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Unbekanntes Afrika

Das Kap

An ruhigen Tagen, in denen der Wind kaum die Meeresoberfläche kräuselt, ahnt niemand, dass am Kap
nowidctlparder Guten Hoffnung im äußersten Südwesten Afrikas zwei Giganten aufeinander treffen: der warme Indische Ozean und der kalte Atlantik. Wenn sie sich vermischen, steigen Wasserdämpfe auf und hüllen die Gipfel der Tafelberge ein.
So spektakulär die Wolken sind - sie sind nur ein erster Hinweis darauf, was die so unterschiedlichen Ozeane alles bewirken: Der vierte Teil des außergewöhnlichen -Fünfteilers über das "Unbekannte Afrika" widmete sich den Einflüssen der beiden Meere, genauer gesagt, ihrer sehr unterschiedlicher Strömungen. Dem warmen Aghulastrom, der die Ostküste entlang in Richtung Kap zieht, und dem kalten Benguela, der von der Antarktis kommend an Afrikas Westküste entlang gen Norden zieht.
In den warmen Anghula-Strom geraten zum Beispiel die kleinen Grünen Meeresschildkröten - vorausgesetzt, sie haben den gefährlichen Weg über den Strand von Ort des Schlüpfens bis zum Meer überlebt. Hautnah erlebt der Zuschauer die Not eines kleinen Weibchens, das mitten durch hungrige Rabenscharen und von Geisterkrabben verfolgt zum Meer hetzt. Dort angekommen, wird es sofort von der heftigen Brandung erfasst, und von oben stürzt ein Milan hinab. Ist ihre erste Reise schon nach wenigen Minuten beendet?
Über 300 Milliarden Liter Wasser transportiert der Aghulastrom jeden Tag zum Kap. Doch auf seinem Weg dorthin beeinflusst er das Klima bis weit ins Landesinnere. Denn er ist so warm, dass enorme Mengen Wasser verdampfen. Sie regnen in den Bergen von Mozambique ab und erschufen dort einen Regenwald, dessen Ausmaß erst kürzlich mit Hilfe von Google Earth in vollem Umfang erfasst wurde. Insider nennen ihn deshalb auch "Google-Wald". Inmitten dieses "Google-Waldes" folgen hunderte von Schmetterlingen Bachläufen gegen den Strom und gelangen so auf den baumfreien Gipfel des Monte Mabu. Dort haben sie Raum genug, um ihren "Schmetterlingsball" aufzuführen - ganz nach der Devise: steig so hoch du kannst, vielleicht gewinnst du so das Herz einer Schmetterlingsdame. Ein BBC-Filmteam fing dieses Schauspiel erstmals mit der Kamera ein - ihre Drehreise war die zweite Expedition, die in diesen Bergen überhaupt bislang stattgefunden hat.
Wie schon in der vorangegangenen Folge gelingt es den Filmteams auf einzigartige Weise, die Geschichten der großen und kleinen Protagonisten spektakulär in Szene zu setzen und gekonnt miteinander zu verflechten - eingebettet in die Geschichte der Landschaft, die ohne die beiden Meereströmungen nicht das wäre, was sie heute ist: ein faszinierendes Naturparadies.

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