Geschmacksprobe

So gut schmeckt Aufback-Baguette

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Für Franzosen ein morgendliches Ritual: Ein Baguette frisch vom Bäcker, dem „Boulanger“ holen. Ihre deutschen Nachbarn greifen jedoch schon mal zu aufbackbaren Baguettes aus dem Supermarkt. Aber kann damit wirklich ein Stück Frankreich auf dem Frühstückstisch gezaubert werden? Sind diese Baguettes tatsächlich goldbraun, knusprig und lecker? Unsere Tester suchten nach Antworten.

Produkte in der Blindverkostung:

  • Hit, Steinofen-Baguette, 250g/0,79 Euro
  • Edeka, Steinofen Baguette, 250g/0,79 Euro
  • Goldähren (Aldi), Steinofen Baguette, 250g/0,79 Euro
  • Grafschafter (Lidl), Steinofen Baguette, 250g/0,79 Euro

Die Tester

Matthias Ludwigs, Patissier der Spitzenklasse und Chef des Kölner Cafés „Törtchen Törtchen“.

Jocelyne Hövel – für die Französin gehört Baguette zum Savoir Vivre.

Nico Gaude, Verkaufsleiter beim „Frischeparadies“ in Hürth, einem Spezialmarkt für Feinkost.

Die Testmethode

Bei unserer Geschmacksprobe handelt es sich um eine Blindverkostung.

Die Testergebnisse

Steinofen-Baguette von Hit

Baguette (Foto: WDR, WDR -)
WDR WDR -

Die Größe stimmt nicht – in Frankreich seien die Baguettes viel länger, erklärt direkt Jocelyne Hövel. Ein Vorwurf, den sie im Laufe des Tests allerdings allen vier Aufback-Baguettes machen muss.

Die Profis sind begeistert von der goldbraunen Farbe und dem hörbaren „Knack“. Auch die Porung stimmt alle zufrieden. Geschmacklich punktet dieses Baguette ebenfalls: „Schmeckt kräftig“ (Matthias Ludwigs), „Die Kruste ist sehr gut (Jocelyne Hövel) und „Schmeckt nach Baguette wie man sich das vorstellt.“ (Nico Gaude).  

 

Steinofen Baguette von Edeka

Baguette (Foto: WDR, WDR -)
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Optisch ein sehr schönes Baguette: „Das sieht appetitlich aus“, lobt der Patissier. Allerdings bemerkt die Französin schnell, dass die Kruste zu weich ist. Ein Kritikpunkt auch für Matthias Ludwigs:  

„Im Biss ganz weich, da fehlt mir die Kruste, auf der ich etwas länger kauen muss.“ Zudem klebe die Krume im Mund, fügt Jocelyne Hövel hinzu.

 

Steinofen Baguette von Goldähren (Aldi)

Baguette (Foto: WDR, WDR -)
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Sofort stellt die Französin fest, dass bei diesem Baguette die Kruste wieder recht weich ist. Beim Geschmack gehen die Meinungen auseinander: „Man hat so ein bisschen das Gefühl von einem leichten Sauerteiganteil“ – das gefällt Matthias Ludwigs. Konsistenz und Geschmack passen für ihn gut.

Nico Gaude hingegen erklärt: „Das Baguette schmeckt schon fast nach nichts.“ Um das zu ändern rät die Französin zu einem Camembert aus der Normandie, „der dann den ganzen Baguette-Geschmack überdeckt“.

 

Steinofen Baguette von Grafschafter (Lidl)

Baguette (Foto: WDR, WDR -)
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Der Patissier freut sich über eine „rustikale Form“ und eine „schöne elastische Krume“. Jocelyne Hövel fällt auf, dass der Teig in der Hand klumpt. Das macht sind auch bei der Verkostung bemerkbar: „Es klebt auch im Mund“, bemängelt sie. Nico Gaude ist dieses Baguette viel zu trocken, es dauere viel zu lange, bis man es herunterschlucken könne. Zudem könne es kräftiger im Geschmack sein, fügt der Patissier hinzu.

 

Der Testsieger

Mit den Stimmen von Jocelyne Hövel und Nico Gaude gewinnt das Baguette von Hit. „Goldgelb gebacken, knusprig, frisch – ein optimales Baguette fasst der Experte zusammen. „Das ist ein Baguette, mit dem ich mir wirklich ein ganz nettes petit-déjeuner vorstellen kann“, ergänzt die Französin.

Matthias Ludwigs hingegen favorisiert das Aldi-Baguette vor allem aufgrund der „fein säuerlichen Note im Teig“.

Baguette (Foto: WDR, WDR -)
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SWR Fernsehen