Mann schaut betrübt aus dem Fenster (Foto: Getty Images, Thinkstock -)

Anlaufstellen, Nummern, Tipps

Hier finden Sie Hilfe, wenn es Ihnen psychisch nicht gut geht

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Fast jede und jeder erlebt Phasen im Leben, in denen es einem selbst oder nahestehenden Menschen nicht gut geht. Meist kommt man da selbst wieder raus, manchmal braucht man Hilfe. Genau dafür gibt es Angebote in ganz Deutschland, die auch akut helfen können, ohne dass man lange auf einen Therapieplatz warten muss. Wir stellen einige davon vor.

1. Reden!

Gespräch während einer Therapiesitzung: Eine verzweifelte Frau sitzt ihrem Therapeuten gegenüber (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Entscheidend für den Therapieerfolg ist ein intensiver persönlicher Dialog mit den Patienten, denn jede Psychose ist individuell Thinkstock -

Es klingt banal, ist aber extrem wichtig: Wenn es Ihnen nicht gutgeht, versuchen Sie mit Menschen darüber zu reden - mit Ihrer Familie, Freunden, Vertrauenspersonen.

Und noch wichtiger: Schämen Sie sich nicht für psychische Probleme. Denn die können wirklich jede*n treffen und oft sehr gut behandelt werden. Auch an Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin können Sie sich wenden.

2. Sozialpsychiatrischer Dienst

Sozialpsychiatrische Dienste gibt es in vielen Bundesländern. Sie sind meist Teil des Gesundheitsamtes, im Süden werden sie von freien Trägern wie Caritas oder Diakonie angeboten. Hier kann sich jede*r hinwenden, der sich psychisch nicht gut fühlt, längere Zeit bereits traurig, niedergeschlagen, antriebslos ist, der mit seinem Stress nicht mehr klarkommt, Sorgen oder Ängste hat, von häuslicher Gewalt oder sonstigem Missbrauch betroffen ist oder eine Sucht hat. Auch Angehörige von Menschen mit psychischen Problemen können sich an den Sozialpsychiatrischen Dienst wenden.

Die Mitarbeiter führen Erstgespräche, geben Informationen und schauen mit Ihnen zusammen, wie Ihnen geholfen werden kann. Auch Hausbesuche sind möglich. Gerade in akuten Krisen können die Sozialpsychiatrischen Dienste schnell und niederschwellig Unterstützung anbieten sowie weiterführende Hilfen vermitteln. Dazu stehen Sozialarbeiter*innen, Ärzt*innen und Psycholog*innen zur Verfügung.

Internet: Netzwerk Sozialpsychiatrischer Dienste

3. Krisentelefon „Telefonseelsorge“

Frau hält Smartphone in der Hand (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Foto: Colourbox.de -

Unter den Nummern 0800-1110111 und 0800-1110222 bekommen Sie Soforthilfe, wenn es Ihnen psychisch nicht gutgeht. Dieses Angebot (hinter dem die katholische und evangelische Kirche stehen) ist für alle Menschen rund um die Uhr erreichbar und kostenlos. Und neben dem Telefon auch noch per Mail oder Chat erreichbar.

Internet: telefonseelsorge.de
App: KrisenKompass

4. Für Kinder und Jugendliche: Nummer gegen Kummer

Speziell für Kinder und Jugendliche und deren Eltern gibt es den Verein „Nummer gegen Kummer“. Hier können sich Kinder und deren Eltern bei Sorgen und Ängsten hinwenden. Erreichbar: Montag bis Samstag von 14-20 Uhr.

Kinder- und Jugendtelefon: 116 111
Elterntelefon: 0800 111 0 550
Internet: nummergegenkummer.de

5. Info-Telefon Depression

Wer sich als Betroffener oder Angehöriger über das Thema Depression und mögliche Anlaufstellen informieren will, kann sich an das Infotelefon Depression (Nummer: 0800 3344533) der Deutschen Depressionshilfe wenden.

Internet: Info-Telefon Depression

6. Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen

An diese Nummer können sich Frauen wenden, die Opfer von häuslicher Gewalt (seelisch oder körperlich) sind oder waren: 08000 116 016. Das Angebot ist kostenlos und anonym.

Internet: hilfetelefon.de

7. Selbsthilfegruppen

Manchmal hilft es, sich mit Menschen auszutauschen, die Ähnliches durchmachen. Dafür sind Selbsthilfegruppen ein guter Anlaufpunkt. Einen Überblick über verschiedene Selbsthilfegruppen gibt die Website NAKOS, ein Angebt der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppe e.V.

Internet: nakos.de

8. Hilfen bei Wunsch nach ambulanter Psychotherapie

Wenn Sie eine Psychotherapie durchführen wollen, können Sie sich zunächst an Ihren Hausarzt wenden und ihn um Rat bitten, ggf. auch um eine Überweisung zu einem Psychotherapeuten oder Psychiater.

Im Internet finden Sie darüber hinaus in Ihrem Bundesland folgende Einrichtungen, die Psychotherapieplätze/-angebote vermitteln:

  • Kassenärztliche Vereinigung
  • Ärztekammer
  • Psychotherapeutenkammer
  • Psychotherapieinstitute
  • Für Studierende: Studierendenwerk

Im Internet werden Sie auch auf folgenden Seiten informiert:

Psychotherapie-Informationsdienst (PID)
Wege zur Psychotherapie: Wo gibt es Hilfe? (gesundheitsinformation.de)
therapie.de
minddoc.com

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