Schulden?

Wann Sie überschuldet sind - und was Sie dagegen tun können

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Fast sieben Millionen Menschen in Deutschland sind überschuldet (Quelle: Creditreform). Jeder zehnte Erwachsene in Deutschland kann seinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Ausweg bietet oft der Weg zu einer der über 1.400 Schuldnerberatungen und Insolvenzberatungsstellen in Deutschland.

Woran erkenne ich, dass ich überschuldet bin?

Von Überschuldung spricht man, wenn der Verbraucher nicht mehr in der Lage ist, seine Zahlungsverpflichtungen zu bedienen, also Rechnungen oder Raten nicht zahlen kann. Schlimmstenfalls müssen neue Schulden aufgenommen werden, um die Raten zu begleichen. Spätestens dann sollte man Beratung in Anspruch nehmen.

Wie läuft so eine Beratung ab?

Schulden auf einem Taschenrechner im Hintergrund Euroscheine (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Die Kommunen wollen raus aus den Schulden Foto: Colourbox.de -

Der Schuldnerberater hilft, sich erstmal einen Überblick über die finanzielle Lage zu verschaffen und langfristige Rückzahlungsmöglichkeiten gemeinsam zu erarbeiten. Welche Ausgaben sind wirklich notwendig? Welche Forderungen sind überhaupt berechtigt? Was lässt sich optimieren? Wenn dann am Ende des Monats immer noch eine Lücke im Portemonnaie klafft, sollte man versuchen, mit den Gläubigern zu reden. Oftmals können Forderungen gestundet, Raten angepasst oder andere Lösungen gefunden werden. Erst wenn all das nichts hilft, kann gemeinsam mit der Schuldnerberatung eine Privatinsolvenz zur Restschuldbefreiung als Option angedacht werden.

Was ändert sich 2021 bei der Privatinsolvenz?

Die wichtigste Änderung ist die Verkürzung der Dauer des Verfahrens bis zur Restschuldbefreiung von sechs auf drei Jahre. Das gilt rückwirkend für alle Schuldner, die seit dem 1. Oktober 2020 eine Privatinsolvenz beantragt haben. Die Privatinsolvenz soll durch die Befreiung der bestehenden Schulden die Möglichkeit eröffnen, finanziell neu anzufangen. Allerdings sind auch starke Einschränkungen hinsichtlich teuren Anschaffungen, Wohnungswechsel oder Vertragsabschlüssen möglich. Ziel ist es, auch die Interessen der Gläubiger zu wahren. Daher sollte man sich gut beraten lassen. Außerdem gab es Änderungen im Pfändungsrecht und zur Inkassoregulierung, weshalb es sich in jedem Fall lohnt, die Hilfe einer kostenfreien Beratungsstelle früh aufzusuchen, um Schlimmeres zu vermeiden.

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SWR Fernsehen