Begleitung per Telefon und Videoanruf

Abends sicher unterwegs

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Viele Menschen, die abends alleine im Dunkeln unterwegs sind, fühlen sich oft nicht wirklich sicher. Da können Angebote helfen, die Sie per Telefon oder Videoanruf begleiten und Sie sicher nach Hause bringen.

Heimwegtelefon

Das Heimwegtelefon ist ein gemeinnütziger Verein, bei dem jede und jeder zu den Öffnungszeiten (Stand Oktober 2022: So-Do: 21 -24 Uhr, Fr + Sa 22-02 Uhr) auf dem Heimweg, oder wenn man abends draußen unterwegs ist und sich unwohl fühlt, anrufen kann. Ein*e Ehrenamtliche*r begleitet Sie dann am Telefon nach Hause. Dafür nennen Sie Ihren aktuellen Standort und wo Sie hin möchten. Während des Nachhauseweges können Sie ein lockeres Gespräch mit der Person am Telefon führen, die Sie auch immer wieder nach ihrem aktuellen Standort fragt.

Alle Ehrenamtlichen bekommen eine Ausbildung, reichen ein Führungszeugnis ein und unterschreiben eine Verschwiegenheitserklärung.

Kosten: Das Angebot ist kostenlos, man bezahlt nur die Telefongebühren des Mobilfunkanbieters.

Viola walk home

Frau hält ein Handy im Dunkeln (Foto: colourbox.de -)
colourbox.de -

Viola walk home ist ein Instagram-Account, der sich aus einer italienischen Initiative/StartUp gegründet hat. Auch hier begleiten Sie Ehrenamtliche nach Hause, in diesem Falle per Videoanruf auf Instagram. Hierfür müssen Sie per Direktnachricht auf Instagram (mindestens eine Stunde im Voraus) einen Termin „buchen“ und bereits angeben, wann und wo Sie unterwegs sein werden. Gibt es freie Ehrenamtliche, bekommen Sie eine Nachricht und können dann zur gewünschten Zeit anrufen.

Viola walk home ist laut eigenen Angaben (Stand Oktober 2022) 24 Stunden am Tag in verschiedenen Sprachen (u.a. Deutsch, Englisch, Arabisch, Spanisch, Türkisch, Griechisch...) erreichbar. Alle Ehrenamtlichen werden geschult und unterschreiben eine Verschwiegenheitserklärung.

Voraussetzungen: eigener Instagram-Account

Kosten: Mobile Daten, Akku (Videoanrufe verbrauchen z.B. mehr Akku als Telefonanrufe)

Standort teilen: Damit Freunde und Familie wissen, wo man gerade ist

Viele Apps (wie z.B. die Messengerdienste Whatsapp, Signal oder auch Google Maps) bieten die Funktion „Standort (live) teilen“ an. Das heißt, dass die Menschen, mit denen Sie Ihren Livestandort teilen, sehen können, wo Sie sich gerade befinden.

Standort teilen auf dem Handy (Foto: SWR, SWR -)
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Des Weiteren gibt es auch bestimmte Apps, die sich auf das Teilen des Standorts spezialisiert haben. Diese finden Sie, wenn Sie z.B. Nach „Apps zum Standort teilen“ suchen. Es müssen meist alle Personen, mit denen Sie Ihren Standort teilen, die App auch auf dem Handy haben. Und Achtung: Machen Sie sich bewusst, dass damit auch die App weiß, wo Sie sich gerade befinden. (Den Zugriff auf Ihren Standort können Sie einer App in den Einstellungen auch jederzeit wieder entziehen)

Tipp für alle, die mit dem Bus unterwegs sind

In einigen Buslinien (z.B. Nürnberg, Dresden sowie Hamburg und Umgebung) können Sie ab einer gewissen Uhrzeit (zum Beispiel ab 19 oder 20 Uhr) auch zwischen den Haltestellen aussteigen und haben so einen kürzeren Heimweg im Dunkeln. Fragen Sie am besten gleich zu Beginn Ihrer Fahrt bei der Busfahrerin oder dem Busfahrer nach, ob das möglich ist.

Mit dem Taxi

3 besondere Angebote für einen sichereren Heimweg

1. Taxi direkt im Bus buchen

Wenn der Weg von der Bushaltestelle nach Hause doch noch zu lang oder zu dunkel ist, können Sie sich ein Taxi an die Haltestelle bestellen. Wenn ihr Handyakku mal leer ist oder Sie sonst keine Möglichkeit haben, sich selbst das Taxi zu bestellen, können in einigen Buslinien auch die Fahrer*innen ein Taxi für Sie buchen, das Sie dann nach Hause fährt.

2. Frauentaxis

In einigen Städten gibt es sogenannte „Frauentaxis“, die Sie nutzen können, wenn Sie als Frau alleine unterwegs sind. Meist sind diese deutlich billiger als normale Taxifahrten (Entweder ein bestimmter Fixpreis oder ein Teil des Betrags wird vom Verkehrsbetrieb, der Stadt oder sonstigen Trägern übernommen)

3. Fifty-Fifty-Taxis

Ein gutes Angebot für alle jungen Menschen (die Grenze liegt je nach Angebot bei zum Beispiel 25 oder 27 Jahren) sind sogenannte Fifty-Fifty-Taxifahrten: Junge Menschen zahlen hier für Taxifahrten (meist nachts und am Wochenende) nur die Hälfte des Taxipreises, der andere Teil wird vom Landkreis oder anderen Trägern übernommen. Hier lohnt es sich, im Internet zu schauen, ob es solche Angebote in Ihrem Ort gibt.

Im Notfall: Notruf per Telefon oder App

Allgemein gilt: Falls Sie sich auf dem Heimweg akut bedroht fühlen oder Sie in einer Notsituation sind, rufen Sie keines der hier aufgeführten Hilfsangebote, sondern am besten sofort die Polizei (110).

Falls Sie nicht anrufen können, gibt es auch die sogenannte „nora“-App, mit der Sie einen Notruf per Knopfdruck absetzen können.

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AUTOR/IN
SWR Fernsehen