieten. Und wie gehen andere Städte mit diesem Problem um? Zum Beispiel Wien, wo mehr als 60% der Bewohner in sozial geförderten Wohnungen leben. Warum schafft Wien, was deutsche Städte nicht schaffen?

„Leben in der Stadt – Wer kann sich das noch leisten?“/ 22. Mai 2019,21 Uhr, SWR Fernsehen

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