Mein neues Leben

Ulrike Böcking

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"Immer etwas Neues ausprobieren" - das ist quasi das Lebensmotto von Ulrike Böcking. Stillstand kommt bei ihr jedenfalls nicht in Frage. Die 64-Jährige war schon Grafikerin und Winzerin. Mittlerweile leitet ist sie in Traben-Trarbach eine besondere Herberge.

Würden Sie es wieder machen?
Ja, ich würde es wieder machen. Wobei ich das ja eigentlich nicht bewusst entschieden hatte: die Idee war eine Eingebung als ich eines morgens aufwachte. Wichtig war mir meinem Alter entsprechend, dass die Aufgabe kleiner und die persönliche Freiheit größer geworden ist.

Ulrike Böcking (Foto: SWR, SWR -)
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Was war der schwierigste Moment?
Ich fand es nicht schwierig. Ich hatte Lust darauf die Idee zu realisieren.

Was war der schönste Moment?
Die Gelassenheit als der erste Gast kam. Das zeigte mir, dass die Entscheidung richtig war. Ich bin – zumindest im Moment – am richtigen Platz angekommen.

Was hilft auf Durststrecken?
Weitermachen. Nach vorne schauen und loslaufen.

Ulrike Böcking (Foto: SWR, SWR -)
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Der beste Rat für Zauderer?
Wer zaudert sollte es bleiben lassen. Nur was uns begeistert und was wir lieben bringen wir zum blühen.

Mein altes Leben war...
nachträglich gesehen gewagt. Ich habe das Weingut ohne Kenntnis von Weinbau und Betriebswirtschaft übernommen. Am Beginn dieser Zeit war ich sehr innovativ, ideenreich, begeistert vom Handwerk Wein das ich auch kreativ gestalten konnte. Wichtig und bereichernd war mir der Kontakt zu den Kunden die ich meist persönlich kannte.

Abgesehen von tragischen familiären Ereignissen die den Verkauf des Weingutes nach sich zogen, wurde der kreative Teil der Arbeit nach 15 Jahren eintönig. Neue Ideen entstehen nicht mehr, oder sehr schwer und waren dann auch finanziell nicht mehr in die Tat umzusetzen. Es war Zeit zu gehen.

Mein neues Leben ist...
gerade was den finanziellen Teil betrifft viel einfacher. Ich lebe mein Hobby: ich bin Gastgeberin mit Herz und Seele, kann Menschen verwöhnen und bekomme ein ungeheuer positives Feedback. Wir tun uns also gegenseitig gut. Auch hier kann ich gestalten: die Einrichtung, den Garten oder das Frühstück mit kleinen leckeren Zugaben. Der Kontakt zu meinen Gästen ist sehr persönlich, ich höre viel zu und auch da profitieren wir voneinander. Ich lerne dazu und staune. Dafür bin ich dankbar.

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SWR Fernsehen