Grundsteuerreform

Neue Grundsteuererklärung wird fällig

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Aufgrund der Grundsteuerreform (Grundsteuer-Reformgesetz vom Nov. 2019) ist jede Eigentümerin und jeder Eigentümer eines Grundstücks verpflichtet, eine sogenannte Feststellungserklärung elektronisch beim zuständigen Finanzamt einzureichen.

Betroffen sind ca. 36 Mio. Grundstücke (bebaute und unbebaute Grundstücke sowie Betriebe der Land- und Forstwirtschaft) in ganz Deutschland. Der Abgabezeitraum der Feststellungserklärung ist vom 1. Juli bis 31. Oktober 2022.

Aus den Angaben errechnet das Finanzamt den aktuellen Grundstückswert. Die auf Grundlage der neuen Werte berechnete Grundsteuer ist ab dem 1. Januar 2025 zu zahlen. 

Warum wurde die Grundsteuer reformiert?

Das Bundesverfassungsgericht hat am 10. April 2018 die grundsteuerrechtliche Bewertung anhand von Einheitswerten für verfassungswidrig erklärt und eine gesetzliche Neuregelung verlangt.
Die Reform ist eine Mammutprojekt der Steuerverwaltung. Die bisherigen Einheitswerte verlieren im Zuge der Grundsteuerreform am 31. Dezember 2024 ihre Gültigkeit, sie dürfen ab dem 1. Januar 2025 nicht mehr als Berechnungsgrundlage für die Grundsteuer herangezogen werden.

Wer muss eine sog. Feststellungserklärung (Grundsteuererklärung) abgeben?

Wer am 1. Januar 2022 Eigentümerin oder Eigentümer eines Grundstücks oder einer Eigentumswohnung ist, muss eine Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts abgeben. Die Finanzämter schicken entweder einen Brief oder informieren öffentlich.

Wie und wann kann die Grundsteuererklärung erstellt werden?

Es besteht eine Pflicht, die Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts elektronisch abzugeben. Die Steuererklärungen müssen vom 1. Juli bis zum 31. Oktober 2022 digital bei dem zuständigen Finanzamt eingereicht werden. Dies ist über das Online-Finanzamt ELSTER (www.elster.de) möglich.

Falls Steuerpflichtige nicht die Möglichkeiten zur elektronischen Abgabe der Erklärung haben, dürfen nahe Angehörige sie hierbei unterstützen. Nur in ganz besonders gelagerten Ausnahmefällen kann eine Erklärung in Papierform abgegeben werden.

Bei welchem Finanzamt muss die Grundsteuererklärung abgeben werden?

Das zuständige Finanzamt richtet sich grundsätzlich nach der Lage des Grundbesitzes und nicht nach dem eventuell abweichenden Wohnsitz des Besitzers. Wichtig! Es ist eine Objektsteuer - also für jedes Objekt muss eine eigene Steuererklärung gemacht werden.

Welche Daten müssen in der Steuererklärung angegeben werden?

Kosten beim Hausbau (Foto: picture alliance / dpa - picture alliance / dpa)
Kosten beim Hausbau: Die Grundsteuer picture alliance / dpa - picture alliance / dpa

Das hängt davon ab, in welchem Bundesland der Grundbesitz liegt.
Zur Berechnung der Grundsteuer für das Grundvermögen gibt es ein sogenanntes Bundesmodell, dem die Mehrheit der Bundesländer folgen. Fünf Bundesländer (Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen und Niedersachsen) machen von der Länderöffnungsklausel gebrauch und haben ein eigenes Grundsteuermodell entwickelt.

Wesentliche Informationsquellen zum Ausfüllen der Grundsteuererklärung sind:

  • Infoschreiben der Finanzverwaltung
  • Grundbuchauszug
  • Kaufvertrag
  • Bauunterlagen
  • Einheitswertbescheid

Wo bekomme ich Hilfe bei Fragen zur Grundsteuererklärung?

  • www.grundsteuerreform.de
  • www.steuerbot.de
  • Die örtlichen Finanzämter bieten vorher vereinbarte Sprechstunden und zum Teil telefonische Hotlines an.

Ab wann muss man die neue Grundsteuer bezahlen?

Die auf Grundlage der neuen Werte berechnete Grundsteuer ist ab dem 1. Januar 2025 zu zahlen. 
Bis zum 31. Dezember 2024 wird die Grundsteuer noch auf Grundlage der Einheitswerte erhoben.

Weiterführende Links:

www.bundesfinanzministerium.de/Grundsteuer-und-Grunderwerbsteuer/reform-der-grundsteuer

www.swrfernsehen.de/marktcheck/grundsteuer-neuberechnung

www.verbraucherzentrale.nrw/aktuelle-meldungen/grundsteuerreform

www.finanztip.de/grundsteuer

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SWR Fernsehen