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SENDETERMIN Sa, 21.1.2017 | 20:15 Uhr | SWR Fernsehen

Das Wunder von Ötigheim

Ein Dorf spielt Theater

Jährlich zieht es bis zu 100.000 Besucher zu den Volksschauspielen nach Ötigheim. Fast alle Schauspieler sind Laien. Zum 110. Theatersommer bei den Ötigheimer Volksschauspielen hatte die Dorfgemeinschaft Victor Hugos Klassiker „Les Misérables“ in der Spielzeit 2016 auf die Bühne gebracht. SWR Filmemacher Harold Woetzel begleitete ein Jahr lang die Vorbereitung, vom Casting der Schauspieler über die erste Bühnenprobe bis hin zur gefeierten Premiere.

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Ein Dorf spielt Theater

Das Wunder von Ötigheim

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Freilichtbühne der Volksschauspiele Ötigheim

Freilichtbühne der Volksschauspiele Ötigheim

1. Volksprobe der Volksschauspiele Ötigheim für „Les Misérables"

Christel und Rudi Wild, Volksschauspiele Ötigheim

Spielervorstand Sabine Speck (links) und Regisseur Peter Lüdi (Mitte) beim Casting für die Kinderrollen für „Les Misérables"

Anna und Eva Beckert, Volksschauspiele Ötigheim, beide Rolle „Cossette"

Hauptdarsteller Alexander Grünbacher, „Les Misérables“ Volksschauspiele Ötigheim

Volksszene in „Les Misérables", Volksschauspiele Ötigheim

Regisseur Peter Lüdi „Les Misérables“, Volksschauspiele Ötigheim

Martin Kühn, Hauptrolle „Jean Valjean“ (links) und Matthias Götz, Rolle „Javert" bei der Kampfprobe für eine Schlüsselszene aus „Les Misérables"

Claus Becker, Rolle „Richter" und Johannes Kühn, Rolle „junger Jean Valjean“ bei der Probe zu „Les Misérables"

Premiere „Les Misérables" Volksschauspiele Ötigheim

Hauptdarsteller Martin Kühn beim Schlussapplaus der Premiere „Les Misérables"

Freilichtbühne der Volksschauspiele Ötigheim.

Eine Dorfgemeinschaft auf der Bühne

Auf den ersten Blick ist Ötigheim ein Dorf in der Rheinebene wie Dutzende andere: 4.500 Einwohner, diverse Gasthäuser, eine Grund- und Hauptschule, eine S-Bahnhaltestelle. Doch in einem Punkt ist Ötigheim anders: Tagsüber sind die Dorfbewohner Angestellte, Handwerker, Beamte, abends spielen sie Welttheater und werden zu Schauspielern oder Bühnentechnikern, Schneidern oder Musikern. Denn in diesem Dorf steht die größte Freilichtbühne Deutschlands, die „Volksschauspiele Ötigheim“. 1906 von Ortspfarrer Josef Saier gegründet, um nicht nur die Jugend von der Straße zu holen. Inzwischen pilgern – Sommersaison für Sommersaison – bis zu 100.000 Besucher zu den Vorstellungen.

Zusammenhalt durch Kultur

Was in Ötigheim passiert, klingt wie ein Patentrezept gegen Phänomene wie Landflucht oder Dörfersterben: Die Einwohner haben etwas, was sie zusammenhält. Schon von Kindesbeinen an sind viele Ötigheimer Teil des Ensembles und wachsen so in ihre künstlerische Aufgabe hinein. Regisseure, die an den Volksschauspielen inszenieren, sollten dabei so viele Ötigheimer wie möglich ins Stück einbinden, als Reiter, Balletteusen, Chorsänger, Kostümschneider, Bühnenbildner oder Inspizienten. Im Sommer 2016 stand „Les Misérables“ von Victor Hugo auf dem Spielplan. Der Film begleitet die Inszenierung durch ein Jahr Vorbereitung, von der ersten Textfassung über das Casting der Schauspieler, von der ersten Bühnenprobe bis hin zur gefeierten Premiere.

Produktionsnotiz:

„Das Wunder von Ötigheim“ ist eine Produktion der kurhaus production Film & Medien GmbH für den SWR und wurde mit Mitteln der MfG Filmförderung Baden-Württemberg gefördert.

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