Gut für Tiere, die Umwelt und unsere Gesundheit?

Fleischersatzprodukte – Sieht aus wie Fleisch, ist aber keins

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Die Regale mit Fleischersatzprodukten aus Erbsen, Soja oder Lupinen werden in den Supermärkten immer größer. Egal ob Cordon Bleu, Saitenwurst oder Schnitzel – all das gibt es auch ohne Fleisch – aber mit ähnlichem Geschmack. Da fragt man sich: Was steckt da eigentlich drin und wie gut ist das für uns und die Umwelt?

Fleischersatz = Chemiekeule?

Das kommt ganz auf das Produkt an, das wir kaufen. Manche Produkte haben wenig Zusatzstoffe und können ohne Bedenken gegessen werden. Leider steckt in vielen Fleischersatzprodukten so einiges an Geschmacksverstärkern, die sich oft hinter fast gesund klingenden Worten wie "Hefeextrakt" oder "natürliches Aroma" verstecken. Das Problem: Geschmacksverstärker animieren uns tendenziell dazu, mehr zu essen, als eigentlich gut für uns ist. Anderer Punkt: Meist sind die Produkte paniert. Dann kann man davon ausgehen, dass der meiste Geschmack in der Panade steckt. Wenn die Panade auf der Zutatenliste VOR der Eiweißquelle kommt, heißt das für uns: Lieber zu einem anderen Produkt greifen.

"Auf Basis von…": Die Eiweißquelle spielt eine wichtige Rolle

Lupinenwürstchen und Tofu-Burger (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Foto: Colourbox.de -

Die Grundlage von Fleischersatzprodukten sind meist eiweißreiche Hülsenfrüchte wie zum Beispiel Erbsen, Lupinen oder Sojabohnen. Dadurch wird die Textur des Fleisches imitiert. Erbsen sind meist heimisch produziert und deshalb eine gute Wahl. Bei Soja kann man leider nicht so leicht erkennen, wo es herkommt. Kritischer sollten Fleischersatzprodukte "auf Basis von Ei" angeschaut werden. Denn auch hier braucht es viele Hühner, die genug Hühnereiweiß produzieren, um das Produkt herzustellen. Je nachdem wie diese gehalten werden, geht es den Tieren dabei auch nicht so super.

Und was ist mit der Ökobilanz?

Umwelttechnisch stehen die Fleischersatzprodukte im Vergleich zu normalem Fleisch besser da. Das sagen auch Studien, wie beispielsweise die des Bundesumweltamtes aus dem Jahr 2019. Dort hat man herausgefunden, dass bei Fleischersatzprodukten im Vergleich zu Rindfleisch 90 Prozent weniger Treibhausgase entstehen.

Weitere Informationen:

www.umweltbundesamt.de/trendanalyse_fleisch-der-zukunft.pdf

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SWR Fernsehen