Darauf sollten Sie achten

Richtige Ernährung bei Diabetes Typ 2

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Diabetes ist eine Volkskrankheit. Rund 8 Millionen Deutsche haben Diabetes Typ 2, umgangssprachlich auch als „Altersdiabetes“ bezeichnet. Die gute Nachricht: Fast die Hälfte der Betroffenen kommt ohne Medikamente aus. Diabetes kann sehr gut mit einer geeigneten Ernährungstherapie behandelt werden.

Die Grundregeln

Diabetes Typ 2 ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der das Hormon Insulin nicht mehr richtig wirken kann. Unbehandelt sammelt sich so zu viel Zucker im Blut an. Hauptsächlich geht es bei der Ernährung um die Reduzierung von Kohlenhydraten (Zucker und Stärke), denn diese werden mithilfe von Insulin in die Körperzellen aufgenommen. Beim Typ 2-Diabetiker ist nur noch eine geringe Insulinproduktion vorhanden. Werden die Mahlzeiten gleichmäßig über den Tag verteilt, reicht das Restinsulin häufig aus, um die Mengen an Kohlenhydraten zu verstoffwechseln. Übergewicht ist eine der Hauptursachen von Diabetes Typ 2. Deshalb ist es in der Behandlung besonders wichtig, Gewicht zu reduzieren.

Bewusst und regelmäßig essen

Ein Mann hält ein Gerät in den Händen, um seinen Blutzucker zu messen. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
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Essen Sie möglichst regelmäßig. Ideal sind mehrstündige Esspausen dazwischen. Nur in diesen kleinen Fastenintervallen kann der Körper auf Fettverbrennung umschalten. Abhängig von der Schwere der Diabetes-Erkrankung kann es aber auch sinnvoll sein, die Kohlenhydrate auf mehrere Mahlzeiten (bis zu sechs) aufzuteilen, um starke Blutzuckerschwankungen zu vermeiden.
Und: Essen Sie achtsam und genießen Sie jeden Bissen!

Gerne zugreifen: Gemüse, Vollkornprodukte und hochwertiges Eiweiß

Kohlenhydrate sollten in einer möglichst komplexen Variante auf den Tisch kommen, also Vollkornbrot, Vollkornnudeln oder ungezuckerte Getreideflocken. Sie lassen den Blutzuckerspiegel langsam ansteigen und sind gut sättigend.

Empfehlenswert ist auch Hafer, denn darin steckt der Ballaststoff Beta-Glucan, der dabei hilft, den Blutzuckerspiegel zu senken. Hafertage als Kurzkur machen die Körperzellen nachweislich wieder empfindlicher für Insulin. Für drei Tage Haferkur je dreimal 75 Gramm Haferflocken. Die Haferflocken dabei mit Wasser kochen und als Hauptmahlzeit verzehren.

Bei Gemüse gerne nach Lust und Laune kräftig zugreifen – egal ob roh oder gedünstet. Zum Braten nutzen Sie am besten pflanzliche Fette und Öle. Hochwertige Eiweiße sind genauso empfehlenswert. Diese stecken beispielsweise in Jogurt, Quark oder Skyr. Auch ein paar Nüsse sind eine gute Ergänzung. Diese Tees und Gewürze können zur Senkung des Blutzuckerspiegels beitragen: Zimt, Kurkuma, Oregano, Salbei, getrocknete Erdbeer- und Himbeerblätter als Teeaufguss.

Lieber meiden: Zucker, Weizenmehl, Fertiggerichte

Zuckerverzicht (Foto: Colourbox.de -)
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Weißmehl und Zucker lassen den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen und sollten daher gemieden werden. Fast Food und Fertigprodukte enthalten oft große Mengen an versteckten Zuckern und ungesunden Fetten. Die sollten daher höchstens einmal pro Woche auf den Tisch. Fruchtzucker im Obst ist ebenfalls keine gute Alternative und auch Süßstoffe sollten eher gemieden werden. Alkohol ist eine große Kalorienfalle und hemmt die Fettverbrennung. Und Vorsicht auch bei Säften und anderen kalorienhaltigen Getränken wie beispielsweise Latte Macchiato.

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SWR Fernsehen