Recht

Der neue Bußgeldkatalog 2021

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Seit dem 9. November 2021 gilt der neue Bußgeldkatalog im Straßenverkehr. Einige Verkehrsverstöße kosten deutlich mehr. Nach Einschätzung des Bundesverkehrsministeriums dient der neue Bußgeldkatalog vor allem der besseren Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern, erklärt unser ARD Buffet-Rechtsanwalt Kay Rodegra.

Zu schnell unterwegs

Ein Polizeibeamter misst  die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Autos (Foto: picture-alliance / dpa - Alexander Körner)
Länderübergreifender Blitzermarathon picture-alliance / dpa - Alexander Körner

Geschwindigkeitsüberschreitungen werden deutlich teurer. Wer mit dem Pkw beispielsweise innerorts mit 16 km/h zu schnell unterwegs ist, zahlt bislang 35 Euro, zukünftig 70 Euro. Raser werden stärker zur Kasse gebeten: Innerorts mit 31 km/h zu schnell kostet bislang 160 Euro, zukünftig 260 Euro plus Punkte.
Zwei Punkte in Flensburg gibt es demnächst generell ab 21 km/h zu schnell. Fahrverbote werden verhängt, wenn man innerorts 31 km/h zu schnell ist, außerhalb geschlossener Ortschaften ab 41 km/h zu viel. Außerorts heißt auch auf der Autobahn!

Wer innerhalb eines Jahres wiederholt mit mehr als 25 km/h zu schnell geblitzt wird, erhält ebenfalls ein Fahrverbot von einem Monat.

Falschparker

Ausstellen eines Strafzettels (Foto: SWR, dpa - Wüstneck)
Künftig könnte die Stadt Horb das Parkdeck kontrollieren.(Symbolbild) dpa - Wüstneck

Falsches Parken wird ebenfalls spürbar teurer. Wer falsch parkt, zahlt künftig mindestens 25 Euro (bisher 15 Euro). Das verbotswidrige Parken auf einem Parkplatz zum Laden eines E-Autos sowie das Parken auf einem Behindertenparkplatz schlägt mit 55 Euro zu Buche. Das Zuparken einer Feuerwehrzufahrt kostet 100 Euro. Wer einen Geh- oder Radweg blockiert, zahlt mindestens 55 Euro.

Bei schwerwiegenden Parkverstößen gibt es – und das ist NEU – auch einen Punkt in Flensburg.

Abbiegen

Beim Abbiegen kommt es immer wieder zu Unfällen mit Fußgängern. Hier sollen härtere Strafen für mehr Achtsamkeit sorgen. Wer als Auto- oder Motorradfahrer beim Abbiegen keine Rücksicht auf Fußgänger nimmt, zahlt künftig 140 Euro. Für rechtsabbiegende Fahrzeuge über 3,5t ist zukünftig Schrittgeschwindigkeit vorgeschrieben, wer schneller unterwegs ist, zahlt 70 Euro.

Rettungsgasse

Rücklcihter, Stau, Verkehr, Autobahn (Foto: dpa/ picture alliance -)
Wenn der Urlaub mit Stau endet dpa/ picture alliance -

Das Nichtbilden einer Rettungsgasse wurde bislang mit einer Geldbuße von 200 Euro sanktioniert. Zukünftig droht zusätzlich ein Monat Fahrverbot. Wer rücksichtlos die Rettungsgasse für sich selbst nutzt, um schneller voranzukommen, zahlt mindestens 240 Euro, erhält zwei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot.

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SWR Fernsehen