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Filmtext & Video

14:08 min | So, 22.10.2017 | 6:00 Uhr | SWR Fernsehen

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Ayutthaya, Thailand, Folge 106

SWR

Im 14. Jhdt. entstand ein großes Machtzentrum in Siam, dem heutigen Thailand: das Königreich Ayutthaya, "die gesegnete Stadt der Engel und Könige". Mit der Zerstörung der Stadt Ayutthaya im 18. Jhdt. durch birmanische Truppen ging auch das Königreich Ayutthaya zu Ende. Viele der Schätze wurden erst später geplündert oder durch Kriege zerstört. Die Ruinen des Tempel Wat Phra Si Sanphet, dem schönsten und größten Tempel der Stadt, gehören zu den Motiven Thailands, die am meisten fotografiert und beschrieben worden sind.

Filmtext

Krieg in Siam, im thailändischen Königreich Ayutthaya. Im Zweikampf besiegt König Narusean den burmesischen Rivalen. Von jetzt an, im 17. und 18. Jahrhundert, wird das Königreich Ayutthaya zur Legende. Die Stadt ist größer als die damaligen Hauptstädte der westlichen Welt. 62 Meter hoch ragt die Spitze des Chedi in den Himmel. Diesen Tempel, den Wat Yai Chai Mongkol, ließ der siegreiche König zur Erinnerung an das Duell mit den Kriegselefanten bauen.

Prächtige Tempel entstehen, farbenfrohe Paläste, goldene Buddhas. Tief unter den spitzen oder runden Türmen der Chedis und Prangs sind Kammern mit Reliquien heiliger Männer oder die sterblichen Überreste der Könige und ihrer Familien.

Die Könige lassen sich selbst als Götter verehren. Ayutthaya ist eine lebendige Legende: Mönche siedeln in den Klosteranlagen der alten Tempel. Liebevoll erinnern sie an den Sinn dieser Orte: diesseits von allem Tod muss die Unsterblichkeit von Geschichte und Ideen aufbewahrt werden. Der 'Ruhende Buddha' kurz vor seinem Eintritt in das 'Verwehen', das Nirwana. Die enorme Größe der Figur erinnert an eine andere Geschichte. Buddha hatte einst einem riesigen Dämon eine Predigt gehalten. Der wollte ihm aber nicht zuhören. Daraufhin hat sich Buddha selbst um ein vielfaches größer gemacht damit der Dämon ihm endlich zuhört und die wahre Größe respektiert: die Bedeutung der Botschaft.

Der Wat Ratchaburana.

Der 7. König von Ayutthaya baute diesen Tempel im 15. Jahrhundert als Denkmal für seine gefallenen Brüder. Sie hatten sich im Streit über die rechtmäßige Thronfolge gegenseitig umgebracht. Der Turmaufbau, in der Form eines riesigen Maiskolbens, erinnert an die Einflüsse, die das früher mächtige Nachbarreich der Khmer auf die thailändische Kunst hatte. Der Figurenschmuck freilich belegt indische und ceylonesische Herkunft. Erst vor 40 Jahren haben Plünderer zwei Kammern im Inneren des Prang entdeckt. Den größten Teil der Schätze konnten sie fortschaffen, ein kleiner Teil nur wurde sichergestellt. Nur wenige Bilder und Skulpturen haben die verheerenden Zerstörungen späterer Kriege überstanden. Um so größer ist die Bedeutung dieser Wandbilder aus der frühen Zeit - auch wenn vielfach nur noch impressionistische Farbkompositionen übrig geblieben sind.

Den Wat Phanom Choeng soll es schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts gegeben haben. Nach der vollständigen Renovierung der Gebäude, gibt es jetzt hier einen Tempel, der die Frömmigkeit des thailändischen Volkes mit einer der ältesten und eindrucksvollsten Buddhastatuen Südostasiens vereint. Der große Buddha stand ursprünglich im Freien, ohne jedes schützende Gebäude: damit man ihn von weit her sehen konnte. Die traurige Legende erzählt, dass nach der vollständigen Zerstörung Ayutthayas im Jahr 1767 aus Buddhas Augen Tränen geflossen sind.

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Ayutthaya - Die Hauptstadt Siams

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Ayutthaya - die prächtigste Stadt Siams wird 1767 bei kriegerischen Auseinandersetzungen zerstört. Der Legende nach hat Buddha um die Stadt geweint.

Ayutthaya - die prächtigste Stadt Siams wird 1767 bei kriegerischen Auseinandersetzungen zerstört. Der Legende nach hat Buddha um die Stadt geweint.

Ayutthaya, die gesegnete Stadt der Engel und Könige, besaß unzählige Tempelanlagen. Heute kommen Gläubige und Touristen gleichermaßen in die Stadt um die geistige Kraft Buddhas zu erspüren.

Zwei Jahre lang hatten burmesische Truppen Ayutthaya belagert, bis die Stadt dann 1767 eingenommen wurde. Alles wurde zerstört. Es wurde geplündert und gemordet.

Buddhas Lehre: Alles musst Du hinter Dir lassen, wenn Du ein Erleuchteter sein willst.

Es gibt kaum eine Ruinenstadt in der Welt, die so viel Würde ausstrahlt wie Ayutthaya.

Immer noch kommen die Gläubigen nach Ayutthaya um ihrer Verehrung Ausdruck zu erweisen. Sie schmücken die Skulpturen und erwecken die zerstörte Stadt zum Leben.

Buddhastatuen werden mit gelben Tüchern geschmückt. Sie symbolisieren das Ehrbare und Heilige.

Wat Yai Chai Mongkon - der Innenhof wird von einer Reihe Buddhas gesäumt.

Ayutthayas Monumente und Ausgrabungsstätten liegen verstreut zwischen Industrieanlagen und Wohngebieten. Das macht es schwer, die alte Königsstadt zu rekonstruieren.

Ayutthaya ist eine lebendige Ruinenstadt: Mönche siedeln in den Klosteranlagen der alten Tempel.

Nicht nur der Einzelne, die ganze Welt sollte Tempel solcher ldeen werden. Jedes Lebewesen sollte von den kräftigen Wurzeln seiner Geschichte, seiner Ahnen und seiner Religion gehalten und ernährt werden. Dies ist der Wat Mahathat, der Tempel, der in seinem Prang, seinem ursprünglich 50m hohen Turm, eine Reliquie des historischen Buddha bewahrt hatte. Das Klostergelände war genau im Zentrum des mittelalterlichen Ayutthaya.

Zwei Jahre lang hatten burmesische Truppen Ayutthaya belagert, bis die Stadt dann 1767 eingenommen wurde. Alles wurde zerstört. Es wurde geplündert und gemordet. Ayutthaya, die gesegnete Stadt der Engel und Könige, war tot.

Und dennoch: es gibt kaum eine Ruinenstadt in der Welt, die so viel Würde ausstrahlt, die noch in den zerschlagenen Bildern, Skulpturen und Gebäuden von der großen Idee erzählt:

Alles musst du hinter dir lassen, wenn du ein Erleuchteter sein möchtest.

Ayutthayas Monumente und Ausgrabungsstätten liegen verstreut zwischen Industrieanlagen und Wohngebieten. Das macht es schwer, die alte Königsstadt zu rekonstruieren. Andererseits zwingen die Ruinen und Bilder Buddha's die modernen Menschen dazu, ihre Kultur überhaupt wahrzunehmen. Am Abend wird dann sogar das Gold sichtbar, das viele Skulpturen und ganze Chedis geschmückt hatte. Im schönsten und größten Tempel der Stadt, dem Wat Phra Sri Sanphet, erinnert eine Tafel an die UNESCO. Die Gemeinschaft der Völker hat diesen Ort unter ihren besonderen Schutz gestellt. Es gilt die Traditionen und die Kultur dieses Welterbes zu bewahren.

Die Ruinen des Phra Sri Sanphet gehören zu den Motiven Thailands, die am meisten fotografiert und gedruckt worden sind. Tatsächlich kann man sich nur schwer der Faszination der drei imposanten Chedis und ihrer Symmetrie entziehen ....den goldenen Steinen als Abbild einer universalen Harmonie und Ordnung.

Buch und Regie:

Thaworn Suknun

Filmmusik & Stab

Siebert, Büdi
Schätze der Welt I

Mahler, Gustav
1. Symphonie, 4. Satz 'Stürmisch bewegt'

Stearne, Michael
Baraka, 1B 'Organics'

Subramaniam, L.
Baraka, 5, 'Wandering Saint'

Williams, John
Seven Years in Tribe, Take 1

Sakamato, Ryuichi
Little Buddha, Take 14, Enlightenment

Sterns, Michael
Baraka, Take 9, Broken Vows

Dancing Girls at a Temple with Live Music

Buch und Regie: Thaworn Suknun
Kamera: Holger Schüppel